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Wenn Kinder ausgeschlossen werden: Wie Erwachsene richtig reagieren können

Sehschule und Augengesundheit bei Kindern

Frau Dr. Angela Zipf-Pohl, leitende Augenärztin von Veni Vidi, erklärt Vorsorge, Behandlung und Therapien der Kinderaugenheilkunde.

Sehschule und Augengesundheit bei Kindern

Wie ungefähr verläuft die normale Augen- und Sehkraftentwicklung bei Kindern?

Das Sehvermögen des Menschen entwickelt sich ab der Geburt in rasanten Schritten. Innerhalb des ersten Lebensjahres verzehnfacht sich die Sehschärfe. Kurz nach der Geburt sieht ein Säugling extrem schlecht – zumindest nach unserem Maßstab. Für Neugeborene ist die Sehleistung allerdings absolut ausreichend und angepasst, denn sie erkennen hell und dunkel und sehen Formen und Umrisse auf etwa 30 Zentimeter Entfernung, was in etwa dem Abstand zwischen Brust und Gesicht der Mutter entspricht. Neugeborene schielen häufig, da die Augenmuskulatur noch nicht ausreichend entwickelt ist, um beide Augen gleichzeitig auf einen Punkt zu fixieren. Dieses Phänomen ist normal und unbedenklich, sollte allerdings nach sechs bis acht Wochen verschwinden.
Innerhalb der ersten sechs Monate lernen die Augen, Objekte zu fixieren, Bewegungen zu folgen und eine Hand-Augen-Koordination einzusetzen, also zum Beispiel nach Gegenständen zu greifen. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres entwickeln sich die Sehschärfe und das räumliche Sehen immer weiter.
Die meisten Kleinkinder sind wegen der Kürze des Auges nicht normalsichtig, sondern weitsichtig. Häufig besteht zunächst auch eine Hornhautverkrümmung. In der Regel normalisieren sich diese Werte bis zum Ende des vierten Lebensjahres weitgehend.

Wann sollte man sein Kind zum ersten Mal beim Augenarzt vorstellen?

Grundsätzlich sollte jedes Kind spätestens im Alter von dreieinhalb Jahren augenärztlich untersucht werden. Denn je früher ein Sehfehler erkannt wird, desto größer ist der therapeutische Erfolg. Je später aber ein frühkindlicher Augenfehler augenärztlich erkannt wird, desto schlechter ist die Aussicht auf eine erfolgreiche Korrektur. Je älter die Kinder sind, desto differenzierter werden die Untersuchungsmethoden, die in der augenärztlichen Praxis angewandt werden. Wenn der Verdacht besteht, dass mit den Augen irgendetwas nicht in Ordnung ist, oder gar deutliche Anzeichen wie Schielen oder Lichtscheu zu beobachten sind, sollte das Kind möglichst rasch augenärztlich untersucht werden – unabhängig vom Alter. Kommen in der Familie Augenerkrankungen vor, ist eine erste Untersuchung bereits im Alter von sechs bis neun Monaten sinnvoll.

Welche Routineuntersuchungen für Kinder gibt es und wie laufen sie ab?

Schon bei Säuglingen kann mit der sogenannten Schattenprobe oder Skiaskopie rasch und schmerzfrei eine Fehlsichtigkeit feststellt werden. Diese Methode setzt nur einfache optische Hilfsmittel voraus, dafür aber einen erfahrenen Untersucher. Denn es können nicht wie bei reiferen Personen Buchstaben oder Zahlen zur Prüfung der Sehschärfe gezeigt werden.
Die Visusprüfung, also die Feststellung der Sehschärfe, ist meist ab einem Alter von circa drei Jahren sinnvoll. Begonnen wird mit einer beidäugigen Prüfung unter besonderer Beachtung, ob unter beidäugiger Sehanforderung eine Kopfzwangshaltung auftritt, ob ein Schielen auftritt oder sich verstärkt und mit welchem Auge fixiert wird. Danach erfolgt eine seitengetrennte Prüfung. Sie wird bei Kindern im Schulalter mit Zahlen oder Buchstabenreihen durchgeführt. Bei kleineren Kindern werden in der Regel der sogenannte Pflüger-Haken, ein E-Zeichen, oder ein einseitig offener Landolt-Ring benutzt, die dem Kind in verschiedenen Orientierungen gezeigt werden. Die offene Seite wird also in unterschiedliche Richtungen gehalten, die das Kind benennen oder nachzeigen muss. Die Bilder verkleinern sich im Laufe des Tests.
Bei der Biomikroskopie des Auges werden an einem speziellen Mikroskop, der Spaltlampe, die vorderen Augenabschnitte untersucht. Es wird insbesondere darauf geachtet, ob die brechenden Medien des Auges klar sind und ob sich Hinweise auf einen erhöhten Augeninnendruck finden.
Bei der Augenhintergrunduntersuchung, der Ophthalmoskopie oder dem umgangssprachlichen Weittropfen, wird mit speziellen Lupen und Beleuchtungseinrichtungen der Augenhintergrund – also Netzhaut und Sehnerv – betrachtet. Zur Feststellung des Brechkraftfehlers muss die Anspannfähigkeit der Linse durch bestimmte Tropfen, ein Mydriatikum, außer Kraft gesetzt werden. Auch für die Pupillenöffnung sind die Tropfen wichtig. Fällt Licht aufs Auge, schließt sich die Pupille, während sie sich im Dunkeln weit öffnet. Solange das Mittel zur Pupillenerweiterung wirkt, ist dieser Vorgang gehemmt. Das Sehen ist unscharf und die Blendempfindlichkeit der Augen erhöht. Die meisten Kleinkinder kommen mit dieser Augenuntersuchung gut klar. Nach etwa 24 Stunden hat die Linse ihre volle Anspannfähigkeit zurückgewonnen.
Die Orthoptik, auch bekannt als Sehschule, ist die Lehre vom Gerade- bzw. Richtig-Sehen und bezeichnet ein Spezialgebiet vor allem in der augenärztlichen Kindersprechstunde. Weil eine unscharfe Abbildung im Auge die Entwicklung einer 100%igen Sehschärfe verhindert und so Defizite in der visuellen Wahrnehmung und feinmotorischen Entwicklung nach sich ziehen kann, ist eine entsprechende Untersuchung auf jeden Fall auch bei fehlenden Symptomen ratsam.

Welche Erkrankungen können im Kindesalter auftreten?

Die Schwachsichtigkeit, oder Amblyopie, kann unterschiedliche Ursachen haben, ist aber nicht immer organisch zu erklären. Die häufigste Ursache ist unbehandeltes Schielen im Kindesalter. Beim Schielen wird die Information des Bildes aus dem schielenden Auge vom Gehirn unterdrückt, damit keine Doppelbilder entstehen. Das Kind sieht dann quasi nur mit dem gesunden Auge. Durch das Unterdrücken der eintreffenden Bildreize aus dem schielenden Auge gehen in der Folge sehr rasch wichtige Zellstrukturen verloren. Deshalb ist eine zeitnahe Diagnose und Behandlung des Schielens für die weitere Sehkraft des Kinder besonders wichtig.
Beim Schielen wird zwischen Begleitschielen und Lähmungsschielen unterschieden. Das Begleitschielen ist das Schielen im Kindesalter. Ein Lähmungsschielen kann in jedem Alter – aber eben auch bei Kindern – auftreten. Meist hat sich beim Lähmungsschielen das Sehsystem im Gehirn bereits voll ausgebildet. Dies hat zur Folge, dass die von beiden Augen erhaltenen Bilder gleichzeitig verarbeitet und nicht wie beim Begleitschielen die Informationen aus dem schielenden Auge unterdrückt werden. Das Begleitschielen kann als Folge von Weitsichtigkeit, einer Schädigung des beidäugigen Sehens oder einer einseitigen Sehschwäche entstehen. Jedoch ist auch eine genetische Ursache möglich. Das Lähmungsschielen ist die Folge einer Augenmuskellähmung und kann sich in Form einer vollständigen Lähmung oder einer Augenmuskelschwäche äußern. Es kann unterschiedliche Ursachen haben und spontan ausheilen. Wichtig ist vor allem die medizinische Abklärung der Gründe und der Ausschluss anderer begleitender Augenerkrankungen.
Auch eine angeborene Form der Katarakt, oder des Grauen Stars, kann in unterschiedlicher Ausprägung und verschieden starker Trübung der Linse auftreten. Bei Kindern mit Down-Syndrom findet man die genetisch bedingte Katarakt relativ häufig. Schädigungen des Embryos im Mutterleib, zum Beispiel durch Infektion mit Kinderkrankheiten, können ebenfalls Auslöser für Linsenschädigungen sein.
Der Grüne Star, medizinisch Glaukom genannt, kann ebenfalls angeboren sein und sollte nach der Geburt umgehend behandelt werden, da sonst die Erblindung des Neugeborenen droht. Die Ursache dieses umgangssprachlich als Ochsenauge bezeichneten Geburtsfehlers ist eine Fehlbildung oder mangelnde Ausreifung des Kammerwinkels mit einer Behinderung des Kammerwasserabflusses. Seltener sind andere Fehlbildungen oder Entzündungsprozesse Auslöser für diese Form des Glaukoms. Symptome sind lichtscheue, tränende Augen oder, seltener, eine eingetrübte Hornhaut. Auch ungewöhnlich große Augen bei Neugeborenen können ein Hinweis auf ein angeborenes Glaukom sein.
Besteht der Verdacht auf ein angeborenes Glaukom, sollte rasch eine Augeninnendruckmessung durchgeführt werden.

Welche Therapien und Prognosen gibt es?

Eine zeitnahe Diagnose von Augenerkrankungen ist für eine positive Prognose besonders wichtig.
Bei Fehlsichtigkeit sollte so früh wie möglich eine Brille eingesetzt werden. Das hemmt nicht etwa – wie teils angenommen wird – die gesunde Entwicklung der Augen, sondern kann einer weiteren Verschlechterung der Sehkraft effektiv vorbeugen. Brillen werden auch von kleinen Kindern meist gut toleriert, da das bessere Sehen als positiv erlebt wird.
Bestimmte Diagnosetechniken und Therapien werden bei Kindern sediert oder unter Narkose durchgeführt, weil sie als sehr unangenehm empfunden werden können. Grundsätzlich stehen uns die gleichen Methoden wie bei der Augenheilkunde an Erwachsenen zur Verfügung.
Wichtig sind die frühe routinemäßige Vorstellung beim Augenarzt und die regelmäßige Kontrolle der Augen des Kindes. Wir, die Augenärzte von Veni Vidi in Köln , empfehlen eine augenärztliche Vorstellung des Kindes mit spätestens drei Jahren bei unauffälligem Sehverhalten. Routinekontrollen sollten im Jahresrhythmus erfolgen. Die gesunde Entwicklung der Augen und somit der Sehkraft des Kindes entscheidet maßgeblich mit über die Wahrnehmung seiner Umwelt und fördert Aufmerksamkeit, Offenheit und Interesse. Sie kann durch augenärztliche Abklärung überprüft und unterstützt werden.

Bildquelle:kein externes Copyright

Veni Vidi – Ärzte für Augenheilkunde vereinigt vier hochmoderne Augenarztpraxen im Kölner Raum, unter der Leitung von Dr. Angela Zipf-Pohl und Prof. Dr. Philipp Jacobi. Veni Vidi bietet das gesamte Spektrum moderner Augenheilkunde mit Diagnostik, Lasertherapie, Laserchirurgie, der ambulanten und stationären operativen Versorgung, der ästhetischen und refraktiven Chirurgie sowie Akupunktur.
Die erste Praxis wurde 2005 im Kölner Westen gegründet.

Veni Vidi – Ärzte für Augenheilkunde
Dr. Angela Zipf-Pohl
Aachener Strasse 1006-1012
50858 Köln
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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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