Im Westen nichts Neues? – Festredner Udo di Fabio attestiert dem Westen, ein zukunftsfähiges Wertesystem zu sein
Mit einem Festakt im geschichtsträchtigen Rahmen der Frankfurter Paulskirche wurde am gestrigen Abend der Deutsche Zahnärztetag 2013 eröffnet.
Rund sechshundert geladene Gäste aus Zahnärzteschaft, Politik, Industrie und Handel erlebten einen gelungenen Auftakt der wichtigsten Veranstaltung der Zahnmedizin und Zahntechnik in Deutschland.
Eckpunkte des durch musikalische Intermezzi strukturierten Programms waren wie in jedem Jahr die Statements der Vertreter aller zahnärztlichen Spitzenorganisationen, des Präsidenten der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) Dr. Peter Engel, des kurz zuvor neu gewählten Vorsitzenden des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) Dr. Wolfgang Eßer und des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake.
Im Mittelpunkt des Abends stand der Festvortrag von Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht. Di Fabio sprach über „Werte des Westens: Selbstentfaltung im sozialen Rechtsstaat“. Er stellte zunächst die Frage in den Raum, ob der ehemalige Sieger des kalten Krieges vielleicht inzwischen zum Patienten geworden sei.
Der Westen sei, so di Fabio, keine geographische Region, sondern vielmehr ein Wertesystem, in dessen Mittelpunkt die Freiheit der Persönlichkeit stehe. Diese zentrale Idee präge die „Paulskirchen-Verfassung“ ebenso, wie das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Anhand unserer Verfassung, die Grundrechte über die Staatsorganisation stellt, zeigte di Fabio in seiner Rede sowohl die derzeitige Krise des sogenannten Westens, als auch die Chancen auf, die aus einer Rückbesinnung auf seine tragenden Werte erwachsen. Er bediente sich dabei nicht allein des Staatsrechts, sondern verankerte die verfassungsmäßige Balance von Freiheit und Solidarität in der Philosophie der Aufklärung.
Der Westen, so das Fazit di Fabios, gleicht nicht der Spätantike: Am Ende sei der Westen, allen derzeitigen Erschlaffungs- und Alterungsphänomenen zum Trotz, noch lange nicht.
Weitere Programmpunkte waren das feierliche Gedenken der Toten und die Ehrungen verdienter Zahnärztinnen und Zahnärzte durch die BZÄK und die DGZMK.
Den Abschluss des Festakts markierte der zweite Satz aus dem Kaiserquartett von Joseph Haydn – besser bekannt als die deutsche Nationalhymne.
Landeszahnärztekammer Hessen
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