Categories: Umwelt, Energie

Öko-soziale Kriterien für Palmöl forcieren

Umweltorganisationen sehen Markenhersteller in der Pflicht

Foto: Fotolia / ThKatz (No. 5654)

sup.- Einen Verzicht auf Produkte mit Palmöl zu fordern, halten namhafte Umweltorganisationen wie Greenpeace oder der WWF weder für realistisch noch für zielführend. Äußerst sinnvoll ist hingegen die Forderung, dass alle Beteiligten der Palmöl-Lieferkette entschieden dazu beitragen müssen, die öko-sozialen Kriterien für einen nachhaltigen Anbau zu forcieren. In der Pflicht sehen die Nichtregierungsorganisationen (NGO) bei dieser Aufgabe insbesondere auch die großen Markenhersteller. „Die Unternehmen müssen sicherstellen, dass sich die Herkunft des Öls über die gesamte Lieferkette bis zur Plantage nachverfolgen lässt“, mahnt Jenny Walther-Thoß vom WWF Deutschland.

Bereits im Jahr 2004 ist die Multi-Stakeholder Plattform „Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) gegründet worden, die Mindest-Standards und Prinzipien definiert hat, um eine sozialere und umweltverträglichere Palmöl-Produktion zu initiieren. Deren Anforderungen gehen aber Umweltorganisationen nicht weit genug. Deshalb ist im Jahr 2013 u. a. auf Anregung von Greenpeace, Rainforest Action Network sowie WWF die Palmöl Innovationsgruppe (Palm Oil Innovation Group, POIG) ins Leben gerufen worden. Ziel von POIG ist es, die Ansprüche bezüglich Transparenz und Berichtspflichten im Hinblick auf die ökologische, soziale und ökonomische Verantwortung deutlich zu verschärfen.

In einer aktuellen Studie hat Greenpeace das Engagement von 14 international ausgerichteten Markenherstellern hinsichtlich Transparenz und Nachhaltigkeit bei ihrer Palmöl-Einkaufspolitik bewertet. Alle Firmen sind Mitglieder im RSPO, lediglich Ferrero und Danone sind zusätzlich offizielle Unterstützer der POIG und haben entsprechende Selbstverpflichtungen abgegeben. Die Ergebnisse: Nur ein einziger der überprüften Markenhersteller, nämlich Ferrero, kann annähernd 100 Prozent des von ihm bezogenen Palmöls transparent bis zur Plantage zurückverfolgen. Dem italienischen Süßwarenhersteller wird von Greenpeace außerdem bescheinigt, dass er sich verantwortungsvoll für den Wandel der gesamten Industrie einsetzt. Mit Abstrichen ähnlich gut schnitt bei der Studie lediglich noch Nestle ab. Aber nur für diese beiden Unternehmen steht die Greenpeace-Ampel auf Grün. Orange signalisiert die Ampel hingegen für Danone, General Mills, Ikea, Kellogg“s, Mars, Mondelez, Orkla, P&G sowie Unilever. Bei diesen Unternehmen kritisiert Greenpeace insbesondere z. B. die zu geringe Transparenz bezüglich der Rückverfolgbarkeit ihres Palmöls. Mit einem tiefroten Ampel-Signal gehören zu den Schlusslichtern der Greenpeace-Bilanz die Unternehmen Colgate-Palmolive, Johnson & Johnson sowie PepsiCo, die kaum Nachweise dafür erbringen konnten, dass das von ihnen verwendete Palmöl nicht mit Abholzung in Verbindung steht. Fazit der Umweltschützer: Bei vielen Markenherstellern besteht noch hoher Nachholbedarf bei ihren Bemühungen, öko-soziale Kriterien beim Anbau von Palmölplantagen durch eine entsprechend ausgerichtete Einkaufspolitik effizient zu unterstützen. Durch ihr Einkaufsverhalten können Konsumenten dazu beitragen, solch ein Engagement zu forcieren.

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