Lebensmittelkennzeichnung ignoriert Emissionen
sup.- Die aus Frankreich übernommene Kennzeichnung Nutri-Score, die einige Lebensmittelhersteller auch in Deutschland einführen möchten, könnte einen fatalen Begleiteffekt für das Klima haben. Bei dieser Bewertung auf Basis der Nährwertangaben erhalten nämlich vor allem aufwändig verarbeitete Produkte das verkaufsfördernde Grün in einer Farbskala auf der Verpackung. Dass diese Mahlzeiten aus dem Tiefkühl- oder Konservensortiment wesentlich mehr Produktions-, Verpackungs- und Transportstationen hinter sich haben als frische Erzeugnisse, wird vom Nutri-Score leider nicht berücksichtigt. Aber jeder einzelne dieser Schritte bis zum Verkauf im Supermarkt löst natürlich klimaschädliche Emissionen aus. So liegt das so genannte CO2-Äquivalent von tiefgekühltem Gemüse bei durchschnittlich 415 Gramm je Kilogramm. Gemüse in der Konserve kommt sogar auf 511 Gramm. Zum Vergleich: Frisches Gemüse belastet das Klima nur mit 153 Gramm und gehört deshalb nicht nur aus ernährungsphysiologischen Gründen auf den Speiseplan. Ein grüner Nutri-Score auf Tiefkühl- oder Dosenprodukten zeugt dagegen nicht von ökologischen Vorteilen.
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