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Kostbare Nabelschnur landet oft im Klinikmüll

Wertvolles Therapiepotenzial wird vergeudet

Kostbare Nabelschnur landet oft im Klinikmüll

Grafik: Supress (No. 5910)

sup.- Die Nabelschnur von Säuglingen enthält Millionen von wertvollen Stammzellen, die in dieser vitalen und unbelasteten Qualität im späteren Leben nie wieder vorhanden sind. Diese Stammzellen könnten die Basis für ein wertvolles Therapiepotenzial bilden, vorausgesetzt sie werden entsprechend gesichert und fachgerecht eingelagert, statt einfach im Klinikmüll zu landen. Diese unwiederbringliche Chance zur individuellen Gesundheitsvorsorge für ihr Kind nutzen in Deutschland derzeit aber nur ca. zwei Prozent der werdenden Eltern. „Ungefähr 90 Prozent der Menschen in Deutschland wissen nicht einmal, dass es diese Möglichkeit gibt. Von den zehn Prozent, die die Option kennen, entscheiden sich etwa 20 Prozent für die Einlagerung von Stammzellen“, sagt Dr. Wolfgang Knirsch, Vorstandsvorsitzender von Vita 34, der größten privaten Stammzellbank im deutschsprachigen Raum.

Im EU-Durchschnitt liegt die Einlagerungsquote von Stammzellen aus der Nabelschnur nur bei einem Prozent der Neugeborenen. Wesentlich aufgeschlossener gegenüber dieser Art der Vorsorge für ihr Kind sind z. B. Menschen in Südkorea (15 Prozent) sowie in Singapur, wo sich bereits jedes vierte Elternpaar für ein Stammzelldepot engagiert.

Die Sicherung der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut sowie -gewebe kann bei späteren Erkrankungen nicht nur für das Kind selbst, sondern auch für Familienangehörige eine lebensrettende Investition sein. Jede Zelle hat an ihrer Oberfläche bestimmte Merkmale. Bei der Transplantation von eigenen Stammzellen zu therapeutischen Zwecken akzeptiert das Immunsystem die Zellen ohne Abstoßungsprobleme. Geschwister haben eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass eine vollständige Übereinstimmung der Merkmale und damit kein Abstoßungsrisiko vorliegt.

Schon heute spielt die Stammzelltherapie eine wichtige Rolle z. B. im Rahmen der Behandlung von bestimmten Krebserkrankungen, kindlichen Hirnschäden oder Störungen des blutbildenden Systems. Führende Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass die Stammzelltherapie bereits in absehbarer Zukunft auch bei Volkskrankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, neurologisch degenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer oder Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose einen hohen Stellenwert einnehmen wird.

Supress
Redaktion Ilona Kruchen

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