Hyland Studie — KI-Boom in Europa, doch Content-Reife hält nicht Schritt

(Bildquelle: Hyland)

Berlin, 30. Juli 2026 – Eine Benchmark-Studie unter 3.000 europäischen IT-Entscheiderinnen und -Entscheidern zeigt ein Paradox der digitalen Transformation Europas: Unternehmen treiben Innovationen in beispiellosem Tempo voran, vernachlässigen aber die Infrastruktur, die nötig ist, damit sich Fortschritte skalieren und langfristig nutzen lassen. Die Ergebnisse des jährlichen Digital Maturity Index von Hyland (https://www.hyland.com/en/resources/analyst-reports/european-digital-maturity-index) zeigen ein Ungleichgewicht, welches droht, Innovationen auszubremsen, Investitionen zu vergeuden und die digitalen Fortschritte der vergangenen Jahre zu untergraben.

Der Gesamtwert für die digitale Reife in Europa stieg gegenüber 2025 um 6 Punkte auf 69 von 100 Punkten. Gleichzeitig sank der Reifegrad der Content Services, die das Fundament für sämtliche KI-Innovationen bilden, als einzige Kategorie um 13 Punkte auf 56 von 100 Punkten. Diese Diskrepanz zeigt eine gravierende Fehleinschätzung: Unternehmen investieren massiv in Innovationen, lassen aber die operativen Grundlagen außer Acht, auf die diese Technologien angewiesen sind. Bei fast 60 Prozent der europäischen Unternehmen geraten Innovationsprojekte bereits in der Pilotphase ins Stocken. Die direkte Ursache sind fragmentierte und schwer zugängliche Daten.

Das Paradox: Innovationen nehmen zu, die Infrastruktur verliert an Reife

Die Daten zeigen, wie stark die Prioritäten angesichts des rasant wachsenden KI-Einsatzes auseinanderklaffen. Inzwischen setzen 15 Prozent der europäischen Unternehmen KI in allen wichtigen Systemen ein. Gegenüber nur 2 Prozent im Jahr 2025 entspricht das einem Anstieg um 650 Prozent. Zugleich geben 54 Prozent der befragten IT-Entscheiderinnen und -Entscheider an, dass die Informationen und Dokumente in ihrem Unternehmen zu „unübersichtlich oder fragmentiert“ seien, um KI verlässlich einzusetzen.

Jede neue KI-Implementierung macht sichtbar, wie weit die Datenqualität hinter den Ambitionen zurückliegt. 42 Prozent der Unternehmen arbeiten entweder vollständig cloudbasiert oder haben bereits alles in die Cloud migriert, was sich dorthin verlagern lässt. Im Vorjahr waren es 32 Prozent. Gleichzeitig berichten 50 Prozent der Unternehmen, dass ihre Systeme nicht ausreichend miteinander verbunden sind und dadurch Innovationen bremsen. In Deutschland liegt dieser Anteil sogar bei 64 Prozent.

Der Preis der Fragmentierung: Content-Silos bremsen den Fortschritt

Die Ursache liegt in der systematischen Fragmentierung:
– 60 Prozent der europäischen Unternehmen geben an, dass es in ihren Abläufen Content-Silos gibt. Sie erschweren den Zugang zu wichtigen Informationen, verursachen Engpässe und bremsen Innovationen.
– Fünf Prozent der Unternehmen arbeiten noch immer überwiegend mit papierbasierten Unterlagen. Das schränkt ihr Wachstumspotenzial erheblich ein.
– Nur 9Prozent der europäischen Unternehmen verfügen über eine vollständig integrierte und skalierbare Federation-Architektur für Enterprise Content Management. Damit fehlt der Mehrheit eine einheitliche Grundlage für Governance und Sicherheit.
– 57 Prozent der IT-Entscheiderinnen und -Entscheider bestätigen, dass zu viele Innovationsinitiativen in der Pilotphase stecken bleiben und nie produktiv eingesetzt werden.

Die Falle: Tempo ohne tragfähiges Fundament

Während Unternehmen ihre Investitionen in Innovationen beschleunigen, vernachlässigen sie ihre Content-Infrastruktur. So entsteht eine selbst verursachte Lücke in der Data Governance. Cloud, KI und Automatisierung werden in hohem Tempo eingeführt, gleichzeitig nehmen die Datensilos unbeabsichtigt weiter zu. Jede neue KI-Implementierung macht Schwächen im Datenfundament sichtbarer. Innovationen entwickeln sich schneller als die Grundlagen, auf die sie angewiesen sind.

„Auf Content, der nicht verwaltet wird, lässt sich kein intelligentes Unternehmen aufbauen“, sagt John Newton, Chief Innovation Strategist bei Hyland. „Europa investiert massiv in KI, während das Informationsfundament darunter an Substanz verliert. Oberflächlich betrachtet sieht das nach Fortschritt aus. Doch KI ist nur so gut wie der Content, auf den sie zugreifen, den sie verstehen und dem sie vertrauen kann. Genau dieses Fundament gerät derzeit unbemerkt ins Wanken.“

„Der nächste Wettbewerbsengpass wird nicht die Information selbst sein, sondern die nötige Sicherheit, auf Basis dieser Informationen zu handeln“, fügt Newton hinzu. „Die Inhalte in diesen Unternehmen sind bereits vorhanden. Es fehlt jedoch ein Weg, sie zusammenzuführen, zu steuern und zu verknüpfen, damit Mensch und KI auf einer verlässlichen Grundlage handeln können. Im KI-Zeitalter werden diejenigen Unternehmen erfolgreich sein, die für ein solides Content-Fundament sorgen.“

Das Vereinigte Königreich führt Europa beim digitalen Reifegrad mit 74 von 100 Punkten an. Die nordischen Länder liegen mit 67 von 100 Punkten zurück. Dort verfügen nur 6 Prozent über vollständig integrierte Federation-Architekturen für Enterprise Content Management. 7 Prozent – der höchste Wert in Europa – arbeiten noch immer überwiegend mit papierbasierten Unterlagen.

Diese Unterschiede zeigen, dass digitale Reife kein Selbstläufer ist. Unternehmen, die ihre Infrastruktur für Content Services nachrangig behandeln, drohen gegenüber Wettbewerbern weiter zurückzufallen, für die Data Governance eine Voraussetzung und kein nachträglicher Zusatz ist.

Die wichtigsten europaweiten Ergebnisse im Überblick
– Digitale Reife insgesamt: 69/100 (plus 6 Punkte gegenüber 2025)
– Cloud Services und Infrastruktur: 74/100 (plus 8 Punkte)
– KI und Automatisierung: 71/100 (plus 14 Punkte)
– Cybersicherheit: 76/100 (plus 11 Punkte)
– Open Source, Low Code und No Code: 69/100 (plus 10 Punkte)
– Content Services: 56/100 (minus 13 Punkte)

Zentrale Herausforderungen:
– 60 Prozent der Unternehmen berichten von Content-Silos.
– 54 Prozent halten ihre Daten für zu unübersichtlich oder fragmentiert, um KI verlässlich einzusetzen.
– Bei 57 Prozent geraten Innovationsprojekte in der Pilotphase ins Stocken.
– 50 Prozent berichten, dass ihre Systeme nicht ausreichend miteinander verbunden sind.
– Fünf Prozent arbeiten noch immer überwiegend mit papierbasierten Unterlagen.

Über den Digital Maturity Index 2026

Hyland hat eine Benchmark-Studie unter 3.000 IT-Entscheiderinnen und -Entscheidern in Europa (Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Spanien, Benelux und die nordischen Länder) in Auftrag gegeben. Die Befragten schätzten den Reifegrad ihrer Infrastruktur anhand von fünf zentralen Kriterien selbst ein:
– Reifegrad der Content Services
– Nutzung von Cloud Services und Infrastruktur
– Nutzung von Open-Source-, Low-Code- und No-Code-Technologien
– Nutzung von KI- und Automatisierungstechnologien
– Ansätze für Datensicherheit und Cybersicherheit

Der Bericht bewertet die Fortschritte der digitalen Transformation in den verschiedenen Regionen und zeigt die Hürden, Treiber und Chancen auf, die den digitalen Wandel in Europa prägen. Der vollständige Bericht ist hier (https://www.hyland.com/en/resources/analyst-reports/european-digital-maturity-index) verfügbar.

Über Hyland
Hyland ist Vorreiter der Content Innovation Cloud™ und bietet Unternehmen umfassende Enterprise Intelligence durch Lösungen, die handlungsrelevante Erkenntnisse erschließen und Automatisierung vorantreiben. Weltweit vertrauen Tausende Organisationen auf Hyland, darunter zahlreiche Fortune-100-Unternehmen. Die Lösungen von Hyland bilden die Grundlage für ein vernetztes, agentisches Unternehmen, in dem Teams die Möglichkeiten von KI nutzen, um ihre Arbeitsweise und die Interaktion mit Kunden, Partnern und weiteren Zielgruppen neu zu definieren.

Für weitere Informationen über Hyland besuchen Sie bitte Hyland.com.

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