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Dringender Aufruf nach politischen Reformen

Europas Biotech-Branche am entscheidenden Wendepunkt – Zeit, bei der Innovation den Schritt von der Theorie zur Praxis zu machen

Dringender Aufruf nach politischen Reformen

Rainer Westermann, Vorsitzender der Life Sciences Acceleration Alliance (LSAA)

München, 27. April 2026 – Auf der Grundlage laufender Gespräche mit Forschern, Unternehmern, Investoren und politischen Entscheidungsträgern warnt die Life Sciences Acceleration Alliance (LSAA), dass eine anhaltende Priorisierung von Sparsamkeit dazu führt, dass Innovation lediglich als Kostenfaktor und nicht als entscheidender Motor für Wirtschaft und Gesundheit betrachtet wird. Dies steht im Gegensatz zu soliden Strategien in Märkten wie den USA, China, Japan und dem Nahen Osten, wo die Biowissenschaften als strategische Investitionen priorisiert werden.

In der EU besteht eine besorgniserregende Diskrepanz zwischen ehrgeizigen Zielen und zeitnahen Maßnahmen. Angesichts der aktuellen Diskussionen, viele europäische Gesundheitssysteme umzustrukturieren, die mit steigenden Kosten und Ineffizienzen zu kämpfen haben, muss unbedingt betont werden, dass Innovation ein gemeinsames Ziel bleiben muss. Europa muss sich darauf konzentrieren, bei medizinischen Fortschritten eine Vorreiterrolle einzunehmen. Das muss sich in den derzeitigen Ansätzen bei Preisgestaltung, Regulierung und Investitionen widerspiegeln. Andernfalls riskieren wir, den Fortschritt zu bremsen, den Zugang für Patienten zu verzögern und die globale Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents zu untergraben.

Externe Faktoren, wie die neue US-Politik, die Arzneimittelpreise an internationale Referenzwerte koppelt, verstärken den Druck und zwingen Europa dazu, langjährige strukturelle Probleme in Angriff zu nehmen.

Aktueller Stand der Bio-Technologie-Innovation in Europa: Herausforderungen und Chancen:

-Zugangsbarrieren für Patienten: Innovative Therapien, darunter fortschrittliche Krebsbehandlungen und Gentherapien, erreichen europäische Patienten aufgrund verzögerter Zulassungen und Lieferengpässen erst später – oder gar nicht.

-Verlagerung zentraler Aktivitäten: Klinische Studien, die Produktion und die Wertschöpfung verlagern sich zunehmend ins Ausland, was auf aggressive Preiskontrollen, Preisrückforderungen und eine übermäßige Abhängigkeit von staatlichen Eingriffen zurückzuführen ist. Dies hat zu Schwachstellen geführt, darunter eine starke Abhängigkeit von außereuropäischen Bezugsquellen für pharmazeutische Wirkstoffe.

-Globale Herausforderungen und Widersprüche: Maßnahmen zur Kostensenkung machen Europa ungewollt zu einem Referenzpunkt für Niedrigpreise in globalen Handelsgesprächen, was den Exporten schaden und Industrieinvestitionen in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld abschrecken könnte.

-Stärken: Europa ist nach wie vor eine Hochburg der Grundlagenforschung, wobei herausragende Unternehmen wie BioNTech und Evotec bahnbrechende Fortschritte bei der Bekämpfung schwerer Krankheiten vorantreiben. Um dies aufrechtzuerhalten, bedarf es jedoch mehr als nur wissenschaftlicher Talente. Es erfordert eine angemessene Vergütung, Planungssicherheit und geeignete industrielle Rahmenbedingungen.

-Weiterreichende Auswirkungen: Ohne Veränderungen läuft Europa Gefahr, die globale Kluft im Gesundheitswesen zu vertiefen, wo Innovationen in förderlichen Märkten florieren, während in überregulierten Märkten die Versorgungsengpässe zunehmen. Das beeinträchtigt letztlich die Behandlungsergebnisse für Patienten und das Wirtschaftswachstum.

Die LSAA fordert sofortige, mutige Reformen, um diesen Trend umzukehren und Europa als Vorreiter im Bereich Biotechnologie zu positionieren:

-Faire Bewertung von Innovationen: Die Preis- und Erstattungssysteme müssen überarbeitet werden, um bahnbrechende Errungenschaften zu belohnen, anstatt sie zu benachteiligen.

-Optimierte Prozesse: Die Gesundheitstechnologiebewertung (HTA) muss beschleunigt, eine echte Marktharmonisierung gefördert und die Fragmentierung zwischen den Mitgliedstaaten verringert werden.

-Umdenken: Die Biowissenschaften müssen als langfristige Investition in Gesundheit und Wohlstand anerkannt werden, nicht nur als Posten im Haushalt.

-Aufbau von Resilienz: Die Rückverlagerung der Produktion, die Sicherung der Lieferketten und die einen stärkeren Schutz geistigen Eigentums muss priorisiert werden, um Investitionen anzuziehen.

-Kapitalmobilisierung: Private Finanzierungen durch groß angelegte Risikokapitalmechanismen und ein einheitlicher europäischer Kapitalmarkt müssen gefördert werden, ergänzend zu öffentlichen Maßnahmen wie der 10-Milliarden-Euro-Initiative der Europäischen Investitionsbank für 2026-27.

Zitat von Rainer Westermann, Vorsitzender der LSAA:

„Europa bekennt sich in Worten zur Innovation, bestraft sie aber in der Praxis. Wenn wir bahnbrechende Errungenschaften weiterhin durch kurzsichtige Politik abwerten, verlieren wir nicht nur Investitionen, sondern auch unsere medizinische Zukunft. Die Patienten verdienen Besseres. Es ist an der Zeit, dass Brüssel, Berlin und andere Entscheidungsträger entschlossen handeln, um die Innovation, die den Fortschritt vorantreibt, zu ermöglichen und zu belohnen.“

Über die Life Sciences Acceleration Alliance (LSAA)

Die Life Sciences Acceleration Alliance (LSAA) wurde 2021 gegründet, um Europas Innovationskraft im Bereich Biowissenschaften zu stärken. Sie vereint Investoren, Unternehmen und politische Entscheidungsträger mit dem Ziel, Rahmenbedingungen für eine nachhaltige, investitionsfreundliche und international wettbewerbsfähige Life-Sciences-Industrie in Europa zu schaffen.

Firmenkontakt
Life Sciences Acceleration Alliance e.V.
Rainer Westermann
St.-Martin-Straße 102
81669 München
+49 8761 7272 407

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