Dipl.-Ing. Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V., der auch die Hersteller moderner Feuerstätten vertritt, zum technischen Fortschritt bei Festbrennstoffgeräten
Redaktion: „Herr Kienle, die Zahl der Feuerstätten in Deutschland steigt. Die Emissionen auch?“
Frank Kienle: „Nur bedingt. Jeder Kaminofen, jeder Kachelofen oder Heizkamin, der heute in Betrieb genommen wird, führt nur noch zu einem Siebtel der Emissionen, die ältere Öfen – wir sprechen hier von 30 oder 40 Jahre alten Geräten – immer noch verursachen. Jede neue Feuerstätte hingegen, die ein altes Gerät ersetzt, senkt also die Emissionen; selbst wenn die Zahl der Kaminofenbesitzer insgesamt weiter zunimmt.“
Redaktion: „Es hat sich also was getan bei der Verbrennungstechnik…“
Frank Kienle: „Es hat sich eine ganze Menge getan. Über einen längeren Zeitraum betrachtet ohnehin. Besonders in letzten Jahren konnten die Hersteller beträchtliche Fortschritte erzielen. Im Vorfeld der Novellierung der sogenannten 1.BImSchV – Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutz-Gesetztes – , die seit 2010 in Kraft ist und die Grenzwerte für häusliche Kleinfeuerungsanlagen regelt – wurden nicht nur die Staub- und CO-Emissionen erheblich gesenkt. Gleichzeitig wurde auch der Wirkungsrad dieser modernen Geräte auf gut 80 Prozent gesteigert.“
Redaktion: „Das heißt: Die Wirtschaftlichkeit der Öfen hat sich gleichfalls erhöht?“
Frank Kienle: „Ganz genau. Die Entscheidung für eine neue Feuerstätte ist deshalb immer auch gut fürs Portemonnaie. Eine effizientere Verbrennung führt zu einem geringeren Brennstoffverbrauch und somit zu niedrigeren Heizkosten. Das ist ein ganz wesentliches Argument, das immer mehr Verbraucher überzeugt.
Redaktion: „Herr Kienle, noch einmal zurück zur Verbrennung. Man spricht immer von der CO2-neutralen Verbrennung von Holz. Was verbirgt sich dahinter?“
Frank Kienle: „Bei der Verbrennung von Holz wird immer nur so viel Kohlendioxid ausgestoßen wie der Baum zuvor bei seinem Wachstum aufgenommen hat – und auch dann wieder an die Atmosphäre abgeben würde, wenn er im Wald verrottet. Es handelt sich also um einen geschlossenen Kreislauf. Denn parallel zur Verfeuerung von Brennholz wachsen draußen im Wald wieder Bäume nach. Und zwar mehr als wir verbrauchen.“
Redaktion: „Herr Kienle, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!“
Weitere Informationen auch unter www.ratgeber-ofen.de. Bildquelle:kein externes Copyright
Der HKI Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik e.V. vertritt die Interessen der Hersteller von Großküchengeräten sowie häuslicher Heiz- und Kochgeräte. Beide Herstellergruppen sind in separaten Fachverbänden organisiert, die sich in gerätespezifische Fachabteilungen untergliedern. Zurzeit vertrauen rund 150 Mitglieder den Leistungen des Verbandes.
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