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Spielraum für Kinder

Zum Weltkindertag am 1. Juni: Beim Bridge sitzen Zwölfjährige neben Großeltern. Sie lernen dort, was Selbstvertrauen bedeutet.

Frechen-Königsdorf, 20. Mai 2026. Am 01. Juni ist Weltkindertag. Der Tag erinnert daran, dass Kinder Räume brauchen. Räume, in denen sie sich ausprobieren, scheitern und wieder aufstehen dürfen. Räume, in denen sie ernst genommen werden. Der Deutsche Bridge-Verband e.V. (DBV) bietet einen solchen Raum dort, wo ihn die meisten nicht vermuten: am Kartentisch. Bridge, das strategische Kartenspiel für vier Personen in zwei Partnerschaften, hat in Deutschland rund 17.000 organisierte Spieler. Etliche davon sind unter 18.

Spielen auf Augenhöhe

Bridge kennt keine Altersbeschränkung. Wer mitspielt, sitzt mit Erwachsenen am Tisch, nicht gegen Gleichaltrige in einer geschützten Schulpause. Genau das ist für Kinder ein starkes Erlebnis: Sie messen sich mit Großeltern, Eltern, Fremden. Und sie merken schnell, dass sie mithalten können.

„Kinder brauchen Räume, in denen sie etwas ausprobieren dürfen, ohne dass es gleich um alles geht“, sagt Till Sauerbrey, Mitglied des Juniorenausschusses und Ressortleiter Junioren im Deutschen Bridge-Verband sowie ausgebildeter Bridgelehrer. „Beim Bridge spielen sie gegen Erwachsene, lernen schnell dazu und spüren: Ich kann das. Das ist eine Erfahrung, die im Alltag selten geworden ist.“

Diese Selbstwirksamkeit ist es, die Bridge zu mehr als einem Zeitvertreib macht. Wer mit zwölf Jahren beim Turnier den 25. Platz von 50 belegt, hat etwas erreicht. Wer mit vierzehn bei einem Junioren-Wettkampf in Polen oder Frankreich antritt, kommt mit Geschichten zurück, die ein Leben lang halten.

Wer Fehler machen darf, kommt weiter

Bridge ist anspruchsvoll. Trotzdem lernen Kinder das Spiel oft schneller als Erwachsene. Der Grund liegt nicht in der Intelligenz, sondern in der Haltung. „Kinder probieren etwas aus, machen es nicht perfekt, werden korrigiert. Genau dadurch werden sie besser“, sagt Sauerbrey. „Erwachsene fühlen sich beim Lernen oft wie damals in der Schule: Sie wollen zeigen, was sie können, und scheuen den Fehler. Kinder kennen diese Hemmung nicht. Sie lernen mit weniger Stress und mehr Neugier.“ Wer Bridge spielt, übt das, was Erwachsene mühsam wieder erlernen müssen: ausprobieren, scheitern, weitermachen. Eine Haltung, die weit über das Spiel hinaus trägt.

Was Kinder mitnehmen

Eltern interessieren sich für die kognitiven Vorteile: Bridge schult das logische Denken, das Arbeitsgedächtnis und die Konzentration. Eine Langzeitstudie der University of California zeigte ein um bis zu 75 Prozent geringeres Alzheimer-Risiko bei regelmäßigen Bridge-Spielern. Diese Effekte sind belegt. Aber sie überzeugen kein Kind. „Welches Kind sagt schon: Ich will besser in der Schule werden, deshalb spiele ich Bridge?“, fragt Sauerbrey. „Kinder kommen aus anderen Gründen – weil es Spaß macht, weil sie Freunde finden, weil sie irgendwo dazugehören. Das ist es, was bleibt.“ Hinzu kommt der internationale Charakter. Bridge funktioniert ohne Sprachbarriere. Wer das Spiel beherrscht, kann sich in jedem Land an einen Bridge-Tisch setzen. Der DBV ermöglicht Jugendlichen regelmäßig über Austauschturniere, Camps und Junioren-Europameisterschaften solche Begegnungen.

Zum Weltkindertag

Der Weltkindertag am 01. Juni geht auf eine internationale Tradition zurück. Er ruft dazu auf, Kinderrechte zu stärken und Kindern Räume zu öffnen, in denen sie sich entwickeln dürfen. Der Deutsche Bridge-Verband sieht in der Jugendarbeit eine seiner wichtigsten Aufgaben. Bundesweit gibt es Schul-AGs, regionale Jugendgruppen und Bridge-Camps.

Eltern und Schulen finden Kontakte und Materialien unter www.bridge-verband.de.

Der Deutsche Bridge-Verband e.V. (DBV) ist die nationale Organisation für den Bridge-Sport in Deutschland. Der DBV vereint rund 17.000 organisierte Mitglieder in rund 400 Clubs, die sich auf 14 Regionalverbände verteilen. Damit erreicht der Verband etwa 35 Prozent der geschätzten 50.000 Bridge-Spieler in Deutschland. Mit Sitz in der Stadt Frechen vertritt der DBV die Interessen von Bridge-Spielern bundesweit und fördert die Verbreitung des strategischen Kartenspiels. Bridge ist seit 1998 vom IOC als Sportart anerkannt. Am 1. Oktober 2026 findet der nächste Bridge-Aktionstag statt. Weitere Informationen unter: bridgetag.de.

Kontakt
Deutscher Bridge-Verband e.V.
Rouven Zietz
Augustinusstraße 11c
50226 Frechen
022346000911
http://bridge-verband.de

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