Categories: Kunst, Kultur

Zwei Wochen Gluck-Momente

Vom 16. bis 30. Juli 2016 werden die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele auf zwölf Bühnen in der Europäischen Metropolregion Nürnberg aufgeführt.

Elina Garanca ist als moderne Iphigenie die Leitfigur der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele. (Bildquelle: Oliver Mark für Gluck 2016)

Auf dem Programm der von der Stiftung NÜRNBERGER Versicherungsgruppe maßgeblich geförderten Internationalen Gluck-Opern-Festspiele stehen unter dem Titel „ZEITkultur / STREITkultur“ sechs Opern, neun Konzerte und zwei Tanzgastspiele. Diesen liegen Werke Christoph Willibald Glucks sowie seines Gegenspielers Niccolo Piccinni und seines künstlerischen Apologeten Luigi Cherubini zugrunde. Die Veranstaltungsorte erstrecken sich über weite Teile der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Eine internationale Tagung erschließt am 19. Juli im Literaturhaus Nürnberg den historischen und ästhetischen Kontext des Pariser Opernstreits. Der thematische Bogen spannt sich bis zu den Kulturdiskussionen unserer Gegenwart.

„Der in Erasbach bei Neumarkt geborene Christoph Willibald Gluck ist das musikalische Gesicht der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Seine zeitlose Musik und sein Mut, neue Wege zu gehen, begeistern bis heute Opernliebhaber auf der ganzen Welt. Unser Anliegen war und ist es, mit den Internationalen Gluck-Opern-Festspielen einen wesentlichen Beitrag zu leisten, sein musikalisches Erbe aufrechtzuerhalten und den Ruf der Europäischen Metropolregion Nürnberg als Kulturregion zu stärken“, erläutert Hans-Peter Schmidt, Ehrenaufsichtsratsvorsitzender der NÜRNBERGER Versicherungsgruppe und Initiator der Festspiele.

Iphigenie als Leitfigur der Festspiele

Den Auftakt bildet am 16. Juli die festliche Eröffnung mit Weltstar Elina Garanca in der Meistersingerhalle Nürnberg. Die lettische Mezzosopranistin ist als moderne Iphigenie das Gesicht der diesjährigen Gluck-Festspiele. Das Programm ihres Eröffnungskonzerts, das den Titel „Die Macht der Musik“ trägt, ist überwiegend französischer Herkunft (Bizet, Massenet, Saint-Saens u.a.) und zeigt Glucks Wirkungsmacht auf ihm nachfolgende Komponisten, seinen Anteil an der Entstehung der Grand Opera sowie die Ursprünge der Romantik bis hin zu Richard Wagners Idee des Gesamtkunstwerks.

Nur zwei Tage später, am 18. Juli 2016, erwartet Kulturfans an gleicher Stelle eine Deutsche Erstaufführung. Niccolo Piccinnis „Iphigenie en Tauride“ stellt die Fortführung der französischen „Tragedie lyrique“ dar und verbindet italienischen Melos mit expressivem Pathos. Im Gegensatz zu Gluck sieht er nicht in der großgefassten Szene, sondern in der Arie und in den knappen Ensembles den geeigneten Ort, inneres Befinden in dramatischer Bandbreite zu verhandeln.

Die erste deutsche Wiederaufführung nach 116 Jahren feiert Glucks „Iphigenie auf Tauris“ in der Fassung von Richard Strauss am 21. Juli im Stadttheater Fürth.

Als Mittler zwischen der Zeit Glucks und dem 19. Jahrhundert etablierte sich Luigi Cherubini mit seiner „Ifigenia in Aulide“. Seine Musik macht bis heute Emotionen hör- und nachfühlbar. Im Mainfrankentheater Würzburg wird dies am 23. Juli im Rahmen einer weiteren Deutschen Erstaufführung verdeutlicht.

Uraufführung von „Telemaco“ als Jugendoper

Glucks Reformoper „Telemaco“ wird unter dem Titel „T.M.A. – Coming of Age“ als packende Parabel über das Erwachsenwerden präsentiert. In der Neuproduktion der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele wird die antike Sagenwelt mit den Lebensbedingungen heutiger Jugendlicher verbunden. Mit von der Partie: die Nürnberger Band „Wrongkong“ um die kanadische Sängerin Cyrena Dunbarr, Studierende der Hochschule für Musik Nürnberg und Schüler der Theo-Schöller-Schule Nürnberg. Premiere ist am 20. Juli im Theater Mummpitz im Kachelbau Nürnberg, weiter Vorstellungen finden am 21. und 22. Juli statt.

Glucks Einfluss auf das Musiktheater

Gluck ging als Opernreformer in die Geschichte ein. In „Orfeo ed Euridice“ bricht er erstmals mit den tradierten Gepflogenheiten des Musiktheaters. Durch Gesang und Tanz, durch Inszenierung und Ausstattung will er das Publikum vereinnahmen. Im Markgrafentheater Erlangen wird Glucks sogenannte Parma-Fassung am 26. Juli nach 247 Jahren erstmals wieder szenisch aufgeführt.

Glucks starker Einfluss auf das Musikdrama wird in weiteren Inszenierungen der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele deutlich.

Das Ballett im Revier Gelsenkirchen bringt am 21. Juli im Stadttheater Fürth mit facettenreichem Ausdruckstanz Igor Strawinskys Werke „Orpheus“ und „Die Geschichte vom Soldaten“ zum Strahlen. Im Verlauf des mit „TANZzeit/tanzSTREIT“ überschriebenen Abends wird die Bühne zum magischen Spiegel, in dem sich das Publikum schlussendlich selbst erblickt.

Die Compagnie de Danse L’eventail befasst sich seit langen mit der Rekonstruktion historischer Tanzkreationen. Im Stadttheater Amberg zeigt sie am 22. Juli in originalen Kostümen und mit dem Schuhwerk der damaligen Zeit Glucks „Don Juan“.

Eine spritzig-freche Inszenierung von „Il parnaso confuso“ erleben Gluck-Liebhaber am 29.und 30. Juli auf der Freilichtbühne Berching.

Inspirator für Zeitgenossen und nachfolgende Künstlergenerationen

Glucks von Schaffenseifer und Kreativität geprägte Werke ziehen bis heute Dichter, Komponisten, Dirigenten, Sänger und Regisseure in ihren Bann. Die Orangerie Ansbach ist am 24. Juli Schauplatz des Konzerts „Ridente la calma“. Countertenor Valer Sabadus interpretiert Werke der von Gluck beeinflussten Komponisten Josef Myslilveček, Antonio Sacchini und Wolfgang Amadeus Mozart. Dabei nimmt er sein Publikum mit auf eine Zeitreise in Europas Musikleben vor Ausbruch der Französischen Revolution.

Jean Paul Egide Martini, dessen Todestag sich heuer zum 200 Mal jährt, ist ein weiterer großer Komponist der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Seine eleganten Symphonien und schmissigen Militärmärsche erklingen ebenso wie Melodien Glucks anlässlich des „Requiem“ am 23. Juli in der Wallfahrtskirche Maria Hilf in Freystadt sowie 24. Juli in der Sebalduskirche Nürnberg.

Arien aus der deutschen Fassung von „Iphigenie auf Tauris“ und Ausschnitte aus Franz Schuberts musikdramatischen Schaffen offenbaren bei der Konzert-Premiere „Gluck und Schubert“ am 27. Juli im Reitstadl Neumarkt die künstlerische Nähe zwischen dem Revolutionär des 18. und dem Poeten des 19. Jahrhunderts.

Hauptpartner der Festspiele ist Stiftung NÜRNBERGER Versicherungsgruppe

Die weltweit einmaligen Internationalen Gluck-Opern-Festspiele, die von Hans-Peter Schmidt im Jahr 2005 in seiner Funktion als IHK-Präsident auf den Weg gebracht wurden, zählen zum festen Bestandteil des Kulturbetriebs in Nordbayern. Sie waren als kultureller Leuchtturm bei der Ernennung der Region zur Europäischen Metropolregion Nürnberg ausschlaggebend. Heute ist das hochklassige Festival bei Musikinteressierten aus dem In- und Ausland beliebt.
Neben dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst und dem Hauptförderer Stiftung NÜRNBERGER Versicherungsgruppe zählen zu den weiteren Unterstützern: Europäische Metropolregion Nürnberg, Freunde der Staatsoper Nürnberg e.V., IHK Nürnberg Kulturstiftung, Stadt Nürnberg, LfA Förderbank Kulturstiftung, Mercedes Benz, Messe Nürnberg, Müller Medien, Dr. Theo und Friedl Schöller Stiftung sowie der Hotelpartner InterCityHotel Nürnberg und die Medienpartner Bayerischer Rundfunk, Deutschlandfunk, Bayerische Staatszeitung und die Nürnberger Verlagsgruppe.

Weitere Informationen unter: www.internationale-gluck-opern-festspiele.de (http://www.internationale-gluck-opern-festspiele.de)

Die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele finden alle zwei Jahre in der Metropolregion Nürnberg statt. Sie sind dem Gedenken des großen Komponisten gewidmet, der vor 300 Jahren in der Nähe von Nürnberg geboren wurde und als Opernreformator zu Weltruhm gelang.

Kontakt
Internationale Gluck Opern Festspiel gGmbH
Felix Schnieder-Henninger
Ostendstr. 100
90482 Nürnberg
+49 (0) 160-94 93 72 63
presse@internationale-gluck-opern-festspiele.de
http://www.internationale-gluck-opern-festspiele.de

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