Hauptstadtforum Digitalwirtschaft des BITMi

Auf dem Weg zum Digitalen Wirtschaftswunder

Zukunftsdialog: BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün (links) und Thomas Jarzombek

Auf dem Hauptstadtforum Digitalwirtschaft des Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) diskutierte vor wenigen Tagen in Berlin unter dem Thema „Dichter, Denker – Digitalisierer? Deutschland kann mehr!“ Thomas Jarzombek (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, als Vertreter der neuen Bundesregierung mit Experten aus der Wirtschaft, wie wir jetzt Innovation, Wachstum und Souveränität sichern. „Wir als Verband begrüßen das Aufbruchsversprechen der neuen Bundesregierung. Nun muss dieses Versprechen mit Leben befüllt werden“, eröffnete Nele Kammlott, Vizepräsidentin des BITMi, den Abend.

Digitale Souveränität durch ein Digitales Wirtschaftswunder

Kernthema des Abends war die Digitale Souveränität und mit welchen Schritten die neue Bundesregierung nun systematisch technologische Abhängigkeiten reduzieren kann. Die Notwendigkeit ist klar: „Wir würden uns wünschen, dass die aktuelle US-Regierung berechenbarer wäre. Das zeigt uns, dass wir beim Thema Digitale Souveränität etwas machen müssen“, sagte Jarzombek im Dialog mit BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün. „Wichtig ist dabei, dass man eine Wahl hat, was aktuell oft nicht der Fall ist wegen der Lock-In Effekte und der Dominanz der großen Plattformen. Wir werden nicht autark werden und jede Lösung selber bauen können, aber wichtig ist, dass wir zumindest bei zentralen Prozessen eine Alternative haben. Wichtig ist auch, dass wir ein paar Bargaining Chips haben, also Bereiche, in denen andere auch von uns abhängig sind“, erklärte Jarzombek weiter. Das eindeutige Potenzial hierfür sieht Grün im IT-Mittelstand: „Wir können aus dem IT-Mittelstand heraus ein digitales Wirtschaftswunder möglich machen, angelehnt an das Wirtschaftswunder der fünfziger und sechziger Jahre“, so Grün, „Damals haben mittelständische Unternehmen mit exzellenten Nischenlösungen Weltmarktführerschaft erlangt. Das ist nun auch wieder möglich – mit spezialisierten digitalen Lösungen „made in Germany““.

Exemplarisch für das Kredo „Digitale Souveränität made in Germany“ standen Lars Moll, CEO und Co-Founder von NENNA.AI, spezialisiert auf Datensicherheit bei der KI-Nutzung, und Marcus Jeschke, Geschäftsführer der CapeVision GmbH, spezialisiert auf elektronische Rechnungsstellung, auf der Bühne. „Datensouveränität ernst zu nehmen, bedeutet auf europäische KI zurückzugreifen“, betonte Moll die Rolle von Alternativprodukten aus der heimischen Digitalwirtschaft. Dies gilt insbesondere für öffentliche Auftraggeber, eine der von Jarzombek erwähnten zentralen Stellen, an der dringend digitale Abhängigkeiten reduziert werden müssen. „Öffentliche Auftraggeber brauchen den Mut, auf kleine und mittlere Unternehmen aus Deutschland zu setzen“, so Jeschke.

Auf die gesamte Breite der deutschen Digitalwirtschaft setzen

Für das Ziel der Digitalen Souveränität stehen also Wirtschaft und Politik in den Startlöchern. Nun heißt es, die deutsche Digitalwirtschaft in ihrer ganzen Breite zu mobilisieren. „Aus unserer Sicht ist die Gleichsetzung von Digitaler Souveränität mit Open Source, wie sie wiederholt – ins Besondere im Zusammenhang mit öffentlichen Vergaben – getroffen wird, hinderlich für einen schnellen Abbau digitaler Abhängigkeiten. Denn damit bleibt ein Großteil unserer Digitalwirtschaft ungenutzt. Wir als Verband vertreten die Meinung, dass wir für dieses große Unterfangen auf unsere gesamte Digitalwirtschaft, unabhängig vom Lizensierungsmodell, setzen müssen“, sagte Grün. Und auch Jarzombek äußerte sich kritisch: „Wenn wir Souveränität wollen, müssen wir bei Vergaben gucken, ob so ein Paradigma, Open Source bevorzugen zu wollen, umsetzbar ist. Denn wir wollen ja auch die Weiterentwicklung von Lösungen ermöglichen, an denen die Unternehmen Geld verdienen und mit denen sie einen größeren Markt erreichen können.“

Rückenwind für IT-KMU: Bürokratie und Regulierungen abbauen

Neben dem Potenzial des IT-Mittelstands sind allerdings auch die Hürden für ihren Erfolg nicht zu übersehen – allen voran die Belastung durch Regulierungen und Bürokratie, wie auch das auf dem Hauptstadtforum Digitalwirtschaft präsentierte digitalpolitische Stimmungsbild aus dem IT-Mittelstand (https://bitmi.de/wp-content/uploads/Auswertung-Umfrage-Neue-Bundesregierung-2025.pdf) auf drastische Weise zeigt. Der Auftrag für die neue Bundesregierung ist klar und, wie Jarzombek signalisiert, auch von ihr angenommen worden: die deutsche Digitalwirtschaft braucht jetzt Rückenwind aus der Politik – zuallererst den Abbau von Bürokratie und Regulierungen. Der BITMi hält die neue Bundesregierung an, diesem Auftrag zu folgen, den IT-Mittelstand zu mobilisieren und damit ein Digitales Wirtschaftswunder zu schaffen. Denn in den Worten von Urs Meier, ehemaliger FIFA-Schiedsrichter und Keynote-Speaker des Abends: „Visionen ohne Taten sind Träume, Taten ohne Visionen sind verlorene Zeit, aber Visionen und Taten zusammen können die Welt verändern.“

Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) vertritt über 2.500 IT-Unternehmen und ist damit der größte IT-Fachverband für ausschließlich mittelständische Interessen in Deutschland.

Firmenkontakt
Bundesverband IT-Mittelstand e.V.
Isabel Weyerts
Pascalstraße 6
52076 Aachen
0241 1890558

Pressekontakt
Bundesverband IT-Mittelstand e.V.
Lisa Ehrentraut
Pascalstraße 6
52076 Aachen
0241 1890558

Hasselwander-PR

PR-Neuigkeiten: Das individuelle Partnernetzwerk

Share
Published by
Hasselwander-PR

Recent Posts

Bildschirm optimal eingestellt? Fehlanzeige!

Was eine Studie an 152 Bildschirmarbeitsplätzen zeigt Der HANNspree Hybri Monitor nutzt Umgebungslicht zur Bilddarstellung…

5 Stunden ago

PZR: 91 von 93 gesetzlichen Krankenkassen zahlen

Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) setzt genau dort an, wo die Zahnbürste oft nicht hinkommt: in…

6 Stunden ago

Augsburger KI-Plattform macht das Sprachmodell für den Mittelstand austauschbar

Die schnell.digital GmbH hat das Herbst-Update ihres AI Kit veröffentlicht. Mittelständische Betriebe legen damit selbst…

6 Stunden ago

Wiederentdeckung des Wesentlichen

„Endlich wertvoll“ von Sylvia Beate Würtele erscheint am 30. November im GOLD Verlag (Bildquelle: Motiv:…

7 Stunden ago

Hyland verbindet digitale Pathologie mit der klinikweiten medizinischen Bildgebung

Berlin, 27. Oktober 2026 – Während das Gesundheitswesen Radiologie, Kardiologie und medizinische Bildgebung in den…

8 Stunden ago

Vom Netzengpass zum KI-Wachstum: Hitachi Vantara und Duraflow denken das Energiemanagement im Rechenzentrum neu

Hitachi Vantara betreibt in seinem niederländischen Rechenzentrum eine der weltweit größten Installationen mit Phase Change…

8 Stunden ago