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Palmöl, aber richtig

Sinnvolle Kriterien statt Verzicht

Palmöl, aber richtig

Grafik: Supress (No. 5801)

sup.- Der Umwelt zuliebe suchen immer mehr Konsumenten im Supermarkt gezielt nach Produkten, die mit dem Hinweis „ohne Palmöl“ gekennzeichnet sind. Doch letztendlich fallen sie damit auf eine Marketingstrategie von Unternehmen herein, die einen Trend zur Profilierung ausnutzen, der unter dem Strich der Umwelt aber keineswegs zwangsläufig zugutekommt. Denn alternative Pflanzenöle, die anstelle von Palmöl verwendet werden, verbrauchen erheblich mehr Anbaufläche als Ölpalmen, die mit Abstand die beste Ertrag-pro-Fläche-Bilanz aufweisen können. Namhafte Umweltschutzorganisationen plädieren deshalb auch nicht für einen Verzicht von Palmöl, sondern für die Forcierung von öko-sozialen Kriterien bei Anbau, Verarbeitung und Verwendung.

In der „Legauer Erklärung“, die u. a. die Deutsche Umwelthilfe sowie das Südwind Institut für Ökonomie und Ökumene unterstützen, wird darauf hingewiesen, dass Ölpalmen einen sinnvollen Beitrag zur heutigen und zukünftigen Ernährung und Rohstoffversorgung leisten. Entscheidend sei aber, wie diese angebaut werden. Zu den wesentlichen Kriterien muss laut der Erklärung z. B. gehören, dass konsequent keine Rodung von Primärwald sowie der Erhalt intakter Sekundärwälder gewährleistet werden. Auch die agrarische Nutzung von Torfböden muss unterbleiben, um die Treibhausgas-Emissionen zu verringern. Existierende Lebensräume von Tieren und Pflanzen müssen geschützt und gleichzeitig die Tier- sowie Pflanzenvielfalt innerhalb der Anbauregionen gefördert werden. Für die Bäuerinnen, Bauern und Mitarbeitenden auf den Plantagen müssen faire Arbeitsbedingungen und nachprüfbare Sozialstandards angestrebt und umgesetzt werden.

Ganz entscheidend ist für alle geforderten Kriterien, dass eine 100-prozentige Rückverfolgbarkeit des Palmöls bis zum Ursprung erreicht wird. Und in dieser Hinsicht gibt es noch erheblichen Handlungsbedarf zur Optimierung, wie kürzlich eine Greenpeace-Studie bei 14 namhaften Markenherstellern gezeigt hat. Nur ein einziger der überprüften Hersteller, nämlich Ferrero, kann annähernd 100 Prozent des von ihm bezogenen Palmöls transparent bis zur Plantage zurückverfolgen. Dem italienischen Süßwarenhersteller wird von Greenpeace außerdem bescheinigt, dass er sich engagiert für den Wandel der gesamten Industrie einsetzt. Mit Abstrichen ähnlich gut schnitt bei der Studie lediglich noch Nestle ab.

Während Umweltschutzorganisationen unter kontrollierten Voraussetzungen den Einsatz von Palmöl z. B. in der Lebensmittelbranche befürworten, lehnen sie die Verwendung dieses Pflanzenöls für den Energiesektor ab. Der Grund: Die Hoffnung, dass sich durch Beimischungsquoten für Biokraftstoffe der Treibhausgasausstoß im Verkehrssektor senken lässt, hat sich aktuellen Berechnungen zufolge als trügerisch erwiesen.

Supress
Redaktion Ilona Kruchen

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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