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PSA-Test doch besser als sein Ruf

Amerikanische Studie zum Prostatakrebs-Screening weist fatale Fehler auf – Empfehlungen zur Früherkennung sind dringend zu revidieren

Bonn, den 20. September 2016 – Eine der weitreichendsten Schlussfolgerungen in der Prostatakrebsfrüherkennung der vergangenen Jahre entpuppt sich als eklatanter Irrtum. US-Gesundheitsbehörden hatten empfohlen, auf ein PSA-Screening zu verzichten, da es keinen Überlebensvorteil aufweise. Doch die Aussagen ihres „Hauptbelastungszeugen“, der sogenannten PLCO-Studie, sind in Wahrheit alles andere als belastbar. Denn in der Kontrollgruppe hatten sich ähnlich viele Männer einem PSA-Test unterzogen wie in der Vergleichsgruppe. Somit fehlen geeignete Daten zur Wirksamkeit des PSA-Tests. Die US-Empfehlung werde nun überprüft, heißt es.

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.(BPS) begrüßt diese Ankündigung. Allerdings kritisiert er die ungenügende Sorgfalt bei der Nutzung der Ergebnisse. „Die Folgen können fatal sein. Es ist nicht auszuschließen, dass das wieder vermehrte Auftreten aggressiverer Krebse ein Ergebnis verzögerter Diagnostik ist“, so der Vorsitzende Günter Feick. Ein Anstieg der Todesfälle durch Prostatakrebs z.B. in den USA durch die fehlerhafte Studie und die Empfehlung der US-Behörden darf vermutet werden.

Dass Männer tatsächlich jedoch einen Überlebensvorteil haben, wenn sie an einem Screening-Programm teilnehmen, zeigen die Ergebnisse der europäischen ERSPC-Studie. Deshalb plädiert der BPS eindringlich dafür, sich endlich auf folgende Tatsachen zu verständigen:

– Die von Mitgliedsbeiträgen der Versicherten finanzierte digitale, rektale Untersuchung alleine kann einen Prostatakrebs im Frühstadium nicht erkennen.
– Der von Patienten selber zu zahlende PSA Test ist, wenn sein Nutzen und seine Risiken vom Arzt ausführlich erklärt wurden, noch immer die beste Methode, um die Notwendigkeit einer leitlinienkonformen Biopsie rechtzeitig zu erkennen, mit der ein Verdacht auf Prostatakrebs zunächst ausgeschlossen oder bestätigt werden kann.

Nach Jahren heftiger Diskussion ruft der BPS alle Verantwortlichen auf, jetzt eine Verständigung über den richtigen Weg zu einer besseren Prostatakrebs Früherkennung zu erzielen. Hierfür liefern sowohl die ERSPC Studie als auch die Interdisziplinäre Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms gute wissenschaftliche Informationen. Auf dem Weg zur Etablierung einer risikoadaptierten PSA-gestützten Prostatakrebs-Früherkennung im Deutschen Gesundheitssystem wollen der BPS und seine Kooperationspartner in diesem Jahr notwendige Fortschritte machen.

Über den BPS:
Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. (BPS) wurde im Jahr 2000 von 18 Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Derzeit gehören 238 Selbsthilfegruppen dem BPS an. Der gemeinnützige Verein steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Krebshilfe und ist europaweit die größte und weltweit die zweitgrößte Organisation von und für Prostatakrebspatienten. Der BPS ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband sowie in der europäischen Prostatakrebs Selbsthilfevereinigung Europa UOMO.

Firmenkontakt
Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) e.V.
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Pressekontakt
Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) e.V.
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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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