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Hochleistung bei Musikern und Tänzern: Sensorbasierte Funktionsdiagnostik hilft Verletzungen aufzuspüren und vorzubeugen

41. GOTS Kongress, 11.-13. Juni 2026, Osnabrück

Hochleistung bei Musikern und Tänzern:  Sensorbasierte Funktionsdiagnostik hilft Verletzungen aufzuspüren und vorzubeugen

Wir alle kennen die Bilder von stürzenden Profi-Fußballern auf dem Spielfeld und halten in diesen Minuten den Atem an, angesichts der Verletzungen, die sich Athleten immer wieder zuziehen. Doch es gibt auch Hochleistung jenseits des Sports. Profis auf der Bühne, die täglich stundenlang hart trainieren oder Auftritte haben. Auch sie ziehen sich Verletzungen, häufig durch enorme Überlastungen zu. Um diese zu erkennen, wurde die Diagnostik immer weiter verfeinert. Was es mit der sensorbasierten Bewegungsanalyse auf sich hat und wer davon profitiert – darüber referiert Prof. Dr. Dirk Möller, Schwerpunkt angewandte Bewegungsanalyse und Clinical Reasoning, Hochschule Osnabrück, auf dem 41. Jahreskongress der GOTS in Osnabrück.

Darstellende Berufs-Künstler, wie Musiker, Instrumentalisten, Sänger, Berufssprecher oder Tänzer trainieren oft vier bis sieben Stunden am Tag in unphysiologischen Körper-Haltungen. Dazu haben sie dann noch Vorstellungen. Viele beginnen im frühesten Kindesalter, mit 18/19 haben diese Künstler bereits Zehntausende Übungsstunden hinter sich und müssen oft bis 60/70 durchhalten, da ihr Verdienst bei Weitem nicht so hoch ist, wie im Leistungssport.
Geht man zu einem Konzert, sieht man lächelnde Musiker in schicken Anzügen im Orchester, die perfekt Musik spielen. Doch es steckt nicht nur viel Arbeit dahinter, sondern auch ein ständiger Kampf mit Muskeln, Sehnen, Bändern, mit Wirbelsäule und Gelenken. Dazu kommt der berufliche Druck, Leistung und den perfekten Klang bringen zu müssen.
„Diese Künstler sind extrem hohen Belastungen ausgesetzt, an Verletzungen denkt in diesem Bereich jedoch niemand“, sagt Prof. Möller. Und weiter: „Am Orchestergraben sieht man keinen Mediziner oder Physiotherapeuten, wie am Spielfeldrand. In der Künstler-Branche ist es immer noch nicht ´normal´, verletzt zu sein. Ein Solist darf schon gar nicht ausfallen, aber auch alle anderen bangen um die Karriere, die Aufträge, den Job. Länger krank sein, bedeutet bei hoher Konkurrenz schneller raus zu sein.“

Exaktes Messen der Belastungen in der „Musiker-Sprechstunde“

Einseitige lange Belastungen, viel Stress und wenig Schlaf führen zu spielbedingten Schmerzen. Prof. Möller: „Violinisten beispielsweise haben starke Probleme mit Nacken, Schulter, Unterarmen, Schlagzeuger eher Probleme in den Händen und der Lendenwirbelsäule. Pianisten haben häufig schmerzende Handgelenke, Nacken und Schultern. Tänzer plagen sich wiederum mit Schmerzen in den Sprunggelenken, Hüften, Knien, der LWS.“
Das Forscherteam aus Osnabrück und Hannover erforscht im DFG-geförderten Projekt „PA.H|LIFETIME.ai – Gesundheit darstellender Kunstler – Entwicklung und Analyse von Risikoprofilen und prädiktiven Modellen durch kunstliche Intelligenz“ u.a. die Überlastungen von Künstlern nun systematisch. Verletzungen und die Ursachen für das Auftreten von Schmerzen sollen besser verstanden werden. Dafür sind bestimmte Untersuchungsreihen, Step bei Step aufgebaut worden.

„Die sensorbasierte Funktionsdiagnostik bietet hier die Möglichkeit, das Therapiemanagement gezielt zu unterstützen und Dysfunktionen zu identifizieren. Kinetische, kinematische und elektromyographische Assessmentverfahren liefern zusätzliche Informationen zur zielgerichteten Entscheidungshilfe“, so Möller. Physiotherapeutische, ärztliche und sportwissenschaftliche Bewegungsanalysen können dabei helfen, klare und potentielle Risiko-Faktoren zu analysieren. Darauf basierend und mit Hilfe der KI werden diesbezüglich Vorhersagemodelle abgeleitet.

Neben der schon lange bestehenden „Musiker-Sprechstunde“ im INAPO an der Hochschule Osnabrück gibt es diese nun auch in Hannover am Institut für Musikphysiologie und Musiker-Medizin der Hochschule für Musik, Theater und Medien. Die Künstler kommen aus ganz Deutschland hier ins Labor und unterziehen sich umfassenden physiotherapeutischen Untersuchungen und biomechanischen Messungen. Alle biomechanischen Messreihen sind sensor-basiert und sehr exakt.

Aus der sensorbasierten Bewegungsanalyse sollen nicht nur Therapie-Empfehlungen entwickelt werden, sondern auch Leitlinien, Präventions- und Trainingsanleitungen. Parallel dazu wurde in Osnabrück die weltweit erste Professur für „Performing Arts Physiotherapy“ etabliert. Demnächst wird es den ersten Master-Studiengang „Performing Arts Physiotherapy“ dazu geben.

Zu den Pressemitteilungen (https://gots.org/geschaeftsstelle/presse-kontakt/pressemitteilungen/)
Mehr spannende Themen vom 41. GOTS-Kongress Zum Kongress (https://gots-kongress.org/programm/)

Die trinationale (Deutschland, Österreich, Schweiz) Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der größte europäische Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen. Sie ist erster Ansprechpartner in der Versorgung von Sportverletzungen und Garant für Qualität in der sporttraumatologischen Versorgung. Ihr Ziel ist es, das Verständnis von sportlicher Belastung und Verletzungen zu verbessern, um die muskuloskelettale Funktion und Lebensqualität zu erhalten. Dafür fördert die GOTS die Aus-und Weiterbildung, die Forschung sowie den internationalen Austausch unter sportorthopädisch und sporttraumatologisch tätigen Medizinern und Berufsgruppen angrenzender Fachgebiete.

Kontakt
Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin
Kathrin Reisinger
Bachstraße 18
07743 Jena
0 36 41 / 63 89 144
www.gots.org

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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