Nach der konventionellen Therapie kann die Lebensqualität leiden. Was leistet das TULSA Verfahren?
Eine Krebserkrankung an der Prostata gilt heute als gut behandelbar. Dennoch sind die Therapiefolgen für manche Patienten erheblich, gerade bei den invasiven Verfahren wie der radikalen Entfernung der Prostata oder bei der Bestrahlung. Die Konsequenzen für die Lebensqualität können erheblich sein. Neue medizinische Behandlungsverfahren nehmen deshalb vor allem die unerwünschten Nebenwirkungen der Therapie bei Prostatakrebs in den Blick und sollen dazu beitragen, insbesondere die häufigen Therapiefolgen Impotenz und Inkontinenz zu minimieren. Zu diesem neuen Verfahren zählt zum Beispiel eine sogenannte TULSA Behandlung mit Ultraschall.
Wo liegen die Probleme nach Bestrahlung oder radikaler Prostatektomie bei Prostatakrebs?
Patienten klagen nach der Prostata-Operation oder nach der Bestrahlung zum Beispiel über Brennen beim Wasserlassen, über Inkontinenz und Impotenz. Letztere ist gerade bei noch jungen Patienten dramatisch. Da Patienten mit Prostatakrebs durch moderne Therapieverfahren immer länger leben, fordert zum Beispiel die Deutsche Krebsgesellschaft, dass Betroffene mit einem lokal begrenzten Tumor sich bereits vor Beginn der Therapie mit der Zeit danach beschäftigen. Zwar ist der medizinische Fortschritt im Bereich der Bestrahlungs- und Operationstechnik enorm, und die Impotenz-Rate konnte verringert werden. Dennoch gibt die Deutsche Krebsgesellschaft an, dass 20 bis 80 Patienten von 100 nach der radikalen Prostatektomie an erektilen Dysfunktionen leiden. Bei der Bestrahlung sind es zwischen 25 und 60 Patienten. [1] Zwar verbessern sich diese Nebenwirkungen oft mit der Zeit. Bei dauerhaften Einschränkungen können unter Umständen Medikamente, mechanische Verfahren oder Penisprothesen zum Einsatz kommen.
Krebs an der Prostata: Kann eine TULSA Behandlung unerwünschte Nebenwirkungen minimieren?
Zu den neuen Verfahren, die auch in Kliniken in Deutschland zunehmend Anwendung finden, gehört die TULSA Behandlung. Klinische Studien über deren Anwendung konnten zeigen, dass damit unerwünschte und die Lebensqualität der Patienten stark beeinträchtigende Nebenwirkungen wie Impotenz und Harninkontinenz minimiert werden konnten. Das Grundprinzip dabei: Mit Hilfe von transurethralem Ultraschall wird unter MRT-Kontrolle das Krebsgewebe gezielt erhitzt und verkocht, wobei das umliegende, für den Erhalt der Lebensqualität wichtige Gewebe weitgehend geschont wird . Das TULSA-Verfahren kann bei Patienten mit auf die Prostata lokal beschränktem Tumor und einem Gleason-Score von 6 und 7 angewendet werden.
[1] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/prostatakrebs-ueberstanden-was-kommt-jetzt.html
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