Categories: Umwelt, Energie

Nachhaltige Handelsmodelle für Palmöl

Lieferketten-Zertifizierung rund um die Welt

Foto: stock.adobe.com / mtaira (No. 9222)

sup.- Die kontrolliert nachhaltige Gewinnung von Palmöl ist eine wichtige Voraussetzung, damit für die Plantagen in den Anbauländern keine wertvollen Naturwaldflächen vernichtet werden. Auch die Einhaltung weiterer ökologischer und sozialer Standards beim Palmölanbau wird zunehmend von international anerkannten Zertifizierungssystemen überwacht. Diese Systeme geben dem Verbraucher die Möglichkeit, beim Einkauf ganz unterschiedlicher Produkte von Süßwaren bis zu Kosmetika die Nachhaltigkeit der Zutat Palmöl zum Kaufkriterium zu machen. Allerdings bietet die Zertifizierung der Anbaubedingungen allein noch keine endgültige Gewähr, dass die hierzulande angebotenen Produkte tatsächlich nachhaltig erzeugtes Palmöl enthalten. Denn zwischen den Plantagen in den Anbauregionen Südost-Asiens bzw. Afrikas und dem Verkauf in einem deutschen Supermarkt liegt zwangsläufig eine komplexe Lieferkette über Kontinente und Weltmeere. Und weder dem Brotaufstrich noch der Zahnpasta mit Palmöl ist anzusehen, ob diese Pflanzenfett-Zutat nicht irgendwo während der Transport- und Verarbeitungsstationen mit unzertifizierten Mengen vermischt wurde.

Aus diesem Grund bekommt das Kürzel SCC eine immer wichtigere Bedeutung für bestmögliche Transparenz bei den Handelsmodellen von Palmöl. Es steht für Supply Chain Certification (Lieferketten-Zertifizierung), ein Kontrollsystem, das sämtliche Nutzungs- und Vertriebsstufen umfasst und damit sowohl die Produktgüte, die Verbraucherinteressen als auch die Umwelt schützt. Um entsprechend zertifiziert zu werden, muss die Lieferkette von der Plantage über die Raffination bis zum Verkauf an den Kunden nachverfolgbar sein. Das deutsche Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP), das sich für die Nutzung der Zertifizierungen einsetzt, arbeitet deshalb eng mit dem „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) zusammen (Informationen unter www.forumpalmoel.org). Die globalen Regularien dieser standardsetzenden Vereinigung lassen keine Nachhaltigkeitslücken bei den Transportwegen rund um die Welt zu: „Alle Anbieter, die RSPO-zertifiziertes, nachhaltiges Palmöl physisch handeln und als rechtliches Eigentum übernehmen (einschließlich Eingang in Lagertanks), müssen RSPO-Lieferketten-zertifiziert sein. Dies gilt einschließlich der Endprodukthersteller.“

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