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Wirtschaftskriminalität mit Mafiamethoden

Die Organisierte Kriminalität hat sich mit ihren kriminellen Machenschaften unlängst auch in dem Bereich der Wirtschaftskriminalität ausgebreitet. Nach Angaben des Bundeskriminalamts befinden sich Straftaten zum Nachteil von Geschäftsbetrieben in der Kriminalstatistik sogar direkt hinter den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Wirtschaftskriminalität mit Mafiamethoden

SIUS Consulting

Zahlen, Daten, Fakten
Von der Wirtschaftskriminalität sind nicht nur Einzelpersonen und Vermögenswerte bedroht, sondern gleich die komplette Volkswirtschaft. Dabei präsentieren die Polizeistatistiken nur einen Bruchteil der zur Anzeige gebrachten Vorfälle, die Dunkelziffer ist deutlich höher.

Die Organisierte Kriminalität nimmt auch zunehmend im allgemeinen Wirtschaftsleben eine zentrale Rolle ein. Allein im Jahr 2010 konnten etwa die Hälfte der durch Organisierte Kriminalität verursachten Schäden dem Wirtschaftsbereich zugeordnet werden.

Im letzten Jahrzehnt wurden in Deutschland ca. 80.000 bis 100.000 Vorfälle pro Jahr im Bereich der Wirtschaftskriminalität registriert. Allein 2011 belief sich die Schadenssumme in diesem Bereich auf 4,1 Milliarden Euro. Der Anteil von Wirtschaftsstraftaten beläuft sich auf mehr als 50 %. Diese Fakten belegen das hohe Schadenspotential nachhaltig.

Darüber hinaus ist das Spektrum an Folgeschäden mit wirtschaftskriminalistischem Hintergrund breit gefächert. Es beinhaltet Wettbewerbsdelikte, gesundheitliche Schädigungen an einzelner Personen, Imageschäden von Unternehmen und kompletten Wirtschaftszweigen, sowie Misstrauen in die Funktionalität der aktuellen Wirtschaftsordnung.

Kampf gegen Wirtschaftskriminalität und die Dunkelziffer
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften kommen in Studien zu dem Ergebnis, dass ca. 73 % der in Deutschland agierenden Unternehmen von der Wirtschaftskriminalität direkt betroffen sind, jedoch aus Furcht vor Imageschäden von einer Anzeige absehen und damit die Dunkelziffer immens steigern. Im Jahr 2008 hat sich das Bundeskriminalamt diesen Dunkelziffern gewidmet und neben einer Literaturauswertung auch Experten zur Thematik befragt.

Das aktuelle Forschungsprojekt „Compliance-Systeme und ihre Auswirkungen auf die Verfolgung und Verhütung von Straftaten der Wirtschaftskriminalität und Korruption“ untersucht das Anzeigeverhalten von Firmen. Hintergrund des Projektes sind Aufschlüsse darüber, wie das Anzeigeverhalten der Unternehmen effektiv gesteigert und damit auch die Dunkelziffer der Straftaten gesenkt werden kann. Eine effiziente Strafverfolgung im Wirtschaftssektor setzt ein entsprechendes Anzeigeverhalten voraus. Ein Unternehmen kann mit einer Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden nachhaltig dokumentieren, dass kriminelle Aktivitäten nicht geduldet werden. Die Einleitung von entsprechenden Ermittlungs- und Strafverfahren spricht sich auch in den kriminellen Reihen um, sodass allein durch Anzeigeerstattung und den damit verbundenen Ermittlungen, der Schutz vor Wirtschaftskriminalität erhöht werden kann.

Die bei einer Anzeigeerstattung oft befürchteten Imageschäden entstehen in der Regel nur dann, wenn Anzeigen vom Unternehmen selbst unterlassen und entsprechende Informationen erst durch andere Personen publiziert werden. Auch Opfern von der weit verbreiteten Marken- und Produktpiraterie kann nur der Gang zu den Behörden angeraten werden. Denn nur die Verfolgung und Ahndung dieser Wirtschaftsstraftaten macht es den Tätern schwieriger in diesem Bereich Erfolg zu haben.

Tatort Internet
Nach dem Bundeslagebild im Bereich der Wirtschaftskriminalität für das Jahr 2010 wird in jedem dritten bis vierten Fall das Internet als Tatmittel ausgewiesen. So hat die Polizeistatistik für 2011 allein 11.605 Fälle von 80.000 Kriminalfällen ermittelt, bei denen im Internet agiert wurde. Häufig werden hier Betrugsdelikte vollzogen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat auf seiner Webseite zahlreiche Hinweise und Tipps zur Prävention veröffentlicht. Gleiches gilt für das Bundeskriminalamt, das gemeinsam mit den Landeskriminalämtern Verhaltensempfehlungen bei Internetkriminalität herausgibt, die unter www.bka.de eingesehen werden können.

Global-Player-Initiative vom Bundeskriminalamt
Die Global-Player-Initiative wurde am 23.03.2006 vom Bundeskriminalamt in Kooperation mit 18 international tätigen Unternehmen gegründet und dient dem Informationsaustausch in sicherheitsrelevanten Themengebieten.

Zwischenzeitlich wurde die Initiative um weitere Unternehmen erweitert, sodass aktuell knapp 60 Global Player einen Austausch mit dem Bundeskriminalamt wahrnehmen.

Im Rahmen der Global-Player-Initiative stellt das Bundeskriminalamt Länderberichte zur Verfügung, vermittelt Kontakte zu internationalen Verbindungsbeamten sowie zu den Fachabteilungen des Bundeskriminalamtes. Zu den weiteren Tätigkeitsfeldern der Global-Player-Initiative gehören strategische Früherkennung, Sicherheitsforschung, sowie die Mitarbeiterschulung im Hinblick auf Geiselnahmen, Entführungsfälle und andere Delikte.

Ein erfolgreicher Kampf gegen die in den heutigen globalisierten Zeiten enorm steigende Wirtschaftskriminalität kann nach Ansicht des Bundeskriminalamtes nur gemeinsam und mit ganzheitlichen Ansätzen geführt werden. Wirtschaftsunternehmen und Sicherheitsbehörden profitieren dabei, wie insbesondere auch bei der Global-Player-Initiative, vom jeweiligen Know-how des Anderen.

Das Bundeskriminalamt kooperiert gemäß der Rahmenregularien des Bundesministeriums mit zentralen Ansprechpartnern aus der Wirtschaft für Fragen im Bereich der Sicherheit; der ASW (Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit in der Wirtschaft). In regelmäßigen Abständen erhält die ASW Informationen vom Bundeskriminalamt, wie etwa den wöchentlichen Lagebericht. Darüber hinaus versorgt das Bundeskriminalamt die ASW über aktuelle Lagedarstellungen zu Entwicklungen im Sicherheitsbereich, Bewertungen und natürlich auch Warnmeldungen.

Diese Informationen können insbesondere mittelständischen Unternehmen behilflich sein, die eigene Betroffenheit selbst einzuschätzen und erforderliche Sicherheitsmaßnahmen hieran anzupassen. Die ASW stellt das Informationsmaterial unter Einbeziehung der eigenen Mitgliedsverbände allen Unternehmen zur Verfügung. Darüber hinaus können interessierte Betriebe an informativen Veranstaltungen wie etwa der jährlichen Wirtschaftskonferenz, der Staatsschutz-Wirtschaftstagung oder auch der BKA-Herbsttagung teilnehmen.

Sicherheitsberatung

SIUS Consulting bietet europaweit professionelle Sicherheitsberatung und weitere Dienstleistungen rund um das Thema Unternehmenssicherheit.

Kontakt:
SIUS Consulting
Michael Blaumoser
Wendenschloßstraße 322
12557 Berlin
030 / 700 36 96 5
michael.blaumoser@sius-consulting.com
http://www.sius-consulting.com/

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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