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Sportmedizin: Frauenfußball – alles weiblich, alles anders?

Neueste Erkenntnisse auf dem Internationalen GOTS Kongress der Sportmedizin in Berlin

Sportmedizin: Frauenfußball - alles weiblich, alles anders?

(Bildquelle: Dr. med. Ingo Tusk)

Frauen sind im Fußballtraining härter als Männer. Und: sie sind höflicher zueinander, wenn sie sich gegenseitig umgetreten haben. Dr. med. Ingo Tusk, Mannschaftsarzt der Frauenfußball-Nationalmannschaft, muss es wissen. Er begleitete die deutschen Fußball-Damen zum Olympiasieg von Rio. Wenn vom 22. bis 24. Juni in Berlin die Elite der Sportärzte aufeinandertrifft, berichtet er von seinen Erfahrungen mit Frauen im Fußball, ihren Problemen, Verletzungen und deren Prävention.
„Während Männer eher mit Oberschenkel-Muskel-Verletzungen zu tun haben, erleiden Frauen im Fußball häufiger Kreuzbandverletzungen“, sagt Dr. Ingo Tusk von den Frankfurter Rotkreuzkliniken, „wir wissen noch nicht genau, warum das so ist“. Als Grund wird bislang unter anderem das breitere Becken der Frau mit dem damit verbundenen X-Bein-Stand angenommen. Dadurch hat das Knie einen größeren biomechanischen Stress. Dazu kommen verschiedene hormonelle Einflüsse.
Nach dem Kreuzband leiden häufig auch Sprunggelenk, Hüfte, Handgelenk und Kopf. Mit einem vernünftigen Training, wie bei den Männern auch, kann vielen Verletzungen jedoch vorgebeugt werden. Dabei spielen Wackelbretter und Weichmatten für das Gleichgewicht und intelligente Stellungen zu Ball und Spiel eine große Rolle.
Als betreuender Arzt hat Dr. Tusk natürlich auch viele frauenspezifische Probleme zu beachten. Dass die Damen härter und höflicher sind, ist hormonbedingt. „Sie sind einfach cooler, wenn sie mal am Boden liegen, während das für den männlichen Fußballer neben dem Schmerz eine regelrechte Schmach ist“, so der Doc.
Auf dem GOTS-Kongress in Berlin wird Tusk noch etwas aus dem Nähkästchen plaudern. Nur so viel vorab: Bei Olympia in Rio hatten die Fußball-Frauen mit so vielen Gegnern zu kämpfen, dass sie nicht ganz so cool waren. Da waren nicht nur die anderen Mannschaften, sondern Zehntausende Brasilianer und die einheimischen Medien, die nach dem 7:1 der männlichen Fußballkollegen in der vorangegangenen WM, gegen sie waren.
Also wurde ihnen mit einem „Elfmeterschießen für die Psyche“ geholfen. Trainer, Betreuer, Ärzte buhten während des harten Trainings die eigene Mannschaft aus, um die Spielerinnen vorzubereiten. Auch Dr. Tusk, sonst eigentlich Orthopäde und Chirurg, war dabei.
Es hat geholfen – die deutschen Fußballerinnen haben gesiegt!
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Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der weltweit zweitgrößte Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen. In der trinationalen Gesellschaft sind rund1300 führende Sportärzte im Bereich Orthopädie und Traumatologie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen geschlossen. Neben der Sicherstellung der kompetenten Versorgung sportverletzter Patienten setzt die GOTS qualitative Standards für deren Behandlung. Ziel ist es, das Verständnis von sportlicher Belastung und Verletzungen zu verbessern, um die muskuloskelettale Funktion und Lebensqualität zu erhalten. Der Wissenstransfer findet auf dem jährlich stattfindenden internationalen GOTS-Kongress statt. Die GOTS hat durch die Mitgliedschaft von Verbands- und Olympia-Ärzten einen intensiven Bezug zur Hochleistungsmedizin.

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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