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Überkreuz-Nierenspende: Neue Chancen für Betroffene

„Verrat an chronisch Kranken!“

DGHS kritisiert Leistungskürzung der Kassen bei Dialysepatienten

Als „Verrat an chronisch Schwerstkranken“ kritisiert Elke Baezner, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V., die beabsichtigten Leistungskürzungen bei Dialyse-Patienten. Diese soll den Kassen eine Honorarminderung von 100 Millionen Euro bringen. Ab 1. Juli 2013 werden die Dialyse-Sachkosten um etwa 10 Prozent gekürzt; mit dem dann gezahlten Betrag von 414 Euro Wochenpauschale (das entspricht etwa 147 Euro pro Behandlung) wird Deutschland im Vergleich mit 21 europäischen Nachbarstaaten das Schlusslicht sein. Zum Vergleich: Frankreich erstattet den behandelnden Ärzten 350 Euro pro Einzel-Behandlung. Die Kürzung war vom Bewertungsausschuss der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Krankenkassen-Spitzenverband dem Bundesgesundheitsministerium empfohlen worden. Im Jahr 2015 werden die Leistungen laut Plan voraussichtlich noch weiter gekürzt.

Eine von Betroffenen und Ärzten initiierte Petition im Bundestag hatte zwar eine Anhörung am 13. Mai dieses Jahres erwirkt, aber keine Rücknahme des Beschlusses. „Gerade Patienten, die wegen ihres hohen Alters für eine Nierentransplantation nicht mehr geeignet sind, werden die verschlechterten Bedingungen am eigenen Leib zu spüren bekommen. Dabei sind die Krankenkassen finanziell gut aufgestellt. Gespart wird an den Schwachen, den Alten und chronisch Kranken. Das bewies ja schon die unsägliche Fallpauschale für Sterbende“, bemängelt Baezner.

Rund 90.000 Menschen sind in Deutschland auf eine regelmäßige Blutwäsche (jeden zweiten Tag) angewiesen, da ihre Nieren nicht funktionieren und sonst eine Blutvergiftung droht. Eine qualitativ gute Versorgung umfasst neben hochwertigen Schläuchen und modernen Geräten sowie der ärztlichen Betreuung u.a. auch Ernährungsberatung und psychosoziale Betreuung. Gegen die Leistungskürzungen und entsprechende Qualitätsverschlechterung werden sich vor allem ältere Menschen kaum wehren können, fürchtet Baezner. Das darf nicht stillschweigend hingenommen werden! Die DGHS erklärt sich mit den betroffenen Patienten solidarisch.

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR HUMANES STERBEN (DGHS) e.V.
Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben, kurz DGHS, ist die bundesweit älteste und größte Patientenschutzorganisation in Deutschland. Sie versteht sich seit ihrer Gründung im Jahr 1980 als Bürger- und Menschenrechtsbewegung zur Durchsetzung des Patientenwillens und des Selbstbestimmungsrechts des Einzelnen. Ziel ihrer Arbeit ist, dass Artikel 1 GG, die unantastbare Würde des Menschen, auch im Sterben gewahrt bleibt. … damit das Leben bis zuletzt human bleibt!

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V.
Wega Wetzel
Kronenstr. 4
10117 Berlin
030-21222337-22
wega.wetzel@dghs.de
http://www.dghs.de

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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