Digitale Medien beeinflussen Kinder-Entwicklung

Hoher Konsum schadet der Gesundheit

Foto: Fotolia / georgerudy (No. 5847)

sup.- Kinder- und Jugendärzte warnen angesichts neuer Studienresultate, dass erhebliche Missbrauchstendenzen im Umgang mit digitalen Medien unter Kindern und Jugendlichen zu verzeichnen sind. „Den riesigen Chancen und Möglichkeiten steht als Gefahr der fehlende Erwerb einer Medienkompetenz gegenüber“, so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Zu diesem Ergebnis kommen erste Auswertungen von über 3.000 Daten der BLIKK Medien-Studie, mit der auf Initiative des BVKJ das Mediennutzungsverhalten von Kindern bis 14 Jahren bei den Kids selbst bzw. bei deren Eltern in 84 Arztpraxen erfragt wurde. Die Analyse zeigt bei Heranwachsenden im Alter bis zu sechs Jahren einen klaren Zusammenhang zwischen Sprachentwicklungs-Störungen und der Nutzungsdauer von digitalen Medien. 75 Prozent der Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren verwenden der Studie zufolge bereits bis zu 30 Minuten täglich das Handy ihrer Eltern, um Spiele auszuprobieren oder Fotos anzuschauen.

Im Alter von zwölf Jahren besitzen nach Angaben des Branchenverbands Bitcom schon 85 Prozent der Jugendlichen ein eigenes Smartphone. Auch bei Schulkindern wirkt sich ein zu hoher Konsum von bildgestützten Medien eindeutig negativ auf die Entwicklung aus. Als Folgen nennt die BLIKK-Studie das vermehrte Auftreten von schlechten schulischen Leistungen, ADHS und sozial bedingten Auffälligkeiten, zudem Schlaf- und Angststörungen sowie Übergewicht.

Aus den nun erstmals gut belegten Erkenntnissen zu den erheblichen Auswirkungen von extremem Medienkonsum müssen Konsequenzen gezogen werden. Diese Forderung hat Dr. Uwe Büsching, Sprecher des BVKJ-Ausschusses Jugendmedizin auf dem Jugendmedizinkongress in Weimar (März 2017) gestellt. Beim Thema Medienerziehung seien nicht nur die Eltern in der Pflicht, auch die Ärzte sollten im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen das weit verbreitete Problem der zu intensiven Beschäftigung mit digitalen Medien ansprechen, da es nachweislich zu gesundheitlichen Problemen führt.

Insbesondere die körperliche Alltags-Aktivität ist bei Kindern und Jugendlichen bedingt durch die hohe Attraktivität der neuen Medien seit vielen Jahren deutlich geringer geworden. Untersuchungen haben ergeben, dass mittlerweile weniger als die Hälfte der Sechs- bis Zwölfjährigen in Deutschland die WHO-Minimalanforderung von täglich einer Stunde moderater bis intensiver körperlicher Anstrengung erfüllt. Doch während die schulischen Leistungen von Eltern meist sehr genau beobachtet werden, ist der Stellenwert eines bewegungsfreudigen Lebensstils für physisch, psychisch sowie sozial gesundes Heranwachsen vielen Erziehungsberechtigten kaum bewusst. Deshalb gehört die Sensibilisierung der Eltern für die hohe Bedeutung von körperlicher Aktivität für ihren Nachwuchs ebenfalls zu den Aufgaben der Kinder- und Jugendärzte. Anregungen und Tipps, wie Kids zu mehr Bewegung im Alltag motiviert werden können, geben Experten z. B. auf dem Ratgeber-Portal www.komm-in-schwung.de.

Supress
Redaktion Ilona Kruchen

Kontakt
Supress
Ilona Kruchen
Alt-Heerdt 22
40549 Düsseldorf
0211/555548
redaktion@supress-redaktion.de
http://www.supress-redaktion.de

Hasselwander-PR

PR-Neuigkeiten: Das individuelle Partnernetzwerk

Recent Posts

Forschungszulage – Innovation steuerlich fördern lassen

Forschung und Entwicklung findet längst nicht mehr nur in Laboren großer Industriekonzerne statt. Auch mittelständische…

6 Stunden ago

KI-Sicherheit: Wie Sie KI im Unternehmen nutzen und sensible Daten schützen

KI-Sicherheit: KI-Chancen nutzen - Cyberrisiken reduzierenSchnell zusammengefasst – und schnell weitergegeben Montagmorgen, kurz vor dem…

6 Stunden ago

SPS 2026: Moxa zeigt Lösungen für den einfacheren Aufbau und Betrieb sicherer OT-Netzwerke

Halle 5, Stand 419 (Bildquelle: @Moxa)München, 12. Oktober 2026 — Moxa Inc. (https://www.moxa.com/en), ein führender…

6 Stunden ago

Hotel Investments AG: Bestandshalter, Käufer und Investor für Hotelimmobilien

Hotel Investments AG baut Hotelportfolio im DACH-Raum weiter aus (Deutschland, Österreich und Schweiz) Hotel Investments…

8 Stunden ago

Wer keine Grenzen setzt, zahlt später den Preis

In Podcastfolge 3255 von „Ergebnisorientiert“ spricht Ernst Crameri darüber, warum klare Werte und konsequente Grenzen…

10 Stunden ago

TerraStereo und 3D PluraView: LiDAR-Punktwolken präzise in Stereo prüfen

Stereoskopische 3D-Visualisierung unterstützt Qualitätskontrolle, Merkmalsextraktion und Planung in anspruchsvollen Geodaten-Workflows TerraStereo und 3D PluraView ermöglichen…

12 Stunden ago