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Kabale um Hausmüll

oder warum vor ihrem Haus viel bunte Mülltonnen stehen

Kabale um Hausmüll

Getrennte Hausmüllsammlung: Entscheidender Impuls aus Kißlegg

Ein soeben erscheinendes Buch mit dem Titel „Kabale um Hausmüll“ berichtet Überraschendes aus Kißlegg. Es beschreibt eingangs die Anfänge der Getrennten Hausmüllsammlung durch Studien eines Kißlegger Mitbürgers, der Projektleiter im Hause Dornier-System in 1970er Jahren war. Die Untersuchungen waren ursächlich für die heutige Getrenntsammlung anhand von Versuchsdurchführungen in Konstanz. Damals hielt man die Mitarbeit der Bevölkerung zur Rückgewinnung der Wertstoffe aus Hausmüll für unwahrscheinlich. Der Autor bewies das Gegenteil und wurde so zum „Vater“ der Getrenntsammlung in Deutschland – und wegen der führenden Rolle unseres Landes auf diesem Gebiet auch für Europa.

Nachdem die Mitarbeit der Bevölkerung in den Versuchen bewiesen war, trat damals das Problem auf, wie man ein Gemisch aus der Papier- und Glasfraktion maschinell trennen kann. Die Firma Fischer in Ravensburg versuchte es lange mit einem namhaften Lieferanten von verfahrenstechnischen Anlagen, blieb aber erfolglos. Im Buch erfahren wir nun, dass der entscheidende Impuls aus unserer Gemeinde kam! Der Autor verwendete dazu eine alte Dreschmaschine, die in seinem Bauernhaus bei Kißlegg stand sowie einen Kartoffelwäscher seines Nachbarn. Mit dem Wertstoffgemisch Papier / Glas aus einer Getrenntsammlung in Baienfurt zeigte er Fachleuten der Süddeutschen Altglas, Bad Wurzach, wie es geht. Diese staunten nicht schlecht, als auf dem Rüttelboden einer per Handwinde schräg gestellten Dreschmaschine schon bei Handbetrieb das Glas zur Seite kullerte und das Papier auf einem Luftpolster aufschwamm und sich so aussortierte. Dieses Schwingboden-Prinzip war die entscheidende Lösung!

Seine Dreschmaschine wurde für weitere Versuche nach Bad Wurzach abtransportiert und so konnte schließlich die Firma Fischer zusammen mit der Ravensburger Firma Bezner
erfolgreich die weiteren Schritte zur Sortierung von Wertstoffgemischen angehen. Übrigens erhielt er dafür nicht einmal einen Ersatz für seine Dreschmaschine, geschweige denn etwas für seinen entscheidenden Tipp. Ein Nachbar schenkte ihm später ein entsprechendes Dreschmaschinenexemplar, das er übrig hatte.

Das Buch enthält überraschende Fakten eines Kampfes um rationellere Getrenntsammlung aus dem Haifischbecken der Müllbranche sowie tiefe Einblicke in heutiges Geschäftsgebaren von weltweit agierenden Firmen. Sein Mehrkammer-Müllsystem zur kostenminimalen Getrenntsammlung bei gleichzeitig höchster Rücklaufquote von Wertstoffen konnte er vor allem über das Ausland durchsetzen. Seinen Kampf gegen und mit der Branche umreißt das Zitat eines Inhabers eines der größten Müllabfuhrbetriebe in Deutschland: „Wir wollen den Müll mehrfach abfahren und die Bevölkerung soll es zahlen“.

Das Buch ist ein Lehrstück über die Probleme der Getrenntsammlung von Hausmüll, von Innovation und Umweltpolitik sowie über das Patentwesen und damit hochinteressant für uns als Getrenntsammler! Der Autor ist übrigens Vorsitzender des „Erfinderclub Allgäu-Oberschwaben e.V.“, der in unserer Gemeinde im Ochsen jeden letzten Donnerstag im Jahr (außer August und Dezember) um 19 Uhr für jeden Interessierten mit Rat und Tat offen steht.

Der VERRAI-VERLAG ist ein Privatverlag. Die Philosophie des Verlags ist, vielen Manuskripten eine reelle Chance für eine Veröffentlichung im Markt zu ermöglichen.
Gerne publizieren wir Manuskripte, die nicht dem Mainstream entsprechen und einen ungewöhnlichen künstlerischen Anspruch und/oder besondere Informationen anvisieren. Gemeinsam mit den AutorenInnen liefern wir dadurch einen Beitrag zum Pluralismus der Meinungen und zu einer Vielzahl von literarischen Buchtiteln.

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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