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Die Sitzzeiten der Deutschen

Je jünger, desto länger

Die Sitzzeiten der Deutschen

Grafik: komm-in-schwung.de (No. 5638)

sup.- Verkehrte Welt: Noch vor zwei bis drei Generationen galt mit großer Selbstverständlichkeit, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene körperlich mit Abstand aktiver waren als ältere Menschen. Das hing allein schon mit der altersbedingten physiologischen Kondition zusammen, die mit den Jahren bekanntermaßen eher rückläufig ist. Diese Entwicklung von der bewegungsfreudigen Kindheit hin zum ruhiger werdenden Leben als Senior hat sich nahezu umgedreht. Das zeigt der von der DKV und dem Zentrum für Gesundheit durch Sport und Bewegung der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) herausgegebene Report „Wie gesund lebt Deutschland“ 2016.

Der repräsentativen Umfrage zufolge gehört stundenlanges Sitzen bei der Arbeit, auf dem Weg dorthin sowie in der Freizeit heute zum Alltag der meisten Deutschen. Im Schnitt verbringt jeder Bundesbürger etwa 7,5 Stunden pro Tag im Sitzen. Auffällig ist dabei: Die Auswertung nach Altersgruppen offenbart, dass die Sitzzeiten der 18- bis 29-Jährigen mit einem medianen Durchschnittswert von neun Stunden mit Abstand am höchsten sind. Die Detail-Analyse ergibt, dass bei jungen Erwachsenen im Vergleich zu allen anderen Altersgruppen die Sitzzeiten für den Transport, bei der Arbeit sowie bei der Computer-Nutzung in der Freizeit am längsten sind. Lediglich in den Bereichen des Fernsehens und der sonstigen Freizeit kommen Senioren, bei denen Sitzzeiten während der Arbeit entfallen, auf höhere Sitzzeiten.

Der DKV-Report macht deutlich, dass sich schon die jungen Erwachsenen einen Lebensstil angewöhnt haben, der langfristig negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit erwarten lässt. Besonders alarmierend: Dieser Trend trifft bereits auf Kinder und Jugendliche zu. Laut der europäischen HELENA-Studie verbringt der Nachwuchs im Schnitt täglich 9,1 Stunden im Sitzen, das entspricht etwa 70 Prozent seiner Wachzeit.

Forschungsergebnisse zeigen u. a. klare Zusammenhänge zwischen hohen Sitzzeiten und einer Steigerung der Wahrscheinlichkeit für Übergewicht, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. „Mangelnde Bewegung und lange Sitzzeiten sind Risikofaktoren, die in unserer Gesellschaft immer noch viel zu wenig beachtet werden“, warnt Prof. Ingo Froböse von der DSHS. Da die Grundlagen für einen körperlich aktiven Lebensstil in jungen Jahren gebildet werden, sind in dieser Hinsicht insbesondere auch die Eltern gefordert. Am besten können Kinder und Jugendliche über die Vorbildfunktion für einen bewegungsfreudigen Alltag begeistert werden. Genau daran hapert es jedoch bei vielen jungen Müttern und Vätern entscheidend – ein Umdenken muss also bei der ganzen Familie beginnen.

Supress
Redaktion Ilona Kruchen

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