Categories: Kunst, Kultur

Sieben Neuerwerbungen für das Brücke-Museum in Berlin!

Über 2000 Werke des „Brücke“-Künstlers Karl Schmidt-Rottluff befinden sich in der hochkarätigen Sammlung des Museums. Dank der Initiative der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung kommen nun sieben neue Exponate aus dem Nachlass Elsa Hopf hinzu.

Karl Schmidt-Rottluff, Seitlich aufgestützt liegender Akt, 1911, Brücke-Museum Berlin (Bildquelle: © VG Bild-Kunst, Bonn)

Fünf der neu erworbenen Arbeiten sind bemalte Postkarten, die Karl Schmidt-Rottluff frei gestaltet und mit einer knappen Botschaft an die Hamburger Zahnärztin und Sammlerin Dr. Elsa Hopf versendet hat. Sie war passives Mitglied der Künstlergruppe „Brücke“ und unterstützte diese tatkräftig. Besonders zu Schmidt-Rottluff unterhielt Hopf einen regen Kontakt – insgesamt rund 20 Karten verschickte der Maler an seine Förderin.

Die künstlerische Bearbeitung der Postkarten könnte unterschiedlicher nicht sein: Der Holzschnitt „Vier Männer“ aus dem Jahr 1910, die einzige Graphik, die Hopf als Postkarte erhielt, zeigt schwarz-weiß gestaltete, scharf umrissene Männerfiguren. Im Vergleich hierzu wirkt das Motiv der mehrfarbigen Zeichnung „Weidende Pferde“, ebenfalls von 1910, geradezu verspielt und weich. Die Tuschfederzeichnung „Fabrikgebäude in Landschaft“ beweist Schmidt-Rottluffs Gabe, beobachtete Stadt- und Landschaftsszenen mit wenigen Mitteln stimmungsvoll wiederzugeben. Durchaus provokativ regt sich jeweils ein Aktmodell auf zwei Postkarten von 1911 mit den Titeln „Ausgebreitet auf der Decke liegender Akt“ und „Seitlich aufgestützt liegender Akt“. Letztere, eine farbige Tuschfeder- und Kreidezeichnung, kann als eines der Highlights der Neuerwerbungen bezeichnet werden: In bewegten, skizzenhaften und dennoch klar definierten und gekonnt gesetzten Linien hielt er das weibliche Modell künstlerisch fest – kaum zu vermuten, dass er erst später als seine „Brücke“-Kollegen zum Figurenmaler wurde.

Zu den Neuerwerbungen zählen neben den Postkarten noch eine Kaltnadelradierung von 1915 sowie ein Holzschnitt von 1922. Inspiriert durch außereuropäische Kunst schuf Schmidt-Rottluff mit der Radierung „Weiblicher Akt“ das Bild einer exotisch anmutenden, nackten Frau mit auffälliger Holzkette und ausdrucksstarkem Gesicht. Ihre geheimnisvolle Ausstrahlung macht das Werk zu einer ganz besonderen Errungenschaft des Brücke-Museums. Der Holzschnitt „Lesender Mann“ zeigt den Künstler im verlorenen Profil – unter den zahlreichen Selbstbildnissen Schmidt-Rottluffs eine Ausnahme und daher für die Sammlung von großer Bedeutung.

Das Museum in Berlin (Zehlendorf) beschäftigt sich mit der Künstlergruppe Brücke.

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