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Hydrokortison bei der Entwicklung von septischem Schock

Wissenschaftler der SepNet- Studiengruppe stellen Ergebnisse einer klinischen Studie vor

(Bildquelle: Bildrechte@UKJ_Schroll)

Eine Sepsis, häufig auch „Blutvergiftung“ genannt entsteht, wenn eine äußere oder innere Infektion „außer Kontrolle“ gerät und die eigene Immunabwehr den Körper und Organe schädigt. Ursachen können z.B. eine Lungen- oder Bauchraum Entzündung, eine infizierte Operationswunde oder eine äußere Verletzung sein. Unbehandelt führt eine Sepsis häufig innerhalb von kürzester Zeit zu Multiorganversagen und bei schwerer Sepsis in etwa der Hälfte der Fälle zum Tod.
Mit etwa 280.000 Erkrankungen und knapp 70.000 Todesfällen ist Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und gehört zu den häufigsten Ursachen für Sterbefälle auf Intensivstationen.
Anhand von klinischen und physiologischen Kriterien werden drei wesentliche Schweregrade der Sepsis unterschieden, die mit steigender Sterblichkeit assoziiert sind: einfache und schwere Sepsis sowie septischer Schock.
Der unterstützende Effekt von Hydrokortison bei der Behandlung von septischem Schock und dessen Entstehung in Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie ist in verschiedenen Studien dokumentiert worden (1-3). Dieser Effekt wird nicht zuletzt auf die entzündungshemmende Wirkung von Glucocorticoiden zurückgeführt zu denen Hydrokortison gehört. Aber kann dieser Wirkstoff auch helfen, die Entstehung von septischem Schock aus schwerer Sepsis zu verhindern?

Dieser Frage gingen Forscher der SepNet Studiengruppe, einem Verbund aus über 100 Ärzten und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland nach. Ihre Ergebnisse beschreiben sie in der Oktober Ausgabe des angesehenen Journal of the Americal Medical Association JAMA (4).

Die Studie umfasste 380 Patienten an 34 klinischen Zentren und wurde über einen Zeitraum von vier Jahren als randomisierte Doppelblindstudie durchgeführt. Primärer Endpunkt war die Entwicklung von septischem Schock bei Patienten mit schwerer Sepsis. Hydrokortison hatte demnach keinen Effekt auf die Entwicklung von schwerer Sepsis. Zwischen den Gruppen, die den Wirkstoff erhielten konnte im Vergleich zu Placebo Gruppen kein relevanter Unterschied in der Wahrscheinlichkeit, einen septischen Schock zu entwickeln festgestellt werden. Auch die Sterblichkeit war in beiden Gruppen vergleichbar.

Prof. Josef Briegel, Koautor der Studie und Sprecher der SepNet Studiengruppe: „Diese Studie schließt eine wichtige Wissenslücke in der Anwendung von Hydrocortison bei septischen Patienten und fügt sich nahtlos in die bisherigen Ergebnisse kontrollierte Studien ein. Hydrocortison als adjunktive Therapie bleibt vorbehalten allein den Patienten, die sich in einem schweren septischen Schock befinden und mit Volumen- und Vasopressortherapie hämodynamisch nicht zu stabilisieren sind. „

(1)Annane, D., et al. Cochrane database of systematic reviews 2015 Dec 4;12:CD002243.
(2)Sligl et al, Clin Infect Dis. 2009;49(1):93-101
(3)Confalonieri et al, Am J Repir Crit Care Med. 2005;171(3):242-248
(4)Keh et al, JAMA 2016 doi:10.110/jama.2016.14799

Über die Sepsis Stiftung

Allein in Deutschland sind pro Jahr 15.000-20.000 Sepsis-Tote vermeidbar.
Die Sepsis-Stiftung wurde im Jahr 2012 als Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Jena gegründet. Die Stiftung dient der Förderung der Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation zur frühzeitigen Diagnose, Behandlung, Prävention sowie der Minderung von Folgeschäden einer Sepsis. Die Haupttätigkeiten der Sepsis Stiftung liegen darin, Aufklärung innerhalb von Gesundheitsdiensten und Behörden zum Thema Sepsis zu leisten und durch Beeinflussung von Politik und Gesellschaft die Zahl der in Deutschland durch Sepsis Betroffenen nachhaltig zu senken.
Die Sepsis Stiftung ist zudem die rechtliche Dachorganisation für die aus dem Kompetenznetzwerk SepNet hervorgegangene Studiengruppe. SepNet ist ein Verbund von über 100 Ärzten und Wissenschaftlern bzw. 50 Kliniken und Universitäten aus ganz Deutschland, die in gemeinsamen Projekten klinische Studien rund um das Thema Sepsis betreiben. Als Mitglied der Global Sepsis Alliance, einem weltweiten Dachverband für über 50 Länderorganisationen, ist die Stiftung eng in Aktivitäten internationaler Sepsis Initiativen eingebunden.

Der 13. September ist Welt Sepsis Tag.

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