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Ärztedichte in Deutschland: Landärztegesetz verfehlt sein Ziel

Das 2012 in Kraft getretene Landärztegesetz ändert wenig an der ungerechten Ärzteverteilung zwischen Stadt und Land. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Faktencheck Gesundheit der Bertelsmann Stiftung. Zwar wird die Versorgung mit Allgemeinmedizinern leicht verbessert, aber nicht einmal in jedem zweiten Landkreis wird eine bedarfsgerechte Ärzteverteilung erreicht.

Ungleiche Ärzteverteilung zwischen Stadt und Land bleibt bestehen
Das Landärztegesetz sollte dabei helfen, die Ärztedichte in dünn besiedelten Regionen zu erhöhen. „Im Wesentlichen verfehlt das Landärztegesetz dieses Ziel“, sagte Dr. Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte des Faktencheck Gesundheit der Bertelsmann Stiftung. Die neue Bedarfsplanung zur Ärzteverteilung, die Teil des Landärztegesetzes ist, löst vor allem bei der Versorgung mit Fachärzten ihr Versprechen nicht ein: Weiterhin praktiziert etwa ein Drittel der Kinder-, Frauen- und Augenärzte in Großstädten, obwohl hier nur ein Viertel der Bevölkerung lebt.

Schieflage bei Kinderärzten weitet sich aus
Nach Umsetzung der neuen Bedarfspläne sinkt die Anzahl der Kreise mit angemessener Ärztedichte bei Kinderärzten von aktuell 106 auf 89. Statt derzeit 14 wären künftig 38 Kreise deutlich unterdurchschnittlich mit Kinderärzten versorgt, während die Zahl der deutlich überdurchschnittlich versorgten Kreise von 15 auf 23 steigt. Nach den neuen Planungen deckt sich die Ärztedichte nur in 25 Prozent der Kreise (aktuell: 30 Prozent) mit dem Bedarf an Kinderärzten. Bei den Frauenärzten liegt die Übereinstimmung mit nur 18 Prozent noch darunter (aktuell: 19 Prozent).

Neue Bundesländer werden benachteiligt
Zusätzlich verschärfen die neuen Pläne die ungerechte Ärzteverteilung zwischen den alten und neuen Bundesländern. So werden beispielsweise in Baden-Württemberg überdurchschnittlich viele Gynäkologen vorgesehen – in 17 von 44 Kreisen liegt die Ärztedichte deutlich über dem Bedarf. Der Osten Deutschlands bleibt hingegen mit Frauenärzten deutlich unterdurchschnittlich versorgt. 16 von 23 Kreisen in Thüringen sind betroffen.

Ärzteverteilung bei Allgemeinmedizinern leicht verbessert
Bei der Ärzteverteilung der Allgemeinmediziner führt die neue Planung zwar zu einer Verbesserung, dennoch bleiben mehr als die Hälfte der Landkreise unangemessen versorgt. Die Übereinstimmung von Planung und Bedarf steigt von knapp 19 auf mehr als 46 Prozent. Ein Grund für die Verbesserung ist, dass bundesweit einheitlich festgelegt wurde, wie viele Einwohner auf einen Allgemeinmediziner kommen sollen. Bei den Fachärzten hingegen räumt das Landärztegesetz den Städten nach wie vor einen besseren Versorgungsschlüssel ein. Auf einen Kinderarzt in der Stadt kommen 2.405 Kinder, während er auf dem Land für 3.859 Kinder zuständig ist. Die Bertelsmann Stiftung spricht sich deshalb dafür aus, auch bei den Fachärzten die Verhältniszahlen zwischen Einwohner und Arzt anzugleichen.

Die Studie zur Ärztedichte wurde vom Berliner Forschungsinstitut IGES im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt. Untersucht wurde die aktuelle und geplante Ärzteverteilung laut Bedarfsplanung von Haus-, Kinder-, Frauen- und Augenärzten auf regionaler Ebene. Die komplette Studie findet sich auf www.faktencheck-ärztedichte.de . Auf interaktiven Karten lassen sich die Planungen für die Fachärzte ablesen und vergleichen

Presseagentur für Medizinthemen

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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