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Selbstoptimierung bis zur Erschöpfung: Wann ist gut endlich gut genug?

Impression Wulong in Chongqing

Impression Wulong in Chongqing

Impression Wulong

Viel wurde in letzter Zeit berichtet über die Stadt Chongqing. Seitdem die Millionenmetropole im Jahre 1997 zu einer regierungsunmittelbaren Stadt ernannt wurde, hat sich die Region zu dem wirtschaftlichen Motor Südwest-Chinas entwickelt. Inzwischen leben in der Stadt, die laut mancher Definitionen als größte Chinas bezeichnet wird, knapp 29 Millionen Menschen – jedoch auf einer Fläche, die der von ganz Österreich entspricht.

Die rasante Entwicklung und die großen Veränderungen in der Region um Chongqing sind auch wesentliche Aspekte, denen Zhang Yimou in seinem siebten „Impression“-Spektakel Tribut zollt (über vorherige Aufführungen Zhangs berichtete china-entdecken.com ausführlich).

Wulong, das sich im Regierungsbezirk von Chongqing befindet, bietet für die Aufführung, die auch wesentlich die Verstädterung und Modernisierung Chinas thematisiert, die ideale Kulisse. Die Kreisstadt ist eine der vielen ländlichen Regionen Chongqings, die noch nicht drohen, aus allen Nähten zu platzen. Insgesamt leben nur etwas mehr als 400.000 Menschen auf einer Fläche, die in etwa so groß ist wie das Saarland.

Im Jahre 2007 zur Liste des Unesco-Welterbes hinzugefügt, bietet die Landschaft Wulongs also die typische Idylle, für die die Freilichtaufführungen der „Impression“-Serie berühmt ist.

„Impression Wulong“ wird in dem beschaulichen Dorf Taoyuan aufgeführt, welches sich wiederum in der Kreisstadt Xiannu befindet. Im Zentrum des Schauspiels stehen die sogenannten „Bootzieher“.

In der Wulong-Region verdienten die langsam aber sicher aussterbenden „Bootzieher“ jahrhundertelang ihr Geld, indem sie Boote allein mit ihrer Körperkraft flussaufwärts zogen. Die Ufer entlang laufend und mit Seilen ausgestattet, halfen sie Kaufleuten dabei, Kohle, Holz oder Lebensmittel zu transportieren.

Eine Tradition der „Bootzieher“ war es, während der harten Arbeit Lieder zu singen, in denen sie sich von den körperlichen Strapazen abzulenken versuchten. Mit einfachsten Texten wie „Hey, ja, ziehen, ziehen, ziehen“ erledigten sie ihr strapaziöses Handwerk.

Der Gesang hatte zudem aber noch einen weiteren, äußerst wichtigen Zweck. Der Frontsänger konnte durch Rhythmus und Tonhöhe den Kollegen durch seinen Gesang vermitteln, mit welcher Stärke und Intensität das Boot gezogen werden musste. Hierdurch konnten die „Bootzieher“ auf sich verändernde Strömungen reagieren.

Der Gesang der „Bootzieher“ wird auch in „Impression Wulong“ zu einem zentralen Thema gemacht. „Es gibt keinen Grund für Gesänge!“, schreit ein alter „Bootzieher“ und fragt, ob man sich an ihn und seinen Beruf überhaupt noch erinnern könne.

In einer weiteren Szene erinnert er sich in einem Monolog an ein Dampfschiff, das an ihm vorbei fährt. Die Arroganz, mit dem ihm die Leute auf dem modernen Schiff begegneten, sind ihm in Erinnerung geblieben.

Von dieser lokalen Kultur und mehr wird in „Impression Wulong“ erzählt. Die dunklen Wälder und die Flusslandschaft, die in jahrhundertelanger Arbeit durch Begradigen der Wasserläufe hergestellt wurde, bilden hierbei die traumhafte Kulisse.

Sollte man sich also für eine Reise nach Chongqing entscheiden, ist ein Ausflug ins 150 Kilometer entfernte Wulong mehr als nur empfehlenswert. Völlig entspannt kann man nämlich hier bei einer der abendlichen Inszenierungen Zhangs die ländliche und lokale Kultur Südwestchinas kennenlernen und bewundern.

Ein Trip nach Chongqing ist außerdem allein schon deshalb die Reise wert, weil man in der Stadt einen Eindruck vom älteren China bekommen kann. Die Metropole im Südwesten Chinas bietet einen starken Kontrast zu Shanghai oder Peking, deren Modernisierungsprozesse bereits viel weiter fortgeschritten sind.

Markus Bo
Geschäftsführer von China entdecken.com
www.china-entdecken.com

Bildrechte: http://www.5dtour.com.cn:8080/jsprun_sso/viewthread.jsp?tid=9942&page=1

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Original erstellt für www.hasselwander.co.uk

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