Tag der Immunologie am 29. April

Neugeborenen-Screening auf den Weg gebracht

FIND-ID Netzwerk für Angeborene Immundefekte

„Der Tag der Immunologie ist eine hervorragende Gelegenheit, um erneut darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die Übernahme der schweren angeborenen Immundefekte in den bestehenden Screening-Katalog für Neugeborene ist“, sagt Professor Dr. med. Tim Niehues, Leiter des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum Krefeld. Die Netzwerkinitiative FIND-ID will Ärzte in Krankenhäusern und Praxen dafür sensibilisieren, bei Patienten mit schweren, wiederkehrenden und zerstörerischen Infektionen an einen angeborenen Immundefekt zu denken, frühzeitig die notwendige Diagnostik zu veranlassen und mit einem der dafür vorgesehenen Schwerpunktzentren für primäre Immundefekte (ID-Zentren) zusammenzuarbeiten.

In den USA sind schwere kombinierte Immundefekte bereits in der Liste der Krankheiten erfasst, auf die beim Neugeborenen-Screening getestet werden. In Deutschland wird das erweiterte Neugeborenen-Screening angewandt, um frühzeitig Krankheiten zu erkennen, die die körperliche oder geistige Entwicklung gefährden könnten. Die Entscheidung, welche Krankheiten dies sind und welche Tests angewendet werden, trifft der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Das Screening auf SCID ist in der sogenannten Kinder-Richtlinie noch nicht verankert. Der G-BA hat das IQWiG beauftragt, Nutzen und Schaden eines Screenings von Neugeborenen auf SCID in Kombination mit einer kurativen Therapie zu beurteilen. Ziel ist es, Kinder mit SCID bereits vor der ersten Infektion zu erkennen und eine kurative Therapie zu starten. Bei den besonders schweren Formen eines angeborenen Immundefektes – z. B. bei schweren kombinierten Defekten, den sogenannten SCID (Severe Combined Immunodeficiencies) – ist es lebenswichtig, die Diagnose bereits kurz nach der Geburt des Kindes zu stellen, um so schnell wie möglich mit einer entsprechenden Therapie zu beginnen. „Ein wesentliches Ziel von FIND-ID ist es, das Neugeborenen-Screening auf SCID seriös, ökonomisch und, last but not least, patientenfreundlich und ethisch vertretbar umzusetzen“, stellt Niehues fest. FIND-ID arbeitet diesbezüglich mit der Fachgesellschaft API, der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Immunologie, sowie dem Arbeitskreis Pädiatrische Immunologie (AKPI) der Deutschen Gesellschaft für Immunologie zusammen. „Diese Kooperationen sind von entscheidender Bedeutung“, betont Niehues. „Über die Fachgesellschaften kann FIND-ID auch die Politik in ihre Zielsetzungen einbinden.“

Generell ist für Niehues die Initiative ein wichtiger Fortschritt in punkto Wahrnehmung von angeborenen Immundefekten. „Insbesondere im Erwachsenenbereich ist die Awareness für diese Erkrankung noch nicht so ausgeprägt, wie wir uns das wünschen. Aus diesem Grund haben Professor Volker Wahn von der Charite Berlin, Gabriele Gründl, Vorsitzende der dsai e. V. Patientenorganisation für angeborene Immundefekte, und ich 2008 FIND-ID gegründet.“ Vor allem niedergelassene Ärzte fänden damit leichter und schneller Experten und könnten Patienten mit Verdacht auf einen angeborenen Immundefekt gezielt überweisen.

„Wir brauchen noch mehr Niedergelassene bei FIND-ID.“
Der Netzwerkgedanke ist es dann auch, den Niehues für einen der wichtigsten Vorteile einer Mitgliedschaft bei FIND-ID hält. „Als Arzt kommt man schneller an Informationen, und mit den ID-Zentren sind wir in fast allen Regionen in Deutschland vertreten, sodass niedergelassene Ärzte schnell einen Experten in ihrer Nähe finden.“ Er plädiert dafür, dass sich die Struktur des Netzwerkes – übergeordnete Zenten, kleinere Zentren und Niedergelassene – deutschlandweit immer mehr ausbreitet. „Es wäre hervorragend, wenn wir noch mehr Partner-Praxen hätten, sodass es für Patienten immer mehr Anlaufpunkte gibt.“

Über PPTA:
Die Plasma Protein Therapeutics Association (PPTA) Deutschland vertritt die Interessen der führenden Hersteller von Plasmaproteinen und deren gentechnisch hergestellten Therapien. Diese Produkte werden in erster Linie zur Behandlung von seltenen Krankheiten eingesetzt, wie zum Beispiel angeborene Immundefekte, Hämophilie A und B oder Autoimmunkrankheiten.

Firmenkontakt
FIND-ID Netzwerk für Angeborene Immundefekte
Prof. Volker Wahn
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
–
info@find-id.de
http://www.find-id.net

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