Realität vieler Patienten sieht anders aus
sup.- Dank moderner Medikamente ist Asthma bronchiale heute gut in den Griff zu bekommen. Als erfolgreich gilt eine Behandlung laut den GINA-Leitlinien (Global Initiative for Asthma), wenn der Patient nicht mehr als zweimal pro Woche tagsüber unter Symptomen wie Husten, Atemnot oder Brustenge leidet. Entsprechend sollte auch nicht häufiger als zweimal je Woche der Einsatz von Bedarfsmedikamenten notwendig sein. Zu den Kriterien für gut kontrolliertes Asthma zählen außerdem ungestörte Nachtruhe ohne Beschwerden sowie keine Einschränkungen bei Alltags-Aktivitäten. Soweit die Theorie, die Realität sieht allerdings bei der Mehrheit der Asthmatiker anders aus. Wie die Ärzte Zeitung unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage bei knapp 300 Patienten berichtet, gehören für 93 Prozent der Asthmatiker krankheitsbedingte Symptome zum Alltag, durch die sich 64 Prozent bei ihren täglichen Aktivitäten beeinträchtigt fühlen. 66 Prozent der Asthma-Patienten haben zudem regelmäßig Schlafstörungen.
Nach den Erfahrungen der Lungenfachärzte ist die mit Abstand häufigste Ursache für unzureichend kontrolliertes Asthma mangelnde Therapietreue, oft bedingt durch Anwendungsfehler bei der Inhalationstherapie. Außer sehr leichte Formen von Asthma erfordern alle anderen Schweregraden eine Dauermedikation, bei der täglich zumeist eine Kombination aus bronchienerweiternden und entzündungshemmenden Wirkstoffen inhaliert werden muss. Regelmäßige Kontrollen der Inhalationsanwendung, Patientenschulungen und gegebenenfalls eine Umstellung auf ein anderes, patientenfreundlicheres Inhalationssystem sind deshalb wichtige Maßnahmen, um die Asthma-Behandlung zu verbessern. Für den Therapieerfolg entscheidend ist laut Dr. Thomas Voshaar (Lungenklinik Bethanien, Moers) zudem, dass die inhalierten Wirkstoffe möglichst das gesamte Bronchialsystem inklusive der feinen Verästelungen erreichen. Von Vorteil seien deshalb Inhalatoren der neuen Generation wie z. B. Foster bzw. Foster Nexthaler, die die Substanzen in extrafeinen Teilchen enthalten, die auch in die kleinen Atemwege gelangen.
Wird trotz Therapietreue und Behandlung mit modernen Inhalationsgeräten keine zufriedenstellende Asthmakontrolle erzielt, gibt es heute die zusätzliche Option, Inhalationssysteme zu verordnen, die bei gleichbleibendem Anteil an bronchienerweiternden Substanzen eine doppelt so hohe Dosis an entzündungshemmenden Wirkstoffen enthalten. „Die Behandlung mit hochdosiertem inhalativem Steroid erlaubt es uns, bei Patienten, die trotz Dauertherapie immer noch eine unvollständige Asthmakontrolle haben, die antientzündliche Therapie zu intensivieren, ohne z. B. systemische Kortikoide einsetzen zu müssen“, erklärt Dr. Ronald Doepner, Facharzt für Pneumologie aus Dortmund. Im Gegensatz zu kortisonhaltigen Tabletten entfalten inhalative Steroide nur eine lokal begrenzte Wirkung in den Atemwegen. Die Belastung für den Organismus sowie die Nebenwirkungen sind entsprechend gering, der Nutzen für einen nahezu symptomfreien Alltag dagegen sehr hoch.
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