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„Die Sportfunktionäre sind Teil des Systems und des Problems“

Ethikexperte Jürgen Linsenmaier bemängelt ein Olympia ohne ethischen Anspruch

"Die Sportfunktionäre sind Teil des Systems und des Problems"

Ethikexperte Jürgen Linsenmaier bemängelt unethische Olympische Spiele

Schorndorf, 3. August 2016.
Nur noch wenige Tagen, dann werden die Olympischen Spiele feierlich eröffnet – in einem Land, in dem die Korruption grassiert und in dem das Gefüge von arm und reich extrem weit auseinandergeht, von einem IOC-Präsidenten, der offenkundig mehr seine eigenen Interessen verfolgt als die des Sports. Der Gründer und Initiator der Ethik Society Jürgen Linsenmaier bemängelt genau dies. Und er ruft zum Boykott der Olympischen Spiele auf, die längt ihren ethischen Anspruch auf das Verbindende des Sports verleugnet hätten. „Wir erleben ein Olympia des reinen Profits ohne jeden ethischen Anspruch“, beklagt Linsenmaier. Spätestens durch die Entscheidung des IOC-Präsidenten Thomas Bach und seiner Gefolgsleute, Russland nicht von den Spielen in Rio auszuschließen, sei dies mehr als offenbar geworden.

„Olympia hat seinen Geist verloren. Genau wie bei der FIFA und im Fußball geht es nur noch um den Kommerz und um die Eigeninteressen derer, die von solchen Großereignissen profitieren“, kritisiert der Ethikexperte und mehrfache Buchautor Linsenmaier, der in seinen Vorträgen gerne über „pragmatische Ethik“ spricht. Pragmatisch wäre aus seiner Sicht gewesen, alle russischen Athleten von den Spielen auszuschließen und so ein klares Signal gegen Doping und Manipulation zu setzen. Stattdessen sei politisch entschieden worden – ohne Mut, ohne Klarheit und ohne Moral, eine Entscheidung zugunsten der politischen und wirtschaftlichen Eliten, zu Lasten eines sauberen Sports. „Wer hohe ethische Ansprüche stellt, kann sich Olympia nicht mehr mit gutem Gefühl ansehen – weder im TV noch im Stadion.“

Dabei, so Linsenmaier, gehe es ihm weniger darum, dass hier durchaus viele Unternehmen Geld verdienen mit Olympia – insbesondere die brasilianische Wirtschaft könne schließlich die Einnahmen gut gebrauchen. Die Frage sei eher das Wie. Wer verdiene, müsse auch etwas leisten, nicht nur auf der kommerziellen Ebene, sondern auch auf der gesellschaftlichen. Das gelte insbesondere für den Sport, der wie kein zweiter Bereich Menschen miteinander kulturell, sozial und gesellschaftlich miteinander verbinde. „Thomas Bach stielt dem Sport die Seele. Er verrät die Prinzipien der Olympischen Idee“, so der Ethikexperte.

Wer Betrügen nicht sanktioniere, wer Korruption und Ausbeutung nicht anprangere, sondern dulde und wer seine Eigeninteressen als Funktionär nicht von denen der eigentlichen Aufgabe trenne, gehöre nicht an die Spitze eines Sportverbandes. Die Sportfunktionäre seien Teil des Systems und des Problems.

Rio und Katar seien nur zwei Beispiele in einer langen Reihe. Der Sport bleibe auf der Strecke, die sauberen Athleten und die ehrlichen Akteure verkämen so genauso zu Statisten wie der geneigte TV-Zuschauer. „Wo bleibt der Aufstand der Empörten?“, fragt Linsenmaier, der sich doch sonst immer rege, wenn ein Unternehmen Fehler mache. Anscheinend sei es den Sportfunktionären gelungen, dass mit zweierlei Maß gemessen werde. Das verstärke die Tragik zusätzlich. Denn so werde sich auch in Zukunft nichts ändern.

Linsenmaier wirbt für einen Olympia-Boykott der Zuschauer und auch für leere Stadien im Fußball. Nur so werde sich etwas ändern. Der Zuschauer müsse seine Macht als Konsument und Fan nutzen. Es müsse den mündigen Sportsfreund genauso geben wie den mündigen Verbraucher, fordert der Ethikexperte und Vortragsredner. Der Druck müsse von unten kommen.

Weitere Informationen über den Ethikexperten und Buchautoren Jürgen Linsenmaier, die Themen pragmatische Ethik und die Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns sowie die Ethik Society gibt es unter www.juergen-linsenmaier.de.

Jürgen Linsenmaier ist Ethik- und Reputationsexperte, Marketingprofi, Vortragsredner, mehrfacher Buchautor sowie leidenschaftlicher Werber für unternehmerische Freiheit mit ethischer Verantwortung. Er beweist täglich, dass ethisches Handeln und wirtschaftlicher Ertrag kein Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben Medaille sind. Als Vortragsredner, Berater und Gründer der Ethik Society, einem Zusammenschluss kleiner, mittlerer und großer Betriebe, die sich mit dem Thema Ethik beschäftigen und Best-Practices teilen, hat er sich zum Ziel gesetzt, Unternehmern eine pragmatische Ethik näher zu bringen – ein Handeln, das jeder in seinem Betrieb umsetzen kann und das gleichermaßen den wirtschaftlichen Interessen und der Gesellschaft dient.

Seinen Erfahrungsschatz sammelte Jürgen Linsenmaier in seiner langjährigen Tätigkeit als Geschäftsführer und Vorstand eines Medienhauses. Jürgen Linsenmaier ist ein Mann aus der Praxis für die Praxis. In seinen Vorträgen und Workshops begeistert er die Zuhörer mit seiner authentischen und praxisorientierten Art der Vermittlung gelebten Erfolgswissens – pragmatisch ethisch, reputationsfördernd und umfassend verantwortungsbewusst.

Weitere Informationen unter www.juergen-linsenmaier.de.

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