Bonn (news4today) – Rückenleiden, Burnout und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwingen jährlich mehr als hunderttausend Berufstätige dazu, ihren Job an den Nagel zu hängen. Politiker, Verbraucherschützer und Versicherungsexperten kritisieren allerdings, dass nur die wenigsten Arbeitnehmer in eine private Berufsunfähigkeitsversicherung investieren. Im Alter drohe dann in vielen Fällen ein Leben am Existenzminimum. Davor warnen auch Topmanager aus der Versicherungswirtschaft, wie Ralph Brand, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe in Deutschland.
Rund 100.000 Krankschreibungen mit Diagnose Burnout verzeichnet die Statistik laut der Krankenkasse AOK. In vielen Fällen müssen Betroffene ihren Beruf dauerhaft aufgeben. Versicherungsstatistiken zufolge sind psychische Erkrankungen mittlerweile der zweithäufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit, bei Frauen sogar der häufigste Grund. Die Zunahme psychischer Erkrankungen sehen Krankenkassen und Politik mit Sorge. Experten kritisieren, dass viele Firmen bislang zu wenig in Präventionsangebote investieren. Das von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe vorgelegte Präventionsgesetz stellt daher auch den Abbau von Stress und psychischen Belastungen in den Mittelpunkt. „Ziel muss sein, die Umgebung, in der wir leben, lernen und arbeiten, so zu gestalten, dass sie die Gesundheit unterstützt“, so der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ergänzend zum neuen Präventionsgesetz.
41 Prozent der Frührentner scheiden laut Deutscher Rentenversicherung aufgrund psychischer Probleme frühzeitig aus dem Job aus. Zweithäufigster Grund sind Muskel- und Skeletterkrankungen, gefolgt von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Die Zahlen belegen, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung eine führende Stellung unter den Produkten zur Absicherung der Folgen von Berufsunfähigkeit einnimmt“, erläutert Ralph Brand.
Gerade psychisch Erkrankte, die arbeits- oder erwerbsunfähig werden, haben laut Bundespsychotherapeutenkammer ein hohes Risiko, ein Leben in Armut zu führen. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente sei seit 2000 stark gefallen und habe 2012 durchschnittlich lediglich rund 600 Euro pro Monat betragen. Ein privater Berufsunfähigkeitsschutz sei daher in vielen Fällen geradezu ein „Muss“, wie die Verbraucherzentrale Bremen erklärt. Ralph Brand dazu: „Die wegen Berufsunfähigkeit von den Versicherern ausgezahlten milliardenschweren Leistungen sind ein wichtiger Bestandteil der privaten sozialen Absicherung. Sie sind auch ein Beweis für die Kundenorientierung guter Versicherer in Fragen der Absicherung der Berufsunfähigkeit.“
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