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Wo der „Miasmann“ Stärke zeigt

Am 26.01.2014 findet wieder das traditionelle „Fisser Blochziehen“ statt

Wo der

Moosmann Fisser Blochziehen

Fasnachtsbräuche gibt es in der Regel in jedem Jahr an einem bestimmten Termin. Das „Fisser Blochziehen“, einer der berühmtesten Fasnachtsbräuche im Alpenraum, macht sich hingegen rar: Es findet nur alle vier Jahre in der Tiroler Ferienregion Serfaus-Fiss-Ladis statt. Und alle vier Jahre wechselt auch seine Leitfigur.

Im Allgemeinen haben Fasnachtsbräuche eine über Jahrhunderte gleichbleibende Dramaturgie. Die in historischen Masken und Kostümen handelnden Akteure, die meist den Widerstreit zwischen Gut und Böse darstellen, sind immer gleich. Das nur alle vier Jahre stattfindende „Blochziehen“ im Tiroler Dorf Fiss weicht von diesem Schema deutlich ab: Die Leitfigur ist jedes Mal eine andere. Stand im Jahr 2010 der „Bajatzl“, eine schelmische Figur, im Zentrum des Geschehens, so übernimmt am 26.01.2014 der „Miasmann“ die führende Rolle. Der Begriff bedeutet so viel wie „Moosmann“ oder „Wilder Mann“, die Rolle wird denn auch von einem besonders großen und starken Burschen aus Fiss übernommen.

Das „Blochziehen“, das seit 2011 in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO in Österreich aufgenommen ist, geht auf einen Fisser Brauch zurück, bei dem ein 35 Meter langer Zirbenstamm durch das Dorf gezogen wird. Er steht symbolisch für einen Pflug, der die Felder zur Aussaat aufbricht und damit den Frühling einläutet. Das Einfangen des „Miasmann“ beginnt mit der Rede eines „Schallners“, der erzählt, wer dieser ist – im Wortlaut: „Das ist der große, wilde Mann aus alter, grauer Zeit, bei Moos, Wasser und Schwämmen hier im Walde aufgewachsen. An Stärke ohnegleichen können zehn von Euch mit ihm sich nicht vergleichen, aber wir halten ihn gut gefangen, dass er kann nicht zu Euch gelangen, sonst könnte es kosten manchen Kopf und mancher Jungfrau ihren Zopf“. Anschließend wird der „Miasmann“ mit einer Kette und zusammen mit einem Bären an die Deichsel gespannt, damit der wilde Geselle in Tateinheit mit seinem kräftigen Helfer den Bloch durch das Dorf zieht.

Doch wie im richtigen Leben klappt dabei nicht alles wie gedacht. Der „Miasmann“, der die Urkraft der Natur verkörpert, verträgt sich nämlich nicht mit dem Bären. So haben der Bärentreiber und der Fuhrmann, die zur Beaufsichtigung der wilden Gesellen eingeteilt sind, ihre liebe Not, Ruhe und Ordnung zu schaffen und das Ziehen des Stamms einigermaßen in Gang zu halten. Doch damit nicht genug: Auch andere subversive Gestalten treiben ihr Unwesen, so beispielsweise die Hexen, die ständig versuchen den „Miasmann“ und den Bären von der Kette zu befreien, um damit den Fortgang des Zugs zu stören. Das alles geschieht zur höchsten Erheiterung des Publikums, das sich auch über die bunten bis schaurigen Masken der „Mohrelen“ und „Schallner“ und die Musikkapelle freut, die dem Treiben voran schreitet.

Beim „Fisser Blochziehen“ werden wieder über 10.000 Zuschauer erwartet. Der Zug startet am 26.01.2014 um 12.30 Uhr am Kulturhaus in Fiss und endet am Fonnesplatz, wo der Bloch durch den Bürgermeister versteigert wird. Mehr Informationen auch unter www.blochziehen.at.

Weitere Informationen
Serfaus-Fiss-Ladis Information, A-6534 Serfaus/Tirol, Telefon 0043-5476-6239, Fax 0043-5476-6813, info@serfaus-fiss-ladis.at, www.serfaus-fiss-ladis.at.

Bildrechte: Serfaus-Fiss-Ladis Fotoquelle Andreas Kirschner

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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