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Zukunftsenergie Alge? Algen „fressen“ CO2

Umweltschutz – Umdenken! Liegt die Zukunftsenergie in der Alge? – von Florian Fritsch, FG aus Regensburg

Reinalgenzuchtanlage in industrieller Modulbauweise, Schlau-Inkubatoren

Im Rahmen einer Weiterbildungsreihe von Juristen und Technikern werden aktuell Fragen der Ökologie und Ökonomie im Bereich Umweltschutz, erneuerbarer Energien diskutiert. Florian Fritsch hat weltweit Projekte konzipiert, deren Umsetzung geleitet und er gilt als Pionier der Mobilität im Bereich elektrischer Antriebe. Thema dieser Veranstaltung: Kohlendioxid durch umweltschonende Technologie einsparen

Die Algen als Lebenselixier, die aus der vitalen Kraft aus Wasser und Sonne entstanden sind und durch Photosynthese dafür gesorgt haben, dass sich die CO2 Atmosphäre in eine O2 also Sauerstoffatmosphäre umgewandelt hat. Nützlichkeit und Vorteil der Alge:

– Höhere Wachstumsraten als alle Landpflanzen
– Sie sind in der Lage CO2 schneller in Biomasse umzusetzen
– Extrem flexible Standortmöglichkeit

Ziele sind: neue Lösungsansätze entwickeln und testen für eine Effizienzsteigerung mit der Koppelung einer Reinalgenzuchtanlage in industrieller Modulbauweise und einem Kraftwerk, diese zu optimieren. Mikroalgen sollen das CO2 aus Kraftwerken als Kohlenstofflieferant nutzen. Dort soll aus CO2 aus einem Kraftwerk Biomasse produziert werden.

Florian Fritsch: „Die größte Herausforderung für jegliche Kommerzialisierungsversuche stellen die hohen Produktionskosten dar. Offene Systeme tragen das Risiko der Verunreinigung mit Bakterien oder anderen unerwünschten Mikroorganismen. Die Produktion in offenen Systemen oder im Gewässer bedingt auch immer das Risiko einer Verschmutzung unserer Küsten- und Meeresgewässer z.B. durch die nicht von den Algen genutzten Nährstoffe und ihre Exsudate (Absonderungen). Deshalb verspricht die Produktion der Mikroalge in geschlossenen Reinalgenzuchtanlagen in industrieller Modulbauweise wie Schlauch-Inkubatoren in Bassum und Essen in Niedersachsen in der Nähe von Cloppenburg eine zeitnahe erfolgreiche Umsetzung.“

Unternehmen wie die ÖPAG, Dreischtrom UG, die Energiestrategen GmbH haben sich zur erfolgreichen Umsetzung, weiterer Entwicklung und Stärkung deutscher Standorte das Ziel gesetzt, gemeinsam den Aufbau und die Struktur mit dem Know-How in Einklang zu bringen. Zwar besteht weiterhin die Herausforderung im Raum, wie bei dieser Technologieentwicklung die Nutzung von Rauchgasen wie sie bei der Verbrennung von Kohle, Sondermüll oder Biomasse anfallen, umzusetzen.

Die Idee mit Entwicklungspotenzial

Das CO2 aus einem gewöhnlichen Kohle- oder Gaskraftwerk wird in einen Reaktor mit Mikroalgen geleitet. Die Algen setzen das eingeleitete CO2, mit Sonnenlicht und Wasser letztlich in organische Substanzen und Sauerstoff um. Die Algen vermehren sich – Biomasse entsteht. Das CO2, das normalerweise direkt in die Atmosphäre gelangt, wird also in Form von Biomasse zwischenzeitlich gebunden und industriell weiterverarbeitet.
Das bedeutet, dass z. B. eine Reinalgenzuchtanlage mit 1ha Algenreaktorfläche bis zu 280 Tonnen CO2 pro Jahr binden. Weiterhin könnten bis zu 130 Tonnen Chlorella vulgaris (eine Süßwasseralge) pro Jahr produziert und zu Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika verarbeitet werden. Unter optimalen Lichtverhältnissen könnte die Anlage 260 Tonnen CO2 pro Jahr fixieren.
Florian Fritsch: „Die RWE Bergheim-Niederaußem hat zusammen mit Partnern ein Projekt gestartet, welches Rauchgas aus dem Kraftwerk Niederaußem in eine benachbarte Algenproduktionsanlage leitet. Weitere Reinalgenzuchtanlagen in industrieller Modulbauweise entstehen z.B. an den Orten Bassum und Essen in Niedersachsen. Geistiger Vater ist der Unternehmer Cordes, der vor kurzem in Berlin im Rahmen eines Seminars die Möglichkeiten der CO2 Reduktion durch Algen vorstellte.“

Noch mag die vollständige CO2-Entfernung aus den Kraftwerken eher utopisch erscheinen, aber die Entwicklung und Forschung dringt immer tiefer in die Materie ein und an weiteren Lösungskonzepten wird gearbeitet. Da die Nachfrage der Alge die Produktionskapazitäten in den nächsten Jahren um ein vielfaches übersteigen wird, entwickelt sich ein Markt, der für alle hochinteressant sein kann. Um Algenbiomasse zur weiteren Wertstoffproduktion zu gewinnen würde eine teilweise, kostenfreie Nutzung der CO2-Emission aus Kraftwerken sinnvoll erscheinen.

V.i.S.d.P.:
Florian Fritsch
Der Verfasser ist für den Inhalt verantwortlich

Florian Fritsch ist freier Consultant und Energieexperte. Er leitet als Geschäftsführer mehrere Unternehmen aus dem Bereich „Erneuerbare Energie“, insbesondere Tiefen-Geothermie, Elektromobilität und Solarthermie. Weitere Informationen unter: www.fg.de

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