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Macht mangelnde Bildung dick?

Ärzte verschweigen die wahren Ursachen

Macht mangelnde Bildung dick?

Foto: Fotolia / ivolodina (No. 6072)

sup.- Die Ernährungsdiskussion kreist um die zentrale Frage, wie Übergewicht entsteht. Ist es der angeblich versteckte Zucker in Nahrungsmitteln? Sorgt die Limo für zusätzliche Pfunde? Brauchen wir Werbeverbote für Kinder oder Strafsteuern? Es gibt viele Angriffe, Forderungen und Skandalisierungen. Ein ernährungsphysiologischer Grundsatz kommt in der Diskussion allerdings nicht vor. Wer mehr Kalorien zu sich nimmt als er durch einen bewegungsarmen Lebensstil verbraucht, lebt mit dem Risiko, übergewichtig zu werden. Mit dieser gesicherten Erkenntnis lassen sich jedoch weder Schlagzeilen machen noch Geld verdienen.

Eine neue Theorie haben jetzt die Verbände der Kinder- und Jugendmediziner aufgestellt. In ihrer Erklärung zum Schutz vor Übergewicht (www.bvkj.de) stehen so markante Sätze wie „Ein zentraler Risikofaktor ist der Bildungsstatus der Eltern.“ Noch eine Aussage: „Bildungsniveau, berufliche Stellung sowie das Haushaltseinkommen entscheiden also wesentlich über die Gesundheit des Kindes.“ Man zitiert in der Erklärung aus der nationalen Kinder- und Jugendgesundheitsuntersuchung des Robert Koch-Instituts (KiGGS) und nennt eine 4,1-fach höhere Adipositas-Häufigkeit für Jungen und ein 4,4-fach höheres Risiko für Mädchen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien. Geschickt verschwiegen wird dabei die kritische Bewertung des Bewegungsverhaltens von Kindern und Jugendlichen in der KiGGS-Studie. Nach dieser Studie erreichen rund 75 Prozent der Mädchen und 70 Prozent der Jungen im Alter von drei bis 17 Jahren nicht die körperliche Aktivität von mindestens 60 Minuten pro Tag. Anfang September 2018 veröffentlichte zudem die WHO eine Studie, die belegt, dass sich 25 Prozent der Erwachsenen weltweit zu wenig bewegen. In Deutschland liegt die Quote sogar über 40 Prozent.

Das Wort Bewegung kommt in der Erklärung der Mediziner nicht vor. Das ist verantwortungslos. Das Kind darf also ruhig vor der Playstation sitzen bleiben oder vom Sofa aus in sozialen Netzwerken unterwegs sein, weil angeblich der fehlende Bildungsabschluss der Eltern und das geringe Haushaltseinkommen die entscheidenden Risikofaktoren für die Zunahme des Körpervolumens sind. Mit ihrer Erklärung sind die Berufsverbände am 18. September 2018 sogar aus der Plattform Ernährung und Bewegung (PEB) ausgetreten. Dies ist ein Zusammenschluss von rund 100 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Hand und der Zivilgesellschaft, die sich aktiv für eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen einsetzen.

Verantwortungsvolle Ärzte werden in ihrer Praxis aber auch künftig Eltern und deren Kindern bei den ersten Speckröllchen den Rat geben, nicht nur vor dem Bildschirm zu sitzen, sondern die Playstation gegen einen Fußball auszutauschen. Wer gemeinsam mit seinem Nachwuchs den Lebensstil insgesamt verbessern und die Familie mobil machen will, findet zahlreiche Tipps im Internet, beispielsweise unter www.pebonline.de sowie www.komm-in-schwung.de.

Supress
Redaktion Andreas Uebbing

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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