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Migration: Noch zeigen sich manche Personaler reserviert

Doch der Fachkräftemangel wird viele Vorurteile abbauen

Von Ansgar Lange +++ Sindelfingen, März 2014. Menschen mit Migrationshintergrund machen nicht so schnell Karriere. Nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit http://www.arbeitsagentur.de ist ihr Anteil bei arbeitslosen Akademikern doppelt so hoch wie in der Bevölkerungsgruppe der Akademiker insgesamt. Laut dem Führungskräftemonitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin hat sich der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund unter den fest angestellten Führungskräften im vergangenen Jahrzehnt kaum vergrößert. 2010 lag er bei elf Prozent, so die Süddeutsche Zeitung (SZ).

Swetlana Franken, BWL-Professorin an der Fachhochschule Bielefeld, sagt, dass Personaler heute vorsichtiger geworden seien, weil sie nicht gegen das Antidiskriminierungsgesetz verstoßen wollten. „Sie begründen ihre Zurückhaltung heute eher durch fehlende Qualifikation oder mangelnde Sprachkenntnisse“, so die Wissenschaftlerin gegenüber der SZ. Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse in Deutschland stellt eine weitere Hürde für Migranten dar, auf dem Arbeitsmarkt so richtig durchzustarten.

Dass sich die Dinge langfristig grundsätzlich zum Positiven wenden werden, daran glaubt der Personalberater Michael Zondler. Als Geschäftsführer des Beratungsunternehmen centomo http://www.centomo.de mit Firmensitzen in London, Ludwigsburg und Sindelfingen kennt er den Markt sehr genau. „Es ist naiv zu glauben, dass mit einem Antidiskriminierungsgesetz praktisch alle Bewerber von einem Tag auf den anderen gleich behandelt würden. Es mag sein, dass einige Personaler bei einem ausländischen Diplom oder einem fremd klingenden Namen noch etwas reserviert reagieren. Doch dies wird sich ändern. Größere und global agierende Unternehmen können sich eine solche Reserviertheit schon lange nicht mehr leisten. Ihre Unternehmens- und Personalkultur ist bereits heute international und im besten Sinne multikulturell angelegt. Schwerer tun sich noch manche kleinere oder mittlere Unternehmen. Doch diese können in Zukunft nicht mehr allzu stark selektieren und sollten sich auch ausländische oder Bewerber mit Migrationshintergrund genauer anschauen. Junge Bewerber zieht es zunächst in große Städte und zu großen Unternehmen. Kleinere Betriebe in der „Provinz“ müssen sich mehr einfallen lassen, um sich in Zukunft Fachkräfte zu sichern. Dazu gehört auch, dass sie in den nächsten Jahren ihre Tore für Menschen mit Migrationshintergrund und ausländische Fachkräfte noch mehr als bisher öffnen müssen“.

Für sein Beratungsunternehmen, so Zondler, sei es nicht entscheidend, wo jemand her komme. „Es spielt keine Rolle, ob jemand Deutscher, Bürger mit Migrationshintergrund oder ausländischer Bewerber ist. Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermittlung sind die fachliche Kompetenz, die Beherrschung der soft skills und gute deutsche Sprachkenntnisse. Hierbei kann es sogar von Vorteil sein, wenn ein Bewerber zusätzlich die Sprache eines anderen Landes beherrscht und die dortige Kultur kennt. Letztlich ist es wie immer im Leben: Der Deckel muss zum Topf passen. Die nationale Abstammung sollte kein Kriterium mehr sein, ob ein Kandidat zu einer bestimmten Stelle passt.“ Bildquelle: 

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