Medikamenteneinnahme mit zittriger Hand

Wie bekomme ich den Deckel auf

Parkinson: Arzneimittel regelmäßig und pünktlich einnehmen (Bildquelle: © ABDA)

Mainz – Schüttellähmung ist der deutsche Name von Morbus Parkinson und beschreibt die wichtigsten Symptome. Unkontrollierbares Zittern mit verlangsamten Bewegungen bis hin zur Bewegungslosigkeit sind die typischen Merkmale der Erkrankung. Hauptursache ist ein Mangel an dem Nervenbotenstoff Dopamin. Was Patienten und Angehörige über Parkinson rund um die Arzneimitteleinnahme wissen sollten, erklärt der Apothekerverband Rheinland-Pfalz – LAV zum weltweiten Parkinson-Tag.

Ob Medikamentenblister, Augentropfen oder andere Arzneimittelfläschchen: Durch die steifen Gliedmaßen fällt es Betroffenen schwer, mit Folien versehene Arzneimittelblister oder schwer gängige Drehverschlüsse zu öffnen. So ist es gut, wenn die täglich einzunehmenden Tabletten in kleinen Bechern oder Schälchen bereitgestellt werden. In fortgeschrittenem Krankheitsfall ist eine selbstständige Tropfenein-nahme kaum möglich, sobald der Tremor, also das Zittern in der Hand, begonnen hat. „Kommt ein Parkinson-Patient in die Apotheke und benötigt etwas gegen Husten oder Magenbeschwerden, empfehle ich keine flüssigen Arzneimittel, sondern andere Darreichungsformen. Das können Tabletten zum Schlucken oder Lutschen sein“, erklärt Petra Engel-Djabarian, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV. Wer unbedingt Augentropfen benötigt, kann in der Apotheke Dosierhilfen bekommen, mit denen die Anwendung erleichtert wird. Sie unterstützen Patienten zum Beispiel beim Quetschen der Flasche oder „Zielen“ ins Auge.

Patienten, die an Morbus Parkinson erkrankt sind, sollten sich generell eher eiweiß-reduziert ernähren, führt die Apothekerin weiter aus: „So werden dopaminhaltige Medikamente besser aufgenommen. Außerdem kann so die Verstopfung, unter der Erkrankte häufig leiden, reduziert werden.“ Weil es sehr anstrengend ist, lange dauert und leider auch häufig gekleckert wird, essen und trinken viele Parkinsonpa-tienten zu wenig. Für einen guten Allgemeinzustand ist es aber wichtig, ausreichend zu trinken und sich ausgewogen zu ernähren. Betroffene müssen außerdem darauf achten, ihre Tabletten oder Kapseln besonders regelmäßig zu nehmen, damit sie ihren Dopamin-Spiegel möglichst konstant halten. Die Arznei muss genau nach Anweisung eingenommen werden, weil es wichtige Unterschiede gibt. „L-Dopamin-Medikamente mit dem Wirkstoff Levodopamin müssen in der Regeln eine halbe Stunde vor dem Essen oder anderthalb Stunden nach dem Essen eingenommen werden. Wer hingegen Dopamin-Agonisten mit Wirkstoffen wie Amantadin oder Pramipexol benötigt, sollte die immer mit einer Mahlzeit oder einem Snack einnehmen“, macht Engel-Djabarian deutlich.

Der Apothekerverband Rheinland-Pfalz e. V. – LAV vertritt die Interessen der selbstständigen Apothe-kerinnen und Apotheker in Rheinland-Pfalz. Er ist Vertragspartner der Krankenkassen und schließt mit diesen Verträge ab. Von den gut 1.000 Apothekenleitern sind rund 95 Prozent freiwillige Mitglieder im Verband.

Kontakt
Apothekerverband Rheinland-Pfalz e. V. – LAV
Frank Eickmann
Terrassenstr. 18
55116 Mainz
06131/2049116
presse@lav-rp.de
http://www.lav-rp.de

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