Was muss ein Operateur über den Knochenstoffwechsel wissen?

Spannende Themen aus Medizin und Gesundheitspolitik beim 29. BVASK-Kongress

(Bildquelle: Pixabay)

Durch verschiedene Grunderkrankungen kann die Knochenhaltbarkeit eines Menschen reduziert sein. Wenn diese Patienten dann Implantate wie künstliche Knie- oder Hüftgelenke oder auch ein neues Kreuzband bekommen, gilt es für den Chirurgen so einiges zu beachten. Was er über den Knochenstoffwechsel wissen und wie er wann handeln muss – darüber referiert Prof. Dr. Uwe Maus, Leitender Arzt an der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Pius Hospital Oldenburg auf dem 29. BVASK-Kongress am 1. und 2. Februar in Düsseldorf.

„Der Operateur muss ein Gefühl dafür haben, wie stabil der Knochen ist“, sagt Maus. „Schon an einem Teil der Laborwerte ist so einiges abzulesen. Wenn das nicht reicht, müssen Messungen gemacht und /oder ein Fachkollege zu Rate gezogen werden“.

Gerade eine Osteoporose und ihre Differenzialdiagnosen seien wichtig zu erkennen und richtig einzuschätzen. Bei einer Kreuzbandplastik zum Beispiel müsse man wegen des Tunnels genau aufpassen, da sonst das Transplantat nicht vernünftig einheilt. Und auch bei Operationen an Hüfte und Schulter sind Kenntnisse des Knochenstoffwechsels äußerst wichtig.

Eine ausführliche Anamnese ist der erste wichtige Schritt. Hier spielt zum Beispiel die Auskunft des Patienten darüber eine Rolle, ob er über längere Zeit Kortison bekommen hat.

Ist ein Chirurg nach Anamnese und Labor immer noch nicht ganz sicher, sollte eine Knochendichtemessung vorgenommen werden.

Maus: „Der Operateur muss grundlegende Kenntnisse in der Osteologie haben, um das, was man am Endpunkt messen kann, auch richtig auszuwerten.“

Bei den jungen angehenden Medizinern im Studium sollte der Knochenstoffwechsel eine möglichst große Rolle spielen, so der Arzt. Denn operieren könne man nur, wenn man die Voraussetzungen genau kennt.

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