Acht aktuelle Fragen zum Thema Forderungsverkauf an Gerd Georg, Geschäftsführer der Close Brothers Factoring GmbH, Mainz

1) Schnelles Geld, unkomplizierte Abwicklung. Das ist die Botschaft der Factoring-Branche. Geht man ins Detail, wird es mitunter kompliziert. Handytarife lassen sich oft einfacher vergleichen als Produkte von Factoringgesellschaften. Ist das easy?

Georg: Natürlich nicht. Viele Anbieter scheuen sogar einen Vergleich mit Wettbewerbern. Man muss sich tatsächlich der Mühe unterziehen, und das kostet Zeit. Deshalb ist es ratsam, bereits Angebote einzuholen, wenn das Thema Forderungsverkauf noch in weiter Ferne zu sein scheint. Dann ist ein Unternehmen im Fall eines Falles handlungsfähig. Darauf kommt es schließlich an.

2) Die Zinsen sind extrem niedrig. Ist es nicht besser, den Kontokorrentkredit bei der Hausbank in Anspruch zu nehmen als Rechnungen zu verkaufen und dafür ebenfalls Zinsen sowie zusätzlich noch Gebühren zu zahlen?

Georg: Von niedrigen Bankzinsen profitieren vor allem Unternehmen mit guten Bonitäten. Mittlere oder schlechtere Bonitäten spüren von dem Geldsegen der EZB nichts. Im Gegenteil: Linien werden eingefroren oder sogar gekürzt, weil die Institute ihre Bilanzsummen zurückfahren, um ihre Eigenkapitalquote zu verbessern. Ein Factoringanbieter reicht schon aus Wettbewerbsgründen seine günstigere Refinanzierung an die Kunden weiter. Außerdem hat der Kunde beim Factoring auch noch den Sicherheitsaspekt. Die Bank sichert nicht gegen Forderungsausfälle ab.

3) Trotz der Konkurrenzsituation unterscheiden sich die Konditionen der Anbieter bei genauerem Hinsehen deutlich…

Georg: Hinter Komplexität kann eine ganz einfache Strategie stehen: Wenn Kunden nicht richtig vergleichen können, zahlen sie zu viel. Allerdings gibt es vereinzelt auch Factoringgesellschaften, die aufgrund ihrer eigenen Bonität nicht so gut refinanzieren können wie andere und deshalb schlechtere Konditionen bieten.

4) Factoring eilt immer noch der Ruf voraus, ein Notanker zu sein. Werden dadurch nicht Kundenbeziehungen gefährdet?

Georg: Offene Kommunikation ersetzt Überraschungen. Die Erfahrung zeigt: Wer seine Kunden bei der Aufnahme eines Factorings umfassend informiert, hat keine Probleme. Im Gegenteil: Wir machen die Erfahrung, dass die Geschäftspartner bzw. die Auftraggeber unserer Kunden auf die Idee kommen, selbst zu diesem Instrument zu greifen. Die Möglichkeit, Debitorenlaufzeiten zu verkürzen und entsprechend Zinsen zu sparen, ist ganz einfach attraktiv. Factoring ist inzwischen ein etabliertes und bewährtes Instrument.

5) Verliert ein Unternehmen durch Factoring nicht die Kontrolle über sein Kundenmanagement?

Georg: Nein. Wer sein Zahlungsziel überschreitet, wird konsequent gemahnt. Das ist für manche natürlich unbequem. Vor allem für diejenigen, die sich permanent selbst einen Lieferantenkredit zu null Prozent genehmigen und dadurch ihre Lieferanten in einen Kontokorrentkredit zu elf Prozent zwingen. Genau das wird durch Factoring verhindert. Natürlich gibt es langjährige Kundenbeziehungen, bei denen man in bestimmten Situationen etwas flexibler agieren will. Dazu lassen sich mit einem flexiblen Factoringunternehmen Arrangements treffen. Es gibt zudem das Ausschnittsfactoring, bei dem bestimmten Kundengruppen vom Rechnungsverkauf ausgenommen sind.

6) Als Verkaufsargument für Factoring wird immer auch das Delkredere angeführt. Sind dies in jedem Fall 100 Prozent?

Georg: In der Regel bietet der Factor ein 100%iges Delkredere an.

7) Die Werbung suggeriert oft einen Rundumschutz. Es werden aber nicht alle Forderungen von der Factoringgesellschaft angekauft…

Georg: Factoring kann schlechte Bonitäten nicht in gute verwandeln. Forderungen an Branchen oder Unternehmen zu kaufen, bei denen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von Zahlungsschwierigkeiten oder sogar -ausfällen ausgegangen werden muss, wären zum Beispiel nicht oder nur zu hohen Kosten versicherbar. Dadurch würde das Factoring wirtschaftlich unattraktiv.

8) Es heißt, dass bei einem Factoringumsatz bis zu 250 Tsd. Euro unverhältnismäßig hohe Kosten im Vergleich zum Kontokorrent entstehen können….

Georg: Das stimmt nur auf den ersten Blick. Die Zinsen sind zwar banküblich. Allerdings können gut aufgestellte Factoringgesellschaften – wie gesagt – günstiger refinanzieren als dies einem durchschnittlichen Mittelständler bei seiner Hausbank möglich ist. Die zusätzlichen Factoringgebühren sind mit Leistungen wie Bonitätsprüfung, Forderungsmanagement und Ausfallversicherung verbunden. Inzwischen gibt es Produkte, die auf kleinere Firmen zugeschnitten sind. Close Brothers Factoring bietet zum Beispiel ein so genanntes EasyFactoring ab 100 Tsd. Euro Jahresumsatz. Der Kunde erhält 80 Prozent der Rechnungsbeträge binnen 24 Stunden ausbezahlt. Die Gebührenstaffel beginnt bereits bei 1,30%. Darin ist das komplette Debitorenmanagement enthalten und das Forderungsausfallrisiko vollständig abgedeckt. Auch der Zins ist hier schon inkludiert. Eine echte All-Inclusive-Gebühr also.

Die Close Brothers Factoring GmbH (gegr. 2003) ist auf Forderungsfinanzierung für mittelständische Unternehmen spezialisiert.

Kontakt
Close Brothers Factoring GmbH
Boris Cech
Große Bleiche 35-39
55116 Mainz
06131/6005-890
b.cech@closefinance.de
http://www.closefinance.de

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