Hinweisgeberschutzgesetz: Keine Zustimmung im Bundesrat, was nun?

(Bildquelle: Trillerpfeife @iStock.com/wildpixel)

Am 10.02.2023 hat der Bundesrat dem Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) seine Zustimmung verweigert. Das Gesetz, das der Bundestag bereits am 16.12.2022 beschlossen hatte, dient der Umsetzung der EU-Whistlebower-Richtlinie. Diese hätte spätestens bis zum 17.12.2021 in nationales Recht umgesetzt werden müssen.

Das Hinweisgeberschutzgesetz sieht vor, dass Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitenden ein Whistleblower System (https://intelli-revolution.de/whistleblower-system) einrichten und betreiben müssen, über das sich Hinweisgeber mit Informationen über Verstöße wenden können.

EU-Kommission reagiert mit Klage vor Europäischen Gerichtshof

Wegen der Fristversäumnis hat die EU-Kommission gegen Deutschland bereits am 27.02.2022 ein förmliches Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Am 15.02.2023 wurde Deutschland nun vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg wegen dem mangelnden Schutz von Hinweisgebern verklagt. Der Vorwurf: Deutschland setzt Regeln zum Schutz von Menschen, die Verstöße gegen EU-Recht melden, nicht vollständig um. Im Falle einer Niederlage kann der EuGH Deutschland zu einer Geldstrafe verurteilen.

So geht´s jetzt mit dem Hinweisgeberschutzgesetz weiter

Nach dem Scheitern eines Gesetzte im Bundesrat wird in der Regel der Vermittlungsausschuss tätig. Die Ampelkoalitionäre haben jedoch bereits angekündigt, den Gesetzentwurf inhaltsgleich in einer nicht zustimmungspflichtigen Form erneut in den Bundestag einzubringen – und zwar so schnell wie möglich. Damit ist mit der rechtskräftigen Verabschiedung bereits Ende Februar/Anfang März 2023 zu rechnen.

Vermutlich muss nur ein kleiner Teil im Entwurf des Hinweisgeberschutzgesetz angepasst werden, um als nicht zustimmungspflichtig zu gelten: Es geht wohl um die Regelung der Aufhebung der Verschwiegenheitspflicht für Landesbeamte, die einen Missstand melden. Das wäre in ein separates zustimmungspflichtiges Gesetz auszulagern

Alle anderen Regelungen im Entwurf des Hinweisgeberschutzgesetz könnte der Bundestag unverändert erneut beschließen und bräuchte dann nicht mehr die Zustimmung des Bundesrates.

Empfehlungen für Unternehmen

Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten werden unter das Hinweisgeberschutzgesetz fallen und sich daher mit der neuen Rechtslage auseinandersetzen müssen:

Das HinSchG wird drei Monate nach seiner Verkündung in Kraft treten. Für Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten wird es noch eine „Schonfrist“ hinsichtlich der Umsetzung bis zum 17.12.2023 geben. Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten hingegen müssen sofort tätig werden, da das HinSchG für sie mit Inkrafttreten gelten wird.

Für die Umsetzung des HinSchG sollten daher bereits jetzt entsprechende Vorbereitungen getroffen werden.

Die Intelli Revolution GmbH wurde 2020 in Hamburg als Plattform für Dokumentenautomation gegründet. Seither haben wir uns zu einem ganzheitlichen Compliance-Dienstleister weiterentwickelt, der Unternehmen in aller Welt dazu befähigt, Compliance wirtschaftlich und sicher umzusetzen. Im Fokus steht der Bereich Datenschutz, der stetiges Wachstum erfährt und seit 2022 unter der Marke BEREDI Datenschutz geführt wird. Zudem bieten wir eine interne Hinweisgeber-Meldestelle, die alle Anforderungen an eine interne Meldestelle für Hinweisgeber erfüllt, die Identität des Whistleblowers schützt und so Reputationsschäden verhindert. Ergänzend hierzu versetzen wir Unternehmen dazu in die Lage, Innovationen anzustoßen und die mit ihr verbundenen Projekte erfolgreich umzusetzen.

Kontakt
Intelli Revolution GmbH
Jessica Stehn-Bäcker
Überseeallee 1
20457 Hamburg
+49 40 22861374
js@intelli-revolution.de

Hasselwander-PR

PR-Neuigkeiten: Das individuelle Partnernetzwerk

Recent Posts

Hier droht Gefahr: Die häufig übersehene Sicherheitslücke im Produktionsprozess

Das zum Patent angemeldete Sicherheitsverfahren btv SEEL von btv technologies schützt Mikrocontroller und unterstützt Hersteller…

7 Stunden ago

NavVis stellt CLX vor: Das erste agile Hand-Capture-Device für zuverlässige, tägliche Dokumentation im großen Maßstab

München, 1. September 2026 – NavVis, die Source of Spatial Truth für die gebaute Welt…

8 Stunden ago

Neues kostenloses Online-Tool kalkuliert die realen Kosten eines Cyberangriffs

SecaSkill launcht Schadensrechner: Unternehmen erhalten konkrete Kalkulation, was ein IT-Sicherheitsvorfall sie wirklich kosten würde Die…

8 Stunden ago

Rockstone News – Wenn Silica zu Technologie wird: Homeruns hochreiner Silica-Sand findet seinen Weg in Siliziumkarbid, Photonik und den Ausbau der KI-Infrastruktur

https://www.irw-press.at/prcom/images/messages/2026/85684/IRW28.001.jpeg Veröffentlichung im Auftrag von Homerun Resources Inc. Es beginnt mit Sand. In Santa Maria…

9 Stunden ago

Neue Hürden für Windkraft im Heckberger Wald

Flugsicherheit, Artenschutz und mögliche Interessenkonflikte werfen neue Fragen zu den Windkraftplänen der Gemeinde Engelskirchen auf.…

10 Stunden ago

Pressemeldung – Fluorid unter Beschuss: Experten warnen vor Fehlinformation

Kaum ein Wirkstoff polarisiert im Internet so stark wie Fluorid. In sozialen Netzwerken kursieren Behauptungen…

10 Stunden ago