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Diese Brandrisiken werden unterschätzt

Wie Grillasche und Zigarettenglut zur Gefahr werden

Diese Brandrisiken werden unterschätzt

Brandversuch mit einem Kugelgrill: Die Infrarotbilder zeigen die Wärmeentwicklung.

Kiel, Juli 2020

Am frühen Montagmorgen klingelt das Telefon in der Einsatzzentrale der Feuerwehr: Ein Einfamilienhaus steht in Flammen. In bester Sommerstimmung hatte die Familie am Sonntag das Mittagessen in den Garten verlegt und gegrillt. Gute sechs Stunden später wurde die Grillasche aus dem Kugelgrill in die Mülltonne entsorgt. In den folgenden Stunden entwickelte sich darin ein Feuer, das schließlich auf das Haus übergriff.

Die Glühzeiten von Grillkohle werden häufig unterschätzt. Wie lange die Temperatur gefährlich hoch bleibt, hängt unter anderem von dem verwendeten Grill und der Kohlemenge ab. „Wir empfehlen, sicherheitshalber für drei Tage nach dem Entzünden des Grillfeuers von einem Brandrisiko auszugehen“, sagt Dr. Hans-Hermann Drews, Geschäftsführer des Institutes für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS). Kohlereste und Asche sollten so lange in einem nicht brennbaren Behälter mit Deckel zwischengelagert werden. Auch durch das Ablöschen der Grillkohle lässt sich die Brandgefahr bannen. Allerdings muss dafür genügend Wasser im Verhältnis zu Kohle und Asche verwendet werden, um die Masse komplett zu durchfeuchten.

Zigarettenkippen und generell die Glut von Tabakwaren können ebenfalls erstaunlich lange Papier und andere leicht brennbare Materialien in Brand setzen. Die Ursachenermittler des IFS untersuchen immer wieder Brandstellen in Wohnungen und Gaststätten, in denen der Ausbruch bis zu einem Abfalleimer oder gar Papierkorb zurückverfolgt werden kann, in den zuvor ein Aschenbecher entleert wurde. Für die Gastronomie gibt es spezielle doppelwandige Metallbehälter mit Deckel, die für die Entsorgung von Zigarettenasche und -kippen geeignet sind. Zu Hause sollte der Aschenbecher nicht unmittelbar nach dem Rauchen in den Mülleimer entleert werden.

Da Zigaretten durch einen Luftzug wieder angefacht werden können, ist es wichtig, sie nach dem Rauchen sorgfältig auszudrücken. Die Feuerwehr weist in den Sommermonaten stets auf die Waldbrandgefahr durch arglos weggeworfene Zigarettenkippen hin. Eine Kippe im Blumentopf auf dem Balkon kann allerdings ebenfalls ein Feuer verursachen. Die Pflanzenerde besteht in der Regel zu einem hohen Anteil oder sogar vollständig aus Torf, und der wurde wegen seiner Brandeigenschaften früher als Heizmittel genutzt.

Ein solcher Brand beginnt gewöhnlich unbemerkt mit einer Glimmphase und kann sich über viele Stunden zum Flammenbrand entwickeln, wie wir in diesem Video zeigen: https://www.ifs-ev.org/der-brennstoff-im-balkonkasten

Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung e. V. wurde 1976 gegründet. Es geht zurück auf das Brandverhütungslabor, das 1884 von der Schleswig-Holsteinischen Landesbrandkasse ins Leben gerufen wurde. Heute hat der Verein mit Hauptsitz in Kiel bundesweit neun Standorte. Ein Team aus Naturwissenschaftlern und Ingenieuren untersucht im Schwerpunkt Brand- und Brandfolgeschäden, Leitungswasser- und Feuchteschäden. Die Erkenntnisse aus den Ursachenermittlungen dienen der allgemeinen Schadenverhütung und werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Kontakt
IFS Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V.
Ina Schmiedeberg
Preetzer Straße 75
24143 Kiel
0431 – 7 75 78 – 10
ifs@eckpunkte.com
http://www.ifs-ev.org

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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