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Folgen eines Schlaganfalls effektiv begrenzen

Stammzellen aktivieren abgestorbene Hirnareale

Folgen eines Schlaganfalls effektiv begrenzen

Foto: Fotolia / Sebastian Kaulitzki (No. 5962)

sup.- Rund 500.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Schlaganfall. Etwa acht von zehn Betroffenen sind über 60 Jahre alt. Die langfristigen Konsequenzen eines Schlaganfalls, auch Hirninfarkt genannt, zählen zu den Hauptursachen für Behinderung und Pflegebedürftigkeit im Alter. Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr mit Blut und entsprechend auch nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Das hat zur Folge, dass viele Nervenzellen in dem betroffenen Gebiet absterben. Ziel der akuten Schlaganfall-Therapie ist es, die Durchblutung und Sauerstoffversorgung der betroffenen Hirnregion so schnell wie möglich wiederherzustellen, damit möglichst wenig Hirngewebe Schaden nimmt. Doch bereits während des Hirninfarktes abgestorbene Nervenzellen galten bislang als unwiederbringlich verloren, was für den Patienten je nach Schwere des Schlaganfalls lebenslang erhebliche Beeinträchtigungen nach sich zieht.

Jetzt haben sich vielversprechende Perspektiven eröffnet, dass diese Schädigungen künftig teilweise rückgängig gemacht werden können: Forschern aus den USA ist es im Tierversuch nach einem simulierten Schlaganfall bei Mäusen gelungen, durch die Injektion von Stammzellen kombiniert mit einem speziellen Protein abgestorbene Hirnareale wieder zu aktivieren. Das Team um Prof. Berislav Zlokovic von der Universität in Südkalifornien (Los Angeles) berichtet in dem anerkannten Fachjournal „Nature Medicine“, dass die Stammzellen sich in Nervenzellen verwandelten. Diese Zellen nahmen auch nachweisbar Verbindungen zu anderen Nervenzellen auf, die den Schlaganfall überlebt hatten. Es gelang den Forschern nach einiger Zeit sogar, die neu gebildeten Nervenzellen durch Reize an den Pfoten zu stimulieren. Die amerikanischen Wissenschaftler gehen davon aus, diese vielversprechende Therapieoption zur Minderung der Folgen eines Schlaganfalls schon bald in einer ersten klinischen Studie mit Menschen bestätigen zu können.

Maßgeblich für medizinische Anwendungen von Stammzellen ist es, eine Abstoßung der transplantierten Zellen zu verhindern. Im Tierversuch wurde dieses Ziel durch die Gabe von Immunsuppressiva angestrebt. Das Abstoßungs-Risiko kann jedoch umgangen werden, wenn die Möglichkeit besteht, dass Patienten mit Präparaten aus eigenen Stammzellen behandelt werden. Optimale Basis hierfür wäre ein Stammzelldepot, das bei der Geburt des Patienten aus dessen Nabelschnur gewonnen wurde. Für diese Form der zukunftsweisenden Gesundheitsvorsorge für ihr Kind entscheiden sich in Deutschland allerdings bislang erst ca. zwei Prozent der werdenden Eltern.

Supress
Redaktion Andreas Uebbing

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