Categories: Auto, Verkehr

Fatal: Preischaos an deutschen Ladesäulen

BBM fordert mehr Preistransparenz an Ladesäulen sowie einheitliche Tarife und begrüßt die Initiative des Landes Baden-Württemberg (BW) / BW-Verkehrsminister Hermann nennt es Wucher

Mannheim, im November 2025. Der Bundesverband Betriebliche Mobilität e.V. (BBM) hat bereits im Jahre 2021 auf die fehlende Preistransparenz und den halbherzigen Versuch zur Novellierung der Ladesäulenverordnung hingewiesen. „Gut gemeint, leider schlecht gemacht. Nach wie vor gibt es keine einheitlichen Preise an der gleichen öffentlichen Ladesäule. Wir begrüßen die Initiative des Landes Baden-Württemberg, für mehr Transparenz und Fairness beim Laden von Elektrofahrzeugen an öffentlichen Ladesäulen zu sorgen“, sagt BBM-Geschäftsführer Axel Schäfer.

Wer heute unterwegs laden möchte, steht leider immer noch vor einem kaum durchschaubaren Tarifdschungel. Die Preise unterscheiden sich je nach Anbieter, Karte oder App teils erheblich. Für betriebliche Mobilitätsverantwortliche ist das weder planbar noch wirtschaftlich sinnvoll. Eine ADAC-Auswertung aus dem Juli 2025 hat aufgedeckt: hat man keinen Vertrag mit dem Stromanbieter, der die Säule betreibt, zahlt man bis zu 62 Prozent mehr. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) nennt solche Verhältnisse Wucher. Er sagte der Tagesschau: „Auf einen Blick muss erkennbar sein, was das Laden kostet – wie beim Tanken.“ Mehr als 20 Cent Aufschlag für Fremdkunden seien unangemessen. „Es kann nicht sein, dass man für ein und dieselbe Kilowattstunde zum Teil das Doppelte bezahlt. Das ist nicht zu rechtfertigen. Das ist eigentlich Wucher“, erklärt der Minister.

Unterschiedliche Preisstrukturen, Intransparenz bei den Tarifen und fehlende Vergleichbarkeit machen es privaten E-Autofahrern und auch den Unternehmen schwer, die Kosten zu kalkulieren. Und damit wird auch ein Umstieg auf Elektromobilität erschwert.

Möglichkeit schaffen, den eigenen Stromtarif mitzunehmen
Der BBM unterstützt die Forderungen nach klarer Preisausweisung direkt an der Ladesäule, analog zur Preisangabe an Tankstellen. Nur so können Fahrerinnen und Fahrer auf einen Blick erkennen, was sie tatsächlich zahlen. Darüber hinaus spricht sich der Verband für die Möglichkeit aus, den eigenen Stromtarif an jeder Ladesäule nutzen zu können, den man mit seinem Anbieter vertraglich geregelt hat. Dies würde es E-Autofahrern – insbesondere Unternehmen mit entsprechenden Verträgen – ermöglichen, unabhängig vom Ladeinfrastrukturbetreiber zu einem einheitlichen Tarif zu laden. „Das Mitnehmen des eigenen Tarifs mit einem transparenten, fairen Aufschlag wäre ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nutzerfreundlichkeit“, so Schäfer. „Wer deutschlandweit unterwegs ist müsste ansonsten meist viele Verträge und Abos abschließen, um an den günstigsten Tarif des Anbieters zu kommen, das ist unrealistisch und ein Unding“.
Aus Sicht des Verbandes wäre die Umsetzung der genannten Forderungen ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz der Elektromobilität in der betrieblichen Praxis. Nur wenn das Laden einfach, nachvollziehbar und kostentransparent funktioniert, werden Unternehmen und die Mitarbeitenden leichter in größerem Umfang auf elektrische Fahrzeuge umsteigen und einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende beitragen.

Daher ruft der Verband Bund und Länder dazu auf, die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen zügig zu schaffen, um die Preistransparenz an öffentlichen Ladepunkten sicherzustellen und so die Elektromobilität zu fördern. Das wäre eine zielführende Lösung.

Unser Statement aus dem Mai 2021: https://www.mobilitaetsverband.de/news-detail/ladesaeulenverordnung-preistransparenz-fehlt.html

Der Bundesverband Betriebliche Mobilität (BBM) ist das größte Netzwerk für nachhaltige betriebliche Mitarbeitermobilität in Deutschland. Seit seiner Gründung im Oktober 2010 als Bundesverband Fuhrparkmanagement bündelt der BBM die Expertise für Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement. Er setzt sich aktiv für die Belange seiner rund 650 Mitglieder ein und gestaltet die Zukunft der betrieblichen Mobilität mit.

Als Mitbegründer und Mitglied der FMFE Fleet and Mobility Management Federation Europe ist er auch auf europäischer Ebene stark vernetzt.

Vorstandsmitglieder des Verbandes sind Marc-Oliver Prinzing (Vorsitzender), Heinrich Coenen (stv. Vorsitzender, Fuhrparkleiter
Berliner Verkehrsbetriebe BVG), Dieter Grün (stv. Vorsitzender, Fuhrparkleiter Stadtwerke Heidelberg Netze), Axel Schäfer
(Geschäftsführer und Vorstandsmitglied). Sitz des Verbandes und der Geschäftsstelle ist Mannheim.

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Axel Schäfer
Am Oberen Luisenpark 22
68165 Mannheim
0621-76 21 63 53
https://www.mobilitaetsverband.de

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