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Städteranking 2012 von INSM und WirtschaftsWoche

Magdeburg und Oldenburg sind die Dynamik-Champions 2012, München ist die Nummer 1 beim Niveau und glänzt mit Gründergeist

Städteranking 2012 von INSM und WirtschaftsWoche

(ddp direct) Berlin München ist vor Stuttgart und Münster Niveausieger des neunten Städtevergleichs der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche (WiWo). Magdeburg ist vor Oldenburg und Kassel Dynamiksieger dieses von Wissenschaftlern der IW Consult auf Basis von mehr als 90 sozioökonomischen Indikatoren erstellten Vergleichs. Während der Abstand des Niveausiegers München zum restlichen Feld groß ist, liegen die drei Erstplatzierten im Dynamikvergleich dicht beieinander. Die Ergebnisse sind heute in Berlin vorgestellt worden.

München punktet mit der niedrigsten Arbeitslosenquote im Vergleich, dem größten Wohlstand sowie der höchsten Einkommensteuerkraft aller 50 Städte. Die bayerische Hauptstadt hat den geringsten Anteil an ALG-II-Empfängern und die nach Freiburg wenigsten privaten Schuldner. Das gepaart mit hoher öffentlicher Sicherheit (die wenigsten gemeldeten Straftaten im Vergleich) zeugt von einer gesunden Sozialstruktur. Der im Vergleich höchste Gewerbesaldo zeugt von einem überdurchschnittlichen Gründungsgeschehen. Vor allem im IT-Bereich entstehen hier neben Berlin nach einer Studie von Bitkom die meisten Start-ups.

INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr: Hier wächst Neues auf dem Fundament der seit jeher erfolgreichen bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Auf diese Weise sind in München bundesweit einmalige Wissens-Cluster entstanden. Hier wird die Wertschöpfung von morgen ausgebrütet. Sieger des Dynamikvergleichs ist Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg. Nirgendwo verbesserte sich die Arbeitslosenquote so stark wie dort: Sie sank zwischen 2006 und 2011 um 7,2 Prozentpunkte. Allerdings verweist Niveaurang 40 darauf, dass der Aufholprozess längst nicht abgeschlossen ist. Überdurchschnittlich (um 41,8 Prozent, Rang 6) ist in Magdeburg die Einkommensteuerkraft gestiegen, die ein Indikator für die Wohlstandsentwicklung ist.

Henning Krumrey, stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche: Gründe für die positive Entwicklung Magdeburgs sind in der Konzentration auf traditionelle Maschinenbau-kompetenzen zu finden. Der international erfolgreiche Windkraftanlagenhersteller Enercon zählt hier zu den größten Arbeitgebern. Aber auch bei den Neurowissenschaften profitiert der Standort von einer engen Verknüpfung der Wirtschaft mit spezialisierten Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Hier ist Magdeburg längst nicht mehr nur verlängerte Werkbank.
Um ein Haar wäre Oldenburg Dynamiksieger geworden. Die Stadt profiliert sich als Kompetenzzentrum im Bereich Erneuerbare Energien. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg hier in der Zeit von 2006 bis 2011 um 16,2 Prozent Rang 3 bei einem Mittelwert von 9,4 Prozent. Der Anteil Hochqualifizierter wuchs um 2,1 Prozentpunkte Platz 5. Nirgendwo verbesserte sich der Wohlstand so stark. Überdurchschnittlich positiv beurteilen Unternehmen in einer Befragung des Umfragezentrums Bonn die Wirtschaftsfreundlichkeit der Stadtverwaltung (Rang 12). Mit einem günstigen Gewerbesteuerhebesatz (Rang 7) lockt Oldenburg Unternehmen.

INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr: Über Wachstum und Arbeitsplätze entscheiden immer auch Rahmenbedingungen vor Ort. Gerade der Dialog mit Unternehmen, die Schnelligkeit von Genehmigungsverfahren und auch der Gewerbesteuerhebesatz sind Stellschrauben, mit denen Stadtverwaltungen wirtschaftlichen Erfolg, Wachstum und Arbeitsplätze beeinflussen können. Bemerkenswert in diesem Kontext ist, dass auch überdurchschnittlich viele Unternehmen in Magdeburg Dynamiksieger 2012 die Wirtschaftsfreundlichkeit der Verwaltung loben.
Weitere Trends: In allen 50 untersuchten Großstädten sank die Arbeitslosenquote in der Zeit von 2006 bis 2011 teilweise deutlich zwischen 7,2 und 2,2 Prozentpunkten. Auch die Frauenerwerbsquoten stiegen in allen Städten mit Raten zwischen 2,6 und 7,1 Prozentpunkten.
Henning Krumrey, stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche: Eine steigende weibliche Erwerbsbeteiligung ist angesichts der demografisch bedingten Verknappung des Arbeitskräfteangebotes unverzichtbar. Ein wichtiger Aspekt, damit Unternehmen das Potenzial vor allem gut ausgebildeter weiblicher Fachkräfte besser nutzen können, ist eine ausreichende Kitabetreuungsinfrastruktur. Hier besteht in manchen Städten noch Nachholbedarf. Die Kitabetreuungsquoten für unter Dreijährige schwanken von 9,6 Prozent (Oberhausen) bis 56,3 Prozent (Rostock). Der Mittelwert im Vergleich liegt hier bei 23,9 Prozent.

Trotz guter Dynamik (Gesamtrang 9): In vielen Bereichen kommt die Bundeshauptstadt nicht aus dem Niveaukeller. Hier erreicht Berlin nur den viertletzten Tabellenplatz. Berlin punktet mit einer außergewöhnlich hohen Gründungsdynamik, diese spiegelt sich in einem überdurchschnittlich hohen Gewerbesaldo wider. Unter den Top Ten ist Berlin beim Beschäftigungswachstum mit einem Plus von 12,5 Prozent und der Verbesserung der Arbeitsplatzversorgung (plus 6,5 Prozentpunkte). Doch es gelingt in Berlin offenbar nicht, Milieus mit verfestigter Arbeitslosigkeit und Sozialproblematik an die Aufwärtsentwicklung heranzuführen, die die Hauptstadt insgesamt erlebt: Die Arbeitslosenquote ist mit 13,3 Prozent die Zweithöchste im Großstadtvergleich, die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Empfänger liegt mit 12,4 Prozent so hoch, wie sonst nirgendwo. INSM-Geschäftsführer Pellengahr: Auch die hohe Zahl gemeldeter Straftaten in Berlin verweist auf ungelöste soziale Probleme. Berlin erreicht hier nur Rang 47. Dass dieses Problem die Wirtschaftsakteure bewegt, zeigen die Ergebnisse einer Unternehmens-Befragung: Nur jedes zweite Unternehmen beantwortete die Frage Fühlen Sie sich in Ihrer Stadt sicher? positiv. Im Schnitt sind das drei Viertel aller Unternehmen. Unterdurchschnittlich schnitt Berlin auch bei Fragen nach der Wirtschaftsfreundlichkeit und dem Kostenbewusstsein der Verwaltung ab. Pellengahr: Die Umfrage zeigt deutlich, an welchen Stellschrauben der Senat im Interesse einer nachhaltigen Wachstums- und Beschäftigungsperspektive zu drehen hat. Um Berlin aus dem Niveautabellenkeller zu bekommen, reicht es ganz sicher nicht aus, allein auf die Strahlkraft einer Hauptstadt zu vertrauen, die sich zur Weltstadt mausert.

Alle Ergebnisse des Städtevergleichs 2012 im Internet:
www.insm-staedteranking.de und www.wiwo.de

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie wirbt für die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und gibt Anstöße für eine moderne marktwirtschaftliche Politik. Die INSM wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert.

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=== Städteranking 2012 (Bild) ===

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–

Kontakt:
WirtschaftsWoche
Bert Losse
Kasernenstraße 67
40213 Düsseldorf
–
bert.losse@wiwo.de
www.wiwo.de

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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