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Darlehensvermittlung – Die Erfolgsgeschichte eines mutmaßlichen Betrüger-Clans

GoMoPa.net – Transparenz in Sachen Wirtschaft und Finanzen

Man kann nur ungläubig den Kopf darüber schütteln, dass es bei den angeblichen Darlehensvermittlern über 10 Jahre gelingt, Investoren hinzuhalten und, statt Auszahlungen zu leisten, nur noch mehr Gelder zu akquirieren. Am Beispiel eines Betroffenen, der anonym bleiben möchte (wir nennen ihn B.), kann der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net nun ein paar der Rätsel (zum Beispiel gefälschte Bankauskünfte – siehe Ausriss) aufdecken, wie es den Vermittlern und ihrem undurchsichtigen Netzwerk aus Vermittlern, Partnern und Firmen gelingt, gutgläubige Investoren bei der Stange zu halten.

Sie tun es immer noch. Die Vermittler aus der Türkei sammeln nach wie vor unter dem Vorwand, versprochene Darlehensauszahlungen einzuleiten, Gelder und Gebühren von betrogenen Investoren ein. Investor B. erging es wie auch schon anderen GoMoPa.net-Lesern vor ihm: Für ein geplantes Wohnbauprojekt suchte er Finanzierungsmöglichkeiten und landete schließlich über internationale Netzwerkkontakte bei einem Vermittler der Darlehensprodukte aus der Schweiz. Der Darlehensgeber sollte angeblich ein Herr aus dem türkischen Teil von Zypern sein, der wiederum die Darlehensgeschäfte über die beiden türkischen Vermittler an deutsche, schweizerische und österreichische Vermittler abwickeln ließ. Das Darlehensmodell war nicht neu und hatte zumindest in der Vergangenheit sogar mit seriösen Banken funktioniert.

Das war B. bekannt, und er wusste um dessen Attraktivität: Von der vereinbarten Darlehenssumme sollten etwa 30 Prozent in einer hochverzinste Versicherung fließen. Diese so angelegte Tilgungssumme würde sich über die Zinsen innerhalb von 12 Jahren verdoppeln, in 20 Jahren das Darlehen dann sogar vollständig auf einen Schlag tilgen können. In den 1990igern hatten österreichische Banken dieses Modell ganz normal vertrieben, damals wurde die Tilgung über abgeschlossene Lebensversicherungen mit 6 Prozent Zinsen veranschlagt. Als die Lebensversicherungszinsen in den Keller gingen, stellten die österreichischen Banken das Finanzierungsmodell mit endfälligen Tilgungen über Lebensversicherungen trotz der lukrativen Provisionen von den Versicherern ein. Bis heute sind die damaligen Zinsen auf Lebensversicherungen Wunschdenken.

Dennoch behaupteten die beiden Vermittler, sie könnten das Modell der endfälligen Kredittilgung wiederbeleben. Beispielsweise mit englischen oder anderen ausländischen Versicherungen. Allerdings blieb es bis heute bei dieser Behauptung, die Herren lieferten keinen Beweis, dass solche Zinsen am Markt zu erzielen seien, so dass man aus einem Drittel der Kreditsumme nach 20 Jahren eine Selbsttilgung des Kredites erreichen könnte. Aber, weil das Kreditmodell in der Vergangenheit schon mal funktioniert hatte, ließen sich selbst gestandene Steuerberater, Bauträger und Autohändler auf die Wiederauferstehungs-Idee ein. Zumal die Vermittler die Kreditinteressenten persönlich in Hotels in der Türkei zu einem Treffen empfingen. Und die Konditionen klangen zunächst ganz moderat: 1Prozent der Darlehenssumme sollte als Vorschuss für Bearbeitungsgebühren und Notarkosten gezahlt werden, dann sollte dem Darlehen nichts mehr im Wege stehen, hieß es. Wie sollten die Interessenten auch ahnen, dass die Versprechungen in den unzähligen E-Mails und die Bestätigungen von Banken nur ein Fake waren?

Bis heute ist kein einziger Fall bekannt geworden, dass die Herren jemals einen Kredit zur Auszahlung gebracht hätten. Wie GoMoPa.net aus den vorliegenden E-Mail-Ausschnitten herauslesen kann, waren die Begründungen für Verzögerungen stets die gleichen: Zunächst konnten die Vermittler persönlich nichts dafür, das Problem lag immer woanders. Bevorzugt bei den Banken verschiedenster Länder, zu denen die Gelder transferiert worden seien und die noch einige Tage für die Bearbeitung bräuchten. Zudem habe man noch weitere Konten eröffnen können, habe auch selbst dort hinreisen und Termine und Orte für die Auszahlung mit den Kunden festlegen können und und und …

Doch mit solchen billigen Taschenspielertricks lassen sich Investoren, die auf einen Kredit warten, nicht wirklich ein ganzes Jahrzehnt hinhalten. Das System war viel ausgeklügelter und raffinierter als das von anderen Kreditvorkosten-Abzockern. In der Rückschau lassen sich drei kreative Hinhalte-Techniken des Clans ausmachen. Mehr erfahren Sie in der Exclusiv-Meldung beim Finanznachrichtendienst GoMoPa.net

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