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In Sachen Reputationsmanagement hat die Politik die Nase vorn

Von Wahl zu Wahl – Politiker müssen sich ganz besonders um ihren guten Ruf sorgen

In Sachen Reputationsmanagement hat die Politik die Nase vorn

Politiker müssen sich dem Wählervotum stellen. (Bildquelle: © kartoxjm – Fotolia)

BADEN-BADEN / KARLSRUHE / BONN. In Sachen Reputationsmanagement hat die Politik die Nase vorn. „Das ist auch kein Wunder – schließlich müssen sich Politiker immer wieder dem Wählervotum stellen. Unternehmen haben Anspruchsgruppen (Stakeholder), Politiker haben Wähler. In der Politik ist beides wichtig – Bekanntheit und eine gute Reputation. Das Problem – je höher die Popularität, umso größer die Gefahr, dass schlechte, rufschädigende Inhalte auftauchen. Ein schlechter Ruf hat unmittelbare Auswirkungen auf die Akzeptanz in der Bevölkerung. Mechanismen, die in der Politik zur Imagepflege angewendet werden, können oft Einzug halten in die Unternehmenskommunikation“, meint der Marketing-Experte Dr. Thomas Bippes aus Karlsruhe, der viele Jahre lang unter anderem die Pressestelle einer Landtagsfraktion geleitet hat.

Reputationsmanagement: Ruf eines Unternehmens langfristig bewahren und gestalten

Zwischen zwei Landtagswahlen liegen in der Regel fünf Jahre, zwischen zwei Bundestagswahlen derzeit noch vier. „Nicht nur die kleine Auswahl der Spitzenkandidaten, sondern jeder einzelne Angeordnete sieht die Zeit, die er im Parlament verbringen will, als große, oft tägliche Bewährungsprobe an. Sich bekannt machen, Akzeptanz finden in der Bevölkerung, die Kommunikation mit den Wählerinnen und Wählern immer weiter verbessern, die eigene Anhängerschaft auf besondere Weise pflegen – die tägliche Herausforderung eines Politikers. Die Marketinginstrumente werden immer differenzierter. Politiker kommunizieren auf allen Kanälen. Ich erinnere mich an die Verabschiedung eines ehemaligen Pressesprechers des Bundesministeriums der Verteidigung in den Ruhestand. Ich arbeitete damals im Presse- und Informationsstab des Ministeriums in Bonn. Damals, so der Ministerialbeamte in seiner Abschiedsrede, konnte die Veröffentlichung einer Pressemitteilung schon mal mehrere Tage für sich in Anspruch nehmen. Nicht selten ließ er sich – mit mehreren Kopien der Mitteilung in der Mappe – mit der Fahrbereitschaft vom Bonner Hardtberg ins Regierungsviertel lenken. Er besuchte persönlich den einen oder anderen Korrespondenten, schaute bei den Agenturen vorbei. Heutzutage undenkbar. Pressemitteilungen müssen innerhalb von Minuten geschrieben und abgestimmt werden. Moderne Kommunikationsmittel helfen dabei. Die Texte werden unterschiedlich aufbereitet maximal versendet – über E-Mail-Verteiler, Online-Medien, Social-Media-Kanäle, die eigene Webseite. Es werden Bilder, oft auch Videos eingebunden, Verlinkungen geschaffen. Marketing ist heute keine Einbahnstraße. Es sind nicht nur Vertreter von Presse, Hörfunk und Fernsehen, die um eine Stellungnahme bitten oder Nachfragen haben. Politiker kommunizieren, diskutieren immer häufiger mit dem interessierten Bürger. Über Push-Funktionen signalisiert er dem Empfänger, dass eine neue Botschaft versendet wurde und bittet zum Gespräch. Bürgersprechstunden finden online statt. Letztlich profitiert auch die Demokratie von dieser Entwicklung,“ findet Dr. Thomas Bippes.

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Andreas Bippes
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