Lebensmittelbranche mit höchstem Zertifizierungsanteil
sup.- Die tropischen Wälder liegen zwar geografisch weit von uns entfernt, aber sie sorgen auch in Deutschland für reichlich Diskussionsstoff und lösen politische Initiativen aus. Denn mit der Bedrohung der wichtigen Regenwaldflächen haben wir mehr zu tun, als den meisten Menschen bewusst ist: Es gibt hierzulande praktisch keinen Verbraucher, der ohne die Nutzung von Palmöl auskommt. Dieser Rohstoff wird auf Plantagen in den Tropenwald-Regionen angebaut und spielt bei der Herstellung zahlreicher Produkte für unseren täglichen Bedarf eine maßgebliche Rolle – von Waschmitteln und Kosmetik über Brotaufstriche oder Eiscreme bis zum Biokraftstoff. Die oft übersehene Kehrseite der Medaille: Noch immer ist Palmölanbau auf unkontrollierten Plantagen ein Anlass für illegale Tropenwald-Rodungen und für die Zerstörung von wertvollem Lebensraum gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Deshalb gehört der Schutz dieser Wälder auch dort auf die Tagesordnung, wo Palmöl zur Konsumgüterproduktion importiert wird.
„Deutschland als einem der größten Palmölverarbeiter weltweit kommt hierbei eine besondere Verantwortung zu“, heißt es in einer Erklärung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), das zu den Mitinitiatoren des „Forums Nachhaltiges Palmöl“ gehört. Dieser Zusammenschluss zahlreicher Verbände, Organisationen und Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass in Deutschland bis zum Jahr 2020 nur noch nachhaltig produziertes Palmöl aus zertifiziertem Anbau zum Einsatz kommt ( www.forumpalmoel.org). Seit seiner Gründung im Jahr 2013 ist das Forum in enger Zusammenarbeit mit den Erzeugerländern diesem Ziel bereits in großen Schritten näher gekommen. Erfreulicherweise zeigt sich der Trend zur Nachhaltigkeit dort besonders konsequent, wo die Verbraucher durch ihr Einkaufsverhalten der zertifizierten Ware den Vorzug geben können. Spitzenreiter bei den nichtenergetischen Sektoren des Palmölverbrauchs ist die Lebensmittelbranche. Hier wird zertifiziertes Palmöl bereits zu 85 Prozent eingesetzt. Bei Kosmetik sowie Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln für Privathaushalte beträgt der Anteil 58 Prozent. Im Vergleich zu den Vorjahren zeigen die aktuellen Zahlen auch in der Futtermittelbranche nach oben, mit 26 Prozent an nachhaltigem Palmöl allerdings noch auf niedrigem Niveau. Nachholbedarf gibt es bei einem Zertifizierungsanteil von 27 Prozent auch im Chemie- und Pharmaziesektor. „Wir erwarten aber auch, dass alle Branchen ihre Verantwortung für Umwelt und Menschenrechte ernst nehmen und auf zertifiziertes Palmöl umstellen“, sagt Michael Stübgen, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL.
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