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Forschungsprojekt macht Allergikern Hoffnung

Dauerhafte Desensibilisierung durch Stammzellen?

Forschungsprojekt macht Allergikern Hoffnung

Foto: Fotolia / Jürgen Fälchle (No. 5993)

sup.- Die Ursache allergischer Reaktionen liegt in einer Überempfindlichkeit des körpereigenen Immunsystems. Fehlgeleitete Abwehrzellen richten sich gegen sonst harmlose Substanzen, die z. B. in Pflanzenpollen oder Tierhaaren vorkommen. Die Symptome der Entzündungsprozesse, die durch diese Allergene hervorgerufen werden, reichen von tränenden Augen über quälende Hautreizungen bis hin zu einem lebensgefährlichen allergischen Schock. Ein Schalter, mit dem sich die unerwünschte Immunantwort des Körpers stoppen lässt – das wäre wohl der Wunschtraum aller Betroffenen. Für diesen Schalter gibt es jetzt nach Angaben der University of Queensland im australischen Brisbane eine realistische Perspektive. Einem Team um den Immunologen Prof. Ray Steptoe ist es gelungen, bei Tieren das „Gedächtnis“ der übersensiblen Zellen dauerhaft zu löschen.

„Unsere Studie wurde mit einem Asthma-Allergen durchgeführt, aber diese Methode könnte auch für verschiedene Allergien wie die auf Erdnüsse, Bienengift oder Schalentiere angewendet werden“, erläutern die Forscher. Um diesem Ziel näherzukommen, wollen sie die Erkenntnisse jetzt im Laborversuch auf das menschliche Immunsystem übertragen. Dafür benutzen sie Stammzellen aus dem Blut, die mit Hilfe einer Gentherapie so verändert werden, dass sie die Allergene tolerieren und dann neue Blutzellen mit identischen Eigenschaften produzieren. „Noch sind wir nicht an dem Punkt angelangt, an dem es so einfach ist wie eine Grippeimpfung“, so Prof. Steptoe. „Deswegen arbeiten wir daran, die Behandlung einfacher und sicherer zu machen, damit sie für eine große Anzahl von Patienten verwendet werden kann.“

Auch wenn der einfache Anti-Allergie-Schalter also noch Zukunftsmusik ist, belegt das Forschungsprojekt die Bedeutung von Stammzellen für künftige Therapie-Optionen. Weil sie sich zu einer Vielzahl unterschiedlicher Zelltypen entwickeln können, spielen sie nicht nur in der Allergie-Forschung eine zentrale Rolle. „Der Nutzen von Stammzellanwendungen steigt durch die Fortschritte der Medizin kontinuierlich an“, sagt Dr. Wolfgang Knirsch, Vorstandsvorsitzender der Stammzellbank Vita 34, die im deutschsprachigen Raum die größte Erfahrung mit der langfristigen Einlagerung von Nabelschnurblut wie auch von Nabelschnurgewebe hat. Gerade die Stammzellen aus der Nabelschnur, die noch nicht durch Alterungs- oder Umwelteinflüsse belastet sind, eignen sich durch eine Konservierung unmittelbar nach der Geburt als wertvolle Gesundheitsvorsorge: Für heute noch nicht realisierbare, künftig aber mögliche Therapien steht dann ein individuelles Stammzelldepot zur Verfügung.

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