Redenschreiber-Verband lädt bundesweit zu Public Viewings
Der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) hatte zum TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück zu Public Viewings in Berlin, Bonn und Stuttgart eingeladen. Insgesamt haben rund 100 Redenschreiber, Journalisten und Vertreter von Medien und Agenturen sowie Interessenten aus der Bevölkerung das Duell analysiert und über rhetorische Stärken und Schwächen der beiden Politiker diskutiert.
Im Berliner Hotel Savoy sahen die Teilnehmer Peer Steinbrück nach dem Duell knapp vorn, als ein Herausforderer, der inhaltlich stärker, dafür jedoch teilweise herablassend wirkte. Angela Merkel gab hier laut Wertungen eine souveräne Bundeskanzlerin, die jedoch thematisch schwammig blieb. „Beide wirkten zu sehr trainiert und haben die Wahlkampfstrategien ihrer Parteien auch im Duell durchgezogen“, so Jacqueline Schäfer von der Regionalgruppe Berlin Brandenburg.
In Bonn gab es für die Besucher in der Deutschen Welle keinen eindeutigen Sieger bei dem Duell. Einige kritisierten, dass die Kanzlerin Fragen nicht konkret beantwortet habe, andere bescheinigten Peer Steinbrück eine Chance vertan zu haben. Bei einigen Fragen habe er sich aus dem Konzept bringen lassen. Das Schluss-Statement habe bei der Amtsinhaberin weniger auswendig gelernt geklungen als beim Herausforderer, überzeugen konnte sie jedoch nicht.
Auch für die Teilnehmer in Stuttgart gab es keinen eindeutigen Sieger. Sie bemängelten hingegen das Fehlen substanzieller politischer Inhalte und hätten sich insbesondere von der Kanzlerin mehr Klartext gewünscht. Peer Steinbrück kam wegen seiner bildhaften Sprache und seiner Rhetorik grundlegend besser an. Keiner von beiden habe aber überzeugend darlegen können, wie die Menschen von ihrer jeweiligen Politik wirklich profitieren, kritisiert Alexandra Donath von der Regionalgruppe Baden-Württemberg.
Auch VRdS-Präsident Dr. Vazrik Bazil vermisste klare Aussagen und konkrete Beispiele. „Leider haben die Duellanten keine Geschichten erzählt, sondern viele abstrakte Wörter benutzt, mit denen wahrscheinlich nur wenige Zuschauer etwas anfangen können.“
Der VRdS wurde 1998 in Bonn gegründet. Er plädiert für lebendige und verständliche Reden, mit denen Informationen und Botschaften glaubwürdig vermittelt werden. Dem Verband gehören rund 460 Redenschreiber und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Sie liefern Redemanuskripte und Formulierungsvorschläge und beraten Redner in Politik und Wirtschaft sowie private Auftraggeber und ehrenamtliche Mandatsträger.
Kontakt:
Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS)
Claudius Kroker
Kapitelshof 26
53229 Bonn
(0228) 4107721
presse@vrds.de
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