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Online-Shopping mit Verantwortung

Auswirkungen auf Umwelt und Innenstädte bedenken!

Online-Shopping mit Verantwortung

Foto: Fotolia / nikbu (No. 5662)

sup.- Online geht vieles, aber nicht alles. Das sollten sich Verbraucher während einer Shopping-Tour im Internet immer wieder ins Gedächtnis rufen. Persönliche Beratung durch kompetente Fachverkäufer, Hilfestellung bei ganz individuellen Auswahlproblemen, das sofortige An- bzw. Ausprobieren von Kleidung und anderen Waren – das alles kann der Einkauf per Mausklick nicht bieten, wohl aber das Ladenlokal in der City. Und damit diese Option weiterhin erhalten bleibt, sollten auch überzeugte Online-Shopper hin und wieder die Vorteile des lokalen Einzelhandels in Anspruch nehmen. Sie erweitern damit nicht nur das eigene Einkaufserlebnis, sondern sie tragen auch zum Erhalt attraktiver Innenstädte bei. Der Boom des Online-Handels führt nämlich mittlerweile zu einem drastischen Fachhandelssterben. Leerstände in den Einkaufspassagen sind jetzt schon an der Tagesordnung und bis zum Jahr 2020 wird das Aus von bis zu 50.000 Geschäften prognostiziert.

Eine Art Rettungsinitiative für den stationären Handel bildet die Entscheidung mancher Hersteller, bestimmte Produkte gar nicht für den Vertrieb über die großen Internet-Plattformen freizugeben. Besonders bei beratungsbedürftigen Artikeln wie z. B. Sportausrüstung schützen die Informationen im Fachgeschäft die Kunden vor Fehlkäufen oder unsachgemäßer Anwendung. Leider blockiert das Bundeskartellamt zunehmend diese gewünschten ausschließlichen Distributionswege und stuft die Beschränkung auf Fachgeschäfte als wettbewerbswidrig ein. Weil ein kundenorientierter lokaler Händler bei seiner Preisgestaltung aber auch Verkaufspersonal, Lager- und Geschäftsmieten sowie die Serviceleistungen vor Ort berücksichtigen muss, kann er gegen eine amtlich vorgeschriebene Online-Konkurrenz nicht mehr zu vertretbaren Bedingungen bestehen. Versuche der Hersteller, diesen wirtschaftlichen Druck durch zusätzliche Rabatte zu mindern, werden von der Behörde ebenfalls untersagt. „Es braucht nicht viel Fantasie, um zu erkennen, dass die Kartellbehörde durch derartige Initiativen zum Brandbeschleuniger eines Fachhandelssterbens in der Konkurrenz zum Internethandel wird“, sagt der Wirtschaftspublizist Detlef Brendel, der in dem Fachbuch „Wirtschaft im Würgegriff / Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert“ (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50150-5) vor einem „Discountry“ ohne echte Auswahlmöglichkeiten warnt. Grund genug also, bei Kaufentscheidungen das Service-Potenzial eines Fachgeschäftes nicht zu vernachlässigen.

Davon profitiert übrigens auch die Umwelt: Das Internet-Shopping hat dazu geführt, dass mittlerweile jährlich rund 3 Mrd. Kurier-, Express- und Paketsendungen kreuz und quer durchs Land befördert werden – Tendenz weiter stark steigend. Diese Fahrten verursachen einen enormen Energieverbrauch und eine große Menge an Schadstoff-Emissionen – erst recht, weil viele Kunden sich heute dank Flatrates und Mitgliedschaften jeden kleinen Kauf kostenlos nach Hause liefern lassen können. Und was nicht passt oder gefällt, wird einfach wieder zurückgeschickt. Umstiegs-Szenarien mit kompletten Elektromotor-Flotten oder gar mit fliegenden Drohnen zur Auslieferung sind bis jetzt noch Zukunftsmusik. Deshalb gilt auch unter ökologischen Gesichtspunkten: Bestellungen sammeln und zusammenfassen, vorzugsweise an Abholstationen liefern lassen – oder einfach mal wieder ins Geschäft um die Ecke gehen!

Supress
Redaktion Ilona Kruchen

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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