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„Reise-Knigge Russland“ ERGO Verbraucherinformation

Warum gelbe Blumen im Land von Kaviar und Wodka tabu sind

ERGO Verbraucherinformation – Reise-Knigge-Russland: Worauf Reisende achten sollten

Eine Reise ist immer eine Expedition in eine fremde Kultur. Umso wichtiger ist, sich vorab über die Umgangsformen schlau zu machen. Wer die Sitten vor Ort kennt, vermeidet nicht nur Fettnäpfchen, sondern kommt auch leichter mit Einheimischen in Kontakt. In Russland sind die Bräuche wegen der Größe des Landes sehr unterschiedlich. Aber es gibt Regeln, die von St. Petersburg bis Wladiwostok gelten. Mit den Knigge-Tipps von Birgit Dreyer, Expertin der ERV (Europäische Reiseversicherung), sind Urlauber für alle Situationen gerüstet.

Barsch draußen, herzlich zu Hause

Verschwenderischer Reichtum und bittere Armut, große Denker und ein Ballett, das seinesgleichen sucht, prunkvolle Paläste neben Plattenbauten aus der Sowjet-Ära – Russland entzieht sich jedem Versuch einer Einordnung. Alle denkbaren Gegensätze existieren in einer Landschaft, die Tundren, Strände, Berge und Grassteppen umfasst. Kein Wunder, dass Russland jedes Jahr Millionen Reisende in seinen Bann zieht. „Urlauber erleben die Russen oft als kühl, barsch und verschlossen“, sagt Birgit Dreyer, Reiseexpertin bei der ERV (Europäische Reiseversicherung). „Doch um die Mentalität zu verstehen, sollten Reisende eins wissen: Russen trennen strikt zwischen öffentlichem und privatem Raum.“ Das bedeutet: So reserviert sie sich auf den ersten Blick geben, so sehr neigen sie im persönlichen Umfeld zu überschwänglichem, herzlichem Verhalten. Touristen sind gut damit beraten, sich auf diese Zweiteilung einzustellen.

Händeschütteln und Bruderkuss

Wer Zugang zu dieser Kultur findet, erlebt ein Land mit sehr großzügiger Gastfreundschaft. Zu einem Abend in russischer Gesellschaft gehören reich gedeckte Tische, Trinksprüche und Musik. Eine Einladung nach Hause ist als große Ehre zu verstehen. Sie abzulehnen, bedeutet einen Affront. Doch Vorsicht: „Die Umgangsformen unterscheiden sich zum Teil stark von dem, was in Deutschland als angebracht gilt“, erklärt Birgit Dreyer. „Dazu gehört, dass Händeschütteln nur unter Männern üblich ist.“ Frauen begrüßt der Reisende am besten mit einem charmanten Lächeln. Auch sollte sich niemand von dem bekannten Foto von Breschnew und Honecker irreführen lassen: Der Bruderkuss bei Männern ist nur unter engen Freunden und Verwandten angemessen. Außerdem: „Die Gäste ziehen in Russland die Schuhe im Flur aus“, weiß die ERV Expertin. „Wer nicht die Gästepantoffeln des Gastgebers tragen möchte, kann auch seine eigenen Hausschuhe mitnehmen.“ Bei Einladungen empfiehlt es sich, ein Gastgeschenk mitzubringen, etwa Pralinen, Alkohol oder Blumen. Aber auch hier lauern Fallstricke: Die Farbe Gelb bringt dem russischen Aberglauben nach Unglück. Und eine gerade Anzahl von Blumen schenken Russen nur im Trauerfall, erklärt Birgit Dreyer. „Daher gilt: Niemals gelbe Blumen verschenken. Und andersfarbige Blumen nur in ungerader Anzahl.“

Wodka trinken wie die Russen

Ebenso sollten sich Urlauber auf die Trinkfestigkeit der Russen gefasst machen. Die Liebe zum Wodka ist alles andere als ein Klischee. Für den Gast heißt das: Mittrinken, und wenn es nur ein kleiner Schluck ist. Sonst fühlt sich der Gastgeber womöglich beleidigt. Gern gesehen sind Gäste, die selbst Trinksprüche zum Besten geben. Allerdings sollten sie sich nie selbst nachschenken, das ist Sache des Gastgebers. „Zu den guten Manieren gehört in Russland auch die Galanterie“, ergänzt Birgit Dreyer. „Männliche Reisende sollten Russinnen die Tür aufhalten und in den Mantel helfen.“

Politische Fettnäpfchen vermeiden

Vorsicht ist auch bei politischen Themen geboten. „Reisende sollten sich mit Kritik an der Regierung des Landes zurückhalten“, rät Birgit Dreyer, „auch wenn die Einheimischen selbst ungeniert auf den Kreml schimpfen.“ Der Zweite Weltkrieg ist ebenso wenig ein passendes Thema für Smalltalk wie der Pussy-Riot-Prozess oder die Tschetschenien-Krise. Sonst riskieren Touristen, dass ihre Gastgeber sie als anmaßend und überheblich wahrnehmen. Homosexuelle Reisende sollten nicht vergessen, dass Russland teilweise viel konservativer ist als viele westeuropäische Länder. „Homosexuelle Propaganda“ ist sogar strafbar. „Gleichgeschlechtlichen Paaren raten wir daher, auf das Zeigen von Zuneigung in der Öffentlichkeit zu verzichten“, so die Reiseexpertin.

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Kurzfassung:

Verhaltenstipps auf der Russlandreise

Worauf Reisende achten sollten

-Welche Umgangsregeln sind bei Russlandreisen zu beachten?
-Was gibt es bei Einladungen zu berücksichtigen?
-Was sollten gleichgeschlechtliche Paare beachten?

Eine Reise ist immer eine Expedition in eine fremde Kultur. In Russland sind die Bräuche wegen der Größe des Landes sehr unterschiedlich. „Urlauber erleben die Russen oft als kühl, barsch und verschlossen“, sagt Birgit Dreyer, Reiseexpertin bei der ERV (Europäische Reiseversicherung). „Doch um die Mentalität zu verstehen, sollten Reisende eins wissen: Russen trennen strikt zwischen öffentlichem und privatem Raum.“ Wer Zugang zu dieser Kultur findet, erlebt ein Land mit sehr großzügiger Gastfreundschaft. Zu einem Abend in russischer Gesellschaft gehören reich gedeckte Tische, Trinksprüche und Musik. Doch Vorsicht: „Die Umgangsformen unterscheiden sich zum Teil stark von dem, was in Deutschland als angebracht gilt“, erklärt Birgit Dreyer. „Dazu gehört, dass Händeschütteln nur unter Männern üblich ist.“ Frauen begrüßt der Reisende am besten mit einem charmanten Lächeln. Bei Einladungen empfiehlt es sich, ein Gastgeschenk mitzubringen, etwa Pralinen, Alkohol oder Blumen. Aber auch hier lauern Fallstricke: Die Farbe Gelb bringt dem russischen Aberglauben nach Unglück. Und eine gerade Anzahl von Blumen schenken Russen nur im Trauerfall! Ebenso sollten sich Urlauber auf die Trinkfestigkeit der Russen gefasst machen. Für den Gast heißt das: Mittrinken, und wenn es nur ein kleiner Schluck ist. Sonst fühlt sich der Gastgeber womöglich beleidigt. Allerdings sollte man sich nie selbst nachschenken, das ist Sache des Gastgebers. Vorsicht ist auch bei politischen Themen geboten. „Reisende sollten sich mit Kritik an der Regierung des Landes zurückhalten“, rät Birgit Dreyer. Sonst riskieren Touristen, dass ihre Gastgeber sie als anmaßend und überheblich wahrnehmen. Homosexuelle Reisende sollten nicht vergessen, dass Russland teilweise viel konservativer ist als viele westeuropäische Länder. „Gleichgeschlechtlichen Paaren raten wir daher, auf das Zeigen von Zuneigung in der Öffentlichkeit zu verzichten“, so die Reiseexpertin.

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