Bewusstes Einkaufen gegen illegale Rodungen
sup.- Die weltweiten Regenwälder gelten als „grüne Lunge“ der Erde. Allerdings stehen sie nicht unmittelbar vor unserer Haustür. Deshalb denkt man in Deutschland beim Genuss von Schokolade nicht unbedingt an das Verschwinden tropischer Regenwaldbestände. Aber leider gibt es hier einen unmittelbaren Zusammenhang. Für die Schokoladen-Produktion wird nämlich Kakao benötigt, dessen Anbau seit Jahrzehnten die Entwaldung großer Regionen in Westafrika und Asien verursacht. Häufig sind es illegale und völlig unkontrollierte Rodungen, denen die Waldbestände zum Ausbau der Kakaoplantagen weichen müssen. Mehr als 90 Prozent der primären Regenwälder in den westafrikanischen Kakaoanbaugebieten sind bereits verschwunden, so der „Kakaobarometer 2018“. Dieser Report, den ein Zusammenschluss internationaler Nichtregierungsorganisationen herausgibt, nennt für diese Entwicklung zwei maßgebliche Ursachen. Zum einen das „Desinteresse vieler Unternehmen an den ökologischen Folgen der Versorgung mit preiswertem Kakao“. Und vor Ort in den Anbauregionen ist es vielfach das „Fehlen einer staatlichen Durchsetzung des Schutzes von ökologisch geschützten Flächen“.
Mit anderen Worten: Nachhaltiger Kakaoanbau, der die natürlichen Ressourcen der Regenwälder nicht gefährdet, bedarf überprüfbarer Regeln und kann nicht zum Billigtarif realisiert werden. Als Kontrollinstanz geben mittlerweile anerkannte Zertifizierungssysteme den Süßwarenherstellern die Möglichkeit, Kakao aus überwachtem Anbau nach anspruchsvollen ökologischen und sozialen Standards zu beziehen. Und Verbraucher haben so die Möglichkeit, durch den bewussten Kauf von Produkten mit nachhaltig angebautem Kakao zum Schutz der Regenwälder beizutragen. Bei den Zertifizierungen spielt die Schonung der Waldflächen und der Biodiversität in den Anbauländern eine ebenso bedeutsame Rolle wie die faire und existenzsichernde Bezahlung der Kakaobauern.
Weil die Nachhaltigkeit sich auf die gesamte Lieferkette von der Plantage bis zum Verbraucher beziehen muss, haben sich in Deutschland die wesentlichen Akteure im „Forum Nachhaltiger Kakao e. V.“ zusammengeschlossen. Neben Vertretern der Süßwarenindustrie und des Lebensmittelhandels sind dort mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen und auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vertreten. Unter www.kakaoforum.de informiert die Initiative über ihre Maßnahmen.
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